« » I bi scho da Allerschlechtest vo ganz Erlbach . A jeder derf mi veracht ' n. « » Was is , Schuller ? « mahnte der Haberlschneider . » I geh ' jetzt . Kimmst d ' net mit ? « » Was ? « » Ob ' s d ' it mitgehst ? I hätt ' mit dir was z ' red ' n. « » Du ? Möcht ' st d ' wieder sag ' n , i soll aufs Bezirksamt eini ? Aba i geh net . Vo mir aus bringan s ' lauter g ' fälschte Papier ' daher ! « » Geh mit ! « » Na , sag i. Und ins Bezirksamt geh i nimma . Z ' erscht muaß da Pfarra ins Zuchthaus ! Und da Hierangl dazua ! « » Da g ' hörst scho du nei , du ganz Schlechter ! « Der Hierangl schrie es herüber , und diesmal erkannte der Schuller die Stimme . Er fuhr auf , daß der Tisch wankte und die Gläser umfielen . » Bist du da ? Du ! « Er wollte zur Bank hinaus , aber Sepp hielt ihn fest . » Laß mi aus ! « keuchte der Schuller . » Auslass ' n tua mi ! « » Na , Vata ! Bleib ! « » Auslass ' ! « » Hau ' eahm oane nei ! Er hat ' s sein Vater ' n g ' rad a so g ' macht ! « schrie der Hierangl . » Herrgott ! Herrgott ! Auslass ' n tua mi ! « Der Schuller rang wütend mit Sepp . Der Tisch fiel um , alle sprangen auf . Von den anderen Tischen stürzten die Leute heran . Abmahnende Rufe , gellendes Schreien und Schimpfen , ein ohrenbetäubender Lärm . Und alles übertönte die kreischende Stimme des Schuller . » Laß mi aus ! « Sepp hielt ihn am rechten Arm , den andern hatte der Haberlschneider untergefaßt . Der Wirt drängte sich durch . » Dös geht net ! Der muaß außi ! « » Tua dei Hand weg ! « schrie der Haberlschneider . » Er geht scho selm . Sei g ' scheit , Schuller ! « Der wehrte sich schwächer und ging ein paar Schritte vorwärts . Da höhnte der Hierangl noch einmal . » Gel , Lump ! Geht ' s dir aa net besser , wia dein Vata ! « Sepp wandte sich zornig gegen ihn . Und ein Ruck , und der Schuller war frei und packte einen Bierkrug . Der Hierangl wich erschrocken zurück . Es war zu spät . » Hund ! Da ! Und da ! « So wuchtig schlug ihm der Schuller auf den ungedeckten Kopf , daß der Krug in Scherben ging . Der Hierangl wankte und fiel schwer zu Boden . Sepp riß seinen Vater zurück . Einen Augenblick war es still , dann erhob sich lautes Schreien . » Er hat ' n umbracht ! Herrgott , wia ' r a bluat ' ! Wassa ! Schnell a Wassa ! Holt ' s an Schandarm ! Er hat ' n umbracht ! « Der Haberlschneider wehrte ab . » Helft ' s an Hierangl ! Und laaft oana zum Bader ! Und du führst dein Vata hoam , Sepp ! « » Holt ' s an Schandarm ! Net außi lass ' n ! « Der Schuller schaute finster vor sich hin ; die Haare hingen ihm wirr in die Stirne herein , und sein Gesicht war verfärbt . » Laßt ' s mi geh ' ! « murmelte er . » I brenn ' net durch . « Er war nüchtern geworden . Als er ins Freie kam , blieb er stehen . An seiner rechten Hand rieselte Blut herunter ; er hatte sich an den Scherben verletzt . » Du bluat ' st ja , Vata ! Hat er dir aa was to ? « » Na ! Und halt ' n brauchst d ' mi net ! « Er ging mit schwankenden Schritten vorwärts ; Sepp blieb ihm dicht an der Seite . Ein paar Buben liefen ihnen voraus und raunten den Leuten zu : » Da Schuller hat an Hierangl umbracht ! « Und wo der Schuller an einem Hause vorüberkam , versteckten sich Weiber und Kinder hinter der Türe und sahen ihm mit scheuen Blicken nach . » Sei Hand is no bluati davo , « sagte die Weßbrunnerin . So lief das Gerücht vor ihnen her , die Gasse hinunter , wie fressendes Feuer . Und es drang in den Schullerhof , wo die Bäuerin noch immer mit angsterfülltem Herzen wartete . Da hörte sie die Botschaft und eilte auf die Straße hinaus . Und wie sie die zwei von weitem kommen sah , wußte sie , daß ein Unglück geschehen war . » Jess ' , Maria und Joseph ! Was hast to ? « Der Schuller ging schweigend an ihr vorbei in seinen Hof . Noch spät in der Nacht brannte die Lampe im Zimmer des Herrn Kommandanten Hermann . Er hatte einen großen Bogen Papier vor sich und trocknete sorgfältig die Schrift mit dem Löschblatte . » So , der Bericht is fertig , « sagte er . » Wieviel Seiten sind ' s worden ? « fragte seine Frau , die ihm gegenüber saß und strickte . » Sechs a halb ' . « » Du hast kein ' Feiertag das ganze Jahr , « seufzte sie . » Das war wieder ein schönes Ostern ! « » Leider , daß so was vorkommen is . Da kann ma nix mach ' n. « Er hielt das Schreiben gegen die Lampe und wandte in behaglicher Anerkennung seiner Arbeit die Blätter um . Die Seiten waren von oben bis unten beschrieben , und eine Zeile stand schnurgerade unter der anderen . Wo ein neuer Abschnitt begann , war