ernsthaft und wollte lernen , damit er später alles leiten könnte , wenn sein Schwiegervater einst tot wäre ; die Frau aber verspottete und kränkte ihn , und er war ganz weich in ihrer Hand und konnte ihr nicht antworten , wie er gemußt hätte ; und sie selbst war dabei ohne Tröstung und langweilte sich , weil sie nicht wußte , was sie wollte . Ihr Vater indessen gewann mit der Zeit den Mann lieb wie seinen Sohn , denn er war viel um ihn , und waren beide vom gleichen Schlage ; deshalb sagte er ihm , er solle sein Weib gehen lassen , wie sie wolle , denn es sei ja auch eine Torheit , wenn man sich Ruhe wünsche und Zufriedenheit , weil kein Mensch die erreichen könne , außer etwa in ganz jungen Jahren , wo man nur seine Sehnsucht vor sich habe und nicht die Wirklichkeit . So wurde denn der Mann zu einem Menschen , wie der Alte war . Inzwischen waren noch viele Verehrer um die Frau , die wohl sahen , daß sie unglücklich war , und ihr weiter schmeichelten und sich kränken ließen von ihr . Da fiel es ihr ein , aus Hochmut und Überdruß , und weil sie ihren Vater und Mann beleidigen wollte , daß sie sich einen Liebhaber aussuchte ; das war ein windiger junger Mensch , der ein groß Wesen machte von sich , aber von Schulden lebte und von niemand geachtet wurde ; mit dem ließ sie sich ein , denn es war ihr recht , daß er sie in wunderlicher Weise vergötterte , wie es wohl in törichten Büchern beschrieben wird . Ihr Mann und Vater merkten nichts von dem Wesen , trotzdem sie recht offen war , denn die hatten ihre Arbeit und dachten nicht an weiteres , sie aber trieb es so weit , daß sie ein Kind bekam , und ihr Mann meinte , es sei sein Kind , und freute sich über das Söhnchen , und ihr Vater hoffte , daß es auf einen von ihnen beiden schlagen möge und nicht auf die Mutter . Danach entzweite sie sich mit dem leichtfertigen Menschen , denn der wurde von den Gläubigern gedrängt und war in seiner beständigen Angst gegen sie nicht mehr so aufmerksam gewesen wie vorher ; lieb gehabt aber hatte sie auch ihn nicht . Nun geschah es , daß die beiden Männer eine Erholung haben wollten von ihrer schweren Arbeit , kauften sich eine Lustjacht und machten mit der Frau und dem Kinde eine Seereise . Wie sie unterwegs waren , bezog sich an einem Nachmittag der Himmel und kam Regen und stürmisches Wetter , so daß sie alle nach unten gingen in die Kajüte , indessen die drei Leute , welche das Schiff bedienten , auf dem Deck arbeiteten . In der engen und dumpfen Kajüte aber befiel sie alle eine eigne Gereiztheit , und sie begannen sich untereinander Vorwürfe zu machen , indessen draußen die Wogen wunderlich gingen ; da warf der Vater der Tochter vor , daß sie an nichts Freude habe und keinen Menschen liebe , und die Tochter sprach gegen den Vater , daß er immer nur an sein Geschäft denke und sich nicht um sie bekümmere , und wie der Mann gut zureden wollte , da höhnte sie den , daß er nichts verstehe , wie in seiner Schreibstube sitzen , und auch der Mann wurde heftig und sagte , daß er ihr Herr sei ; inzwischen war der Knabe , der damals dreijährig sein mochte , ängstlich geworden und schmiegte sich an den Vater ; die Frau aber geriet in einen maßlosen Zorn und schrie , niemand sei ihr Herr , und indem der Mann das Kind halten wollte , weil das Schiff sehr schaukelte und er Furcht hatte , der Sohn möchte fallen und sich verletzen , da rief sie , das Kind gehöre ihr und nicht ihm , denn sie habe es von einem andern . Wie sie diese Worte in blindem Haß hervorgestoßen hatte , taten sie ihr leid , denn die beiden Männer wurden ganz bleich , aber in dem Augenblick rief das Kind in großer Angst ihren Namen , und da fielen sie alle um von einem starken Stoß und rollten durch die enge Kajüte und konnten sich nur mit großer Mühe wieder aufrichten , aber wie sie sich aufgerichtet hatten , da waren der festgeschraubte Tisch und Stühle über ihren Köpfen in der Luft , und das Geschirr , das auf dem Tisch gestanden , lag auf dem Boden mit samt dem Tischtuch , und nach einer Weile sagte der Vater , daß das Schiff gekentert war . So trieben sie nun auf der See mit dem Kiel nach oben und das Deck war unter dem Wasser , und das Wasser drückte und klopfte gegen die Decke der Kajüte und klatschte gegen die Tür , und in solcher Lage erhielt sich die Jacht durch die eingepreßte Luft , die nicht hatte entweichen können , weil sie so ganz schnell umgeschlagen war , die Männer aber , die oben gewesen , waren fortgeschwemmt und ertrunken . Erst langsam wurde den Eingeschlossenen das klar , denn sie hatten eine große Angst . Es quoll auch bald Wasser von unten , denn das beständige Schlagen der Flut machte die Bretter locker , und so mußten sich denn die Menschen beizeiten umsehen , wo sie sich besser sicherten , und da sie nicht hinausgehen konnten aus dem kleinen Raum , denn vor der Tür war ja Wasser , so blieb ihnen nichts , als daß sie sich recht hoch machten . Deshalb schwang sich der Mann erst auf den Tisch , der oben festgeschraubt war in dem früheren Boden und prüfte die Haltbarkeit , und dann hob er die Frau hoch mit dem Kind und half dem Vater . Wie das geschehen war , suchte er auf dem Boden nach Essen und fand einige Brötchen und Zwiebäcke und