Eile , Mrs. Breidelford , gewaltige Eile - - wichtige Geschäfte wahrscheinlich - wieder vielleicht eine Freundin mit einem Besuch für einen ganzen Abend elend machen , oder einen guten Namen vernichten oder auch einmal zur Abwechselung eine Frau gegen ihren Mann aufhetzen - wäre noch gar nicht dagewesen - o Gott bewahre ! Was aber hat sie in aller Welt nur hier zu thun gehabt ? irgend eine Zusammenkunft ? oder war der Aufenthalt hier zufällig ? Weshalb aber bewies sie sich da so augenscheinlich verlegen ? « Smart fing an , die Straße gerade da , wo er sie zuerst gesehen hatte , zu untersuchen , um vielleicht Spuren andern Schuhwerks darauf zu erkennen . Obgleich er aber die Fußstapfen eines Männerschuhs zu sehen glaubte , die sich hier und da abgedrückt zeigten , so war er doch zu wenig geübt , zu wenig Waldmann , um auf dem betretenen Wege etwas Genaueres darüber bestimmen zu können . Er schüttelte also ein paar Mal gar bedeutsam mit dem Kopfe - schob seine Hände auf ihren alten Platz zurück , schritt wieder langsam weiter , und fiel genau in demselben Ton mitten im Liede wieder ein , wo er vorhin durch Mrs. Breidelford ' s Anblick unterbrochen worden war . Etwa eine Stunde später verließ die Dame zum zweiten Mal an diesem Tage dieselbe Straße und eilte , ohne sich höchst ungewöhnlicher Weise auch nur im Mindesten um das zu kümmern , was um sie her vorging , ihrem eigenen Hause zu . Am andern Ende der Straße aber folgte ihr ein , in die gewöhnliche Tracht der Landleute gekleideter Mann , den breiten Strohhut jedoch tief in ' s Gesicht gedrückt . Hinter ihm schloß sich bald darauf ihr Haus und wurde jetzt von innen fest verriegelt . 19. Der Van Buren . - Mr. Smart fügt sich dem Willen seiner Frau . Tom Barnwell hatte , wie schon früher erwähnt , seinen unglücklichen Schützling an Bord des Van Buren gebracht , und gab ihn hier , um allen lästigen Fragen überhoben zu sein , einfach für eine kranke Schwester aus , die er nach Helena zu Verwandten bringen wolle . Marie war dabei durch die gehabte Aufregung so erschöpft und angegriffen , daß sie , ohne auch nur die geringste Einwendung dagegen zu machen , Alles mit sich geschehen ließ . Die Kammerfrau der Kajüte erstaunte allerdings , als sie das durch die Dornen und Zweige zerrissene Oberkleid sah , und mochte wohl nach dem stieren , an Nichts haftenden Auge der Unglücklichen ihren wahren Zustand ahnen . Doch was kümmerte sich die Mulattin um den Zustand der Weißen ; sie hatte darauf zu sehen , daß ihre Kajüte , nicht das Hirn ihrer Passagiere in Ordnung sei , und sie bereitete ihr deshalb das Lager und überließ sie dann ihren eigenen wilden Phantasien und Traumgebilden . Der Van Buren war ein wackeres Dampfschiff , eins der sogenannten Clipper , die nach St. Louis oder Louisville und Cincinnati einlaufen , gewöhnlich mit einer Tafel vorn , auf welcher die Zeit ihrer Fahrt mit großen , weitscheinenden Zahlen gemeldet wird . In der That grenzt auch die Schnelle , mit welcher diese Boote oft ungeheure Strecken , und zwar gegen die starke Strömung des Mississippi - zurücklegen , an ' s Unglaubliche . So rühmte sich der Van Buren , auf seiner letzten Fahrt von New-Orleans nach Louisville nur eine halbe Stunde länger gebraucht zu haben als die Diana - welche Zeit er auf einer Sandbank im Ohio festgesessen haben wollte - und das war 5 Tage und 231 / 2 Stunden - eine Entfernung von 1350 englischen Meilen stromauf . Der Van Buren arbeitete denn auch diesmal gar wacker gegen die steigende Fluth an , und hoch und gewaltig tanzten und schlugen die Wogen hinter ihm drein und brachen sich in trübem , gährendem Schaum . In wenigen Stunden hätten sie Helena erreichen müssen , gerade aber an jener , schon mehrmals erwähnten runden Weideninsel war der Lootse , der den Ohio vielleicht gut genug kannte , diesmal aber zuerst den Mississippi , und zwar nach seinem » Navigator « befuhr , zu nahe an die kleine Insel hinangerathen und aufgelaufen , und konnte , trotz dem gewaltigen und stundenlangen Arbeiten der Maschine nach rückwärts , nicht wieder loskommen . Da sie nun endlich sahen , daß jeder weitere Versuch nutzlos , die Nacht dagegen eingebrochen war und der Fluß mit jeder Stunde stieg , so hofften sie , mit Tagesanbruch vielleicht schon selber flott zu werden , und versuchten deshalb mit der Jolle an ' s Ufer zu fahren und ein Springtau dort irgendwo zu befestigen . Es geschah das nur deshalb , damit sie , wenn sie wirklich loskämen , nicht wieder mit der Strömung hinabtrieben . Die mit der Befestigung des Taues beauftragten Leute fanden indeß ein schwereres Geschäft , als sie im Anfang vermuthet haben mochten . Die ganze Insel war allerdings dicht mit Bäumen bewachsen , jedoch nur mit schwachen Baumwollenholzstämmen , die kaum ein Flatboot , viel weniger denn ein so schweres Fahrzeug gehalten hätten . An dem äußern Rande der Insel stand dabei der junge Aufwuchs , lauter Schößlinge der Baumwollenholzbäume , und diese , die starr und dicht wie Schilf aus dem schon etwas angeschwellten Mississippi herauswuchsen , verweigerten dem breiten Bug der Jolle hartnäckig den Eingang . Die ersten bogen sich zwar , wenn die Matrosen mit allen Kräften dagegen ruderten , elastisch zur Seite , wie Stahlfedern preßten sie aber dann auch augenblicklich mit rückwirkendem Druck wieder gegen das Boot an , sobald die Ruder nur einen Moment aufhörten zu arbeiten . Die Matrosen mußten den Versuch endlich aufgeben und hinein in das hier etwa drei Fuß tiefe Wasser springen , was des Triebsandes wegen an und für sich schon mit großer Gefahr verknüpft war . Mit vereinter Anstrengung zogen sie nachher das lange schwere Tau so weit inselwärts , als ihnen das möglich war , schlugen