ihm rede , so wäre noch etwas mit ihm zu machen und bei einem rechten Mann könnte es noch eine recht vernünftige Frau abgeben . Das alles ging nur in Ulis Kopf vor , allein es ist nichts so rein gesponnen , es kömmt doch endlich an die Sonnen . Die Reise hatte Elisi und Uli vertraulicher gemacht , es war ein anderer Ton , in dem sie zueinander redeten , und mit den eigenen Augen eines gewissen Einverständnisses blickte ihn ds Elisi an . Uli freilich suchte die Augen zu meiden , besonders wenn sie in Vrenelis Gesichtskreis waren . Denn so wie Elisis Reichtum ihn alle Tage heftiger lockte , so schien ihm Vreneli alle Tage hübscher und anschlägiger . Am besten , dachte er oft , würde es gehen , wenn Vreneli bei ihnen bleiben und die Haushaltung machen wurde . Mehr als früher zog Elisi Uli nach , und wenn es an einem Sonntagnachmittag einen Augenblick alleine mit ihm in der Stube war , so ruhte es nicht , bis es ans Küssen kam . Es wäre für sein Leben gerne wieder einmal mit ihm ausgefahren , allein es wußte nicht wohin , und an die Märkte kamen Vater oder Mutter mit . Indessen , hätte Uli Böses im Sinne gehabt und auf schlechtem Wege zu einer Heirat kommen wollen , wie man deren Beispiele von Schlechtern , als Uli war , viele hat , Elisi hätte Gelegenheit genug dazu gegeben und in sich nichts getragen , das ihns davor geschützt . » Uli , bis nit so schüch ! « hatte es vielleicht noch gesagt . Aber Uli war brav , begehrte nichts Böses , mied solche Gelegenheiten , ging der Anlässigkeit von Elisi recht oft aus dem Wege , wollte viel lieber Elisi verdienen als verfuhren . Er arbeitete um so emsiger , ließ sich alles besonders angelegen sein und wollte sich das Lob erwerben : wenn er schon jetzt nicht reich sei , so könne es ihm bei solcher Anstelligkeit nicht fehlen , es zu werden . Das , glaubte er , werde so viel bei den Eltern ziehen als viele tausend Pfund . Er dachte nicht an das Schreckenswort : Ume dr Knecht ! Nun aber hatten die Nebendiensten auch Augen im Kopf , und weit eher , als Uli noch an etwas gedacht , hatten sie Elisis zutäppisches Wesen bemerkt und Uli damit aufgezogen . Sie schrieben immer mehr seine Tätigkeit der Absicht zu , Tochtermann zu werden . Die Veränderung seit der Reise blieb ihnen nicht verborgen . Sie ersannen allerlei Märlein über die Vorginge auf derselben , stichelten Uli ins Angesicht und verleumdeten hinter seinem Rücken . Alle Zumutungen , die er machte , deuteten sie , als ob er sich nur auf ihre Kosten wert machen wolle , nahmen sie daher böse auf , stellten sich ungebärdig und dachten , dem wollten sies vrha . Sie paßten Elisi und Uli auf , wo sie nur konnten , suchten ihr zufällig oder absichtlich Beisammensein zu stören oder zu belauschen , allerhand Schabernack ihnen zu machen , und hätten gar gerne irgend ein grobes Ärgernis aufgedeckt , aber dazu gab Uli keine Gelegenheit . Noch ging die Wage bei ihm auf und ab . Es erleidete ihm manchmal Elisi und das Dasein in der Glungge , daß er gerne hundert Stunden da dänne gewesen wäre . Das Mädchen aber ward immer verliebter , kramete Uli bei jeder Gelegenheit , verehrte ihm mehr , als er annehmen wollte , tat so narrochtig mit ihm , daß es endlich selbst den Eltern auffiel . Joggeli muckelte : Da hatte man es jetzt , da könne man sehen , was Uli eigentlich im Schilde führe , dem wolle er aber einen Strich durch die Rechnung machen . Indessen tat er nichts ; insgeheim hätte er es seinem Sohn , der ihn so oft bschummelte , gönnen mögen , wenn Elisi einen dummen Streich gemacht und hätte heiraten müssen . Die Mutter nahm das mehr zu Herzen und sprach Elisi zu : Es sollte doch mit Uli nicht so narrochtig tun und auch denken , was die Leute sagen und wie sie es auf die Trommel nehmen werden . Es schicke sich doch wahrhaftig nicht für ein reiches Meitschi , mit einem Knecht zu tun wie mit einem Schatz . Nit , sie hätte nichts wider Uli , aber er sei doch immer nur der Knecht , und es werde doch keinen Knecht wollen . Dann plärete ds Elisi und sagte : Es sei alles nicht recht , was es mache , man hätte in Gottsname immer mit ihm zu balgen ; bald halte man ihm vor , es sei zu hochmütig , bald , es mache sich zu gemein . Wenn es mit einem Knecht ein freundlich Wort rede , so mache man ihm einen Lärm , einen ärgern könnte man ihm nicht machen , wenn es schwanger wäre . Aber man gönne ihm in Gottsnamen keine Freude und alles sei nur auf ihm . Es wäre ihm am wöhlsten , wenn es bald sterben könnte . Und Elisi plärete dabei immer heftiger , bis es keinen Atem mehr hatte , die Mutter in aller Eile das Göllert auftun mußte und wirklich glaubte , das Elisi wolle sterben . Dann schwieg die gute Mutter wieder , denn sie wollte wirklich nicht , daß ds Elisi sterbe . Sie klagte nur zuweilen Vreneli , sie wisse nicht , was sie da machen solle . Tue sie wüst , so wär ds Elisi imstand , etwas Ungeschicktes zu machen ; lasse sie es gehen und geschehe dann wirklich auch etwas Ungeschicktes , so werde sie an allem schuld sein sollen und man werde sagen , warum sie nicht zu rechter Zeit dazu getan . Aber einmal jetzt wüßte sie nichts zu machen . Über den Uli könne sie nicht klagen , er führe sich vernünftig auf und sie glaube , es sei ihm eher zuwider