, was du da machst ? « wiederholte diese . Indessen hatte er den jähen Schreck verwunden . Er lächelte sie boshaft an . » Was ich da mach , möchtst wissen ? « » Ja . « » Hm ! Hehe ! Was ich da mach - was ich da tu ? Jo , hehe « - er sagte das unter einem verlegenen Lachen , gleich dem eines Knaben , der über einem Streiche ertappt wird , auf dessen Überlegenheit er sich etwas zugute tut - » no , ' s Glück grab ich euch da aus . « Helene sah ihn mit großen , verständnislosen Augen an . » In welcher Weis , meinst wohl ? « fuhr er fort und sah mit zwinkernden Lidern zu ihr auf , den offenen Mund verziehend , daß die blanken Zähne zum Vorschein kamen . » Mein Sternstein hol ich mir ausm Grundgmäuer . « » Du Dieb , du pflichtvergessener Dieb ! « schrie das Weib . » Das wirst du bleibenlassen ! Das Haus ist unser , wie ' s liegt und steht , und daran zu rühren , hast du kein Recht nimmer . Es is nit umn Sternstein , daß du ' s nur weißt , gar nit , aber ' s ganz Gebäu könnt einm überm Kopf zsammstürzen , wann du ' s untergrabst . Gleich steigst hrauf ! « » Wie ich mich schon eil , weil du ' s sagst ! « » Vor d ' Gricht kann dich das bringen , verstehst ? « » Vor d ' Gricht , meinst ? « höhnte er und hob die Haue und führte einen Schlag , der im Gewölbe widerhallte . » Halt ein weng noch ein « , rief die Bäuerin , » nur paar Wort hör an ! Du denkst , vor ' n Richter brächten wir ' s wohl nit , um uns selber kein Schand z ' machen , und darein kannst recht habn , aber ich weiß da viel kürzern Prozeß z ' machen . « » Holst leicht ' n Toni « , lachte der Alte , » schaun dann halt zwei zu . « » Ich bin keine , die sich nit selbn z ' helfen weiß . « Damit nahm sie rasch die Laterne vom Boden auf , löschte das Licht , nahm dann die Kerze heraus und warf sie weit im Bogen hinter sich nach einer Ecke . » So ! No , sei gscheit und steig hrauf und komm mit ; für heut in der Finstern wirst wohl ' s Suchen einstellen müssen , und daß d ' weder morgen noch sonst ' n Tag wieder damit anhebst , werd ich ' n Keller fortan versperrt halten und d ' Schlüssel zu mir nehmen . « Der alte Mann erwiderte nichts , er lehnte reglos und sprachlos an der Mauer , als ihm aber vor ohnmächtiger Wut Tränen in das Auge traten , da barg er plötzlich das Gesicht zwischen den Händen und begann bitterlich zu weinen . Erstaunt trat die Bäuerin einen Schritt näher . » Bist du ein Kind ? Sei doch nit einfältig wie ein solchs , das man sein Bosheit nit ausübn laßt . War dein Fürnehmen was anderscht ? Denk du dran , wie der Sternsteinhof noch nit so benamt war und du , noch jung , ihn von deinm Vadern überkommen hast , wenig größer und reicher als hundert andere , daß er derzeit eins von dö größten Anwesen im Land vorstellt , verdankt er deiner Arbeit und deinm Wirtschaften , und hitzt wölltst du mit selbeigenen Händen , was die aufgbaut , niederreißen ? Das vermöchtst du , während ich kein andre Sorg kenn , als daß der Toni sich eher z ' zehren wie z ' mehren anschickt , und kein andern Gedanken hab , als wenigst alls so zsammzhalten , daß amal der künftig Eigner kein Furchen Grund , kein Stück Vieh , kein Ziegel afm Dach minder vorfindt , wie du deinm Sohn , seinm Vadern , übergeben hast ! Du solltst dich wohl vor mir - einm Weib - schämen , wann d ' schon d ' Sünd nit fürchtst , vom Haus z ' nehmen , was ihm Glück gbracht hat und , wie d ' selber glaubst , noch bringt ! « Die Bäuerin schien denn doch , trotz ihrer leichtfertigen Red von vorhin , etwas von den guten Eigenschaften des » Sternsteins « zu halten . Der Alte stand noch immer , gesenkten Hauptes , in der Grube , jetzt stöhnte er auf und murmelte : » Weder , daß ich mich scham , noch a Sünd fürcht , aber « - er preßte es zwischen den Zähnen hervor - » geh voran ! « Die Sprossen der kurzen Leiter standen weit voneinander ab , und mit seinen wankenden Beinen half er sich mühselig genug daran empor . » Rühr mich nit an « , schrie er , als Helene den Arm nach ihm ausstreckte . » Sei nit töricht « , sagte sie , » laß dir helfen . Es gschieht dir nit z ' Lieb noch z ' Schimpf . Dir steckt noch von vorhin der Schreck in ' n Gliedern , und dö wolln nit vorwärts , ich aber hab da mehr kein Zeit zu verpassen , und auch du wirst froh sein , wann d ' vom Ort kommst . « Nachdem sie ihm aus der Grube geholfen , nahm sie Haue , Grabscheit und Laterne an sich und schritt voran ; auf der Kellerstiege hielt sie die Kerze etwas hinter sich und machte den Alten auf schadhafte Stufen aufmerksam . Im Flur blies sie das Wachslicht aus . » Soll ich dir das hnübertragn ? « fragte sie , den mit den Geräten beschwerten Arm hebend . Er schüttelte den Kopf , nahm ihr das Grabzeug und die Laterne ab und schritt langsam von ihr hinweg