der mir im Busen wohnt , er kann nach außen nichts bewegen ? ! Beachten Sie das Zitat , es ist nicht aus dem Paul de Kock , sondern aus Goethe Faust . Sehen Sie mich nicht so groß an , ich studiere de Faust . Er liegt stets aufgeschlagen auf meinem Nachttische , und ich habe meinem Kerl strenge Order gegeben , ihn stets dort liegenzulassen . Ja , dieser Doktor Faust ! Es ist kaum glaublich , aber dessenungeachtet erschütternd wahr , ich fühle mich stellenweise ihm unendlich verwandt in meinen Empfindungen , und längst ist mir die dunkle Ahnung zur vollsten , klarsten Gewißheit geworden , daß auch für mich die höchste Tätigkeit , die letzte Rettung in einem großartigen Wasserbau , ganz abgesehen von dem Ewig-Weiblichen , liege . Mit ganzer Hingebung widme ich mich augenblicklich dem Studium der Dränage , und , auf Ehre , ich werde einst Ersprießliches dadurch auf unsern heimatlichen Gefilden zu Bumsdorf wirken ! Ja , drücken Sie mir nur die Hand , vielleicht ist der Augenblick , in welchem wir uns noch besser verstehen , in welchem wir einander noch näher treten werden , nicht allzu fern . Ach , Hagebucher , ich habe Sie immer für einen guten Gesellen gehalten , und es würde mich sehr alterieren , wenn Sie mich vielleicht für das Gegenteil hielten . « » Ich halte Sie für einen wackern , treuen Freund , für einen frohherzigen Kameraden und hoffe , daß dies immer so bleiben wird . Ha Monjoie , Crillon , ich glaube selber , wir werden einmal mit großem Behagen von diesen residenzlichen Tagen in der Fliederlaube an der Bumsdorfer Landstraße den Damen erzählen . Unter allen Umständen aber wollen wir uns tüchtig durchbeißen , und Ihnen , Bumsdorf , wünsche ich das beste Glück zu allen Ihren Wasser- und Landbauten . « » Amen ! « rief der Leutnant und setzte hinzu : » Sie haben keine Idee davon , wie sich der Mensch in unsern Verhältnissen abquälen muß , um zu irgendeinem Spaße zu gelangen . Von Vergnügen oder gar Gemütlichkeit ist natürlich nie die Rede , und ich kenne nur eine Person , welche noch schlimmer als unsereiner dran ist , und das ist meine Kusine Nikola von Glimmern . « » Nikola ! « Der Afrikaner , welcher seinen Besuch schon gegen die Tür begleitete und im Grunde froh war , daß derselbe endlich Abschied nehmen wollte , schob sich jetzt wieder schnell zwischen die Pforte und den Leutnant und rief : » Sie sollten doch noch einige Augenblicke verweilen , um mir noch ein Wort über jene Dame , deren Namen Sie soeben aussprachen , zu sagen . Sie wissen , welchen Anteil auch ich an ihrem Leben nehme , und dazu komme ich soeben von der Katzenmühle , von der Frau Klaudine . Sie werden während meiner Abwesenheit von der Stadt täglich mit Nikola in Verbindung geblieben sein ; ich bitte Sie herzlich , erzählen Sie mir noch etwas von ihrem Leben . Auch ich kann sagen , daß vielleicht eine Stunde nicht fern ist , in welcher ich Ihre ganze Kraft , Ihren besten Willen für diese Frau in Anspruch nehmen werde . « Der Leutnant legte seine Mütze wieder nieder und sah verwundert fragend auf den Afrikaner . Dann sagte er : » Was liegt eigentlich in der Luft , was geht so spukhaft auf den Zehen , kurz , Hagebucher - was geht vor ? Das ist ein Rauschen und Raunen von oben und unten , wie die Goldschnittpoeten sagen würden ; es läuft eine Wolke über unsern gesellschaftlichen Himmel und wirft einen eigenen Schatten über sämtliche Klatschrosen , Mohnköpfe , Hahnenkämme und Jungfern im Grünen dieses heillosen Nestes . Ein jeder scheint etwas zu riechen , weiß jedoch durchaus nicht , was ; Sie aber scheinen mir genauer in die Büchse gesehen zu haben . Was ist es , Hagebucher , was zieht sich zusammen um das Haus meines teuren Vetters Glimmern ? Ich bitte , wenn es irgend möglich ist , so geben Sie auch mir das Losungswort ; ich werde mir alles , alles , meinen Schnurrbart wie meinen Kopf für die Kusine abschneiden lassen . Sie zögern ? Nun , so will ich Ihnen einen neuen Beweis meines Vertrauens gehen , indem ich nicht weiter in Sie dringe . Aber eines fordere ich als mein Recht , Sie müssen mich rufen in der rechten Stunde . « » Ich danke Ihnen , Freund « , sagte Leonhard ernst ; » zur rechten Stunde rufe ich unter Ihrem Fenster , doch jetzt , wie lebt Nikola , seit - « » Seit Sie Ihre vortreffliche Vorlesung hielten , um dann in so überraschender Weise zu verschwinden ? O Freund , Sie könnten diese Frage zehntausend Sekondeleutnants vorlegen , und Sie würden immer die Antwort erhalten : Die Gnädige befindet sich vortrefflich , es ist eine amüsante Frau , welche es ausnehmend versteht , der Existenz die Lichtseiten abzugewinnen ; gestern auf dem Ball sah sie entzückend aus , und morgen auf dem Ball wird sie selbstverständlich wiederum die Herrlichste unter den Weibern , nämlich den verheirateten , sein . Ich aber , Hagebucher , ich seufze erbost : Was hat man aus der gemacht , und was hat die Närrin aus sich machen lassen ? Die Arme ! Ich habe mit ihr immer so gut gestanden , und in jener Zeit , als ganz Bumsdorf mich als den verruchtesten aller Sünder total aufgab , wagte sie allein , die in Wehmut und Entsetzen zerfließende Verwandtschaft auszulachen und den schönen Glauben an den Demant in meiner Seele , den Glauben an meine edlere Bestimmung festzuhalten . Ich werde ihr das nie vergessen ; aber der Teufel soll mich holen , wenn ich noch länger einen Fuß in ihr Haus setze , um mich über den Jammer zu Tode zu ärgern ! Ja , was sage ich da ? Muß ich