das heißt , mit dem Küchenflur zu beginnen und mit der Kammer abzuschließen , jedenfalls aber nichts übereilen zu wollen . Die Tür war nur eingeklinkt . Sie wurde geöffnet und der Holzkloben vorgelegt , um mit Hilfe des nun einfallenden Tageslichts bis in alle Winkel hineinsehen zu können . In der steinharten Lehmdiele des Fußbodens konnte nichts vergraben sein ; so blieb nur noch der Herd und gegenüber dem Herde der Kamin , von dem aus der Stubenofen geheizt wurde . Aber die Nähe des Feuers ließ ein Versteck an dieser Stelle nicht als wahrscheinlich annehmen . Ebenso war der nach innen zu liegende Schwellstein , der durch diese seine verwunderliche Lage Verdacht erwecken konnte , viel zu groß und schwer ; Lewin und Kniehase müßten sich umsonst , ihn von der Stelle zu rücken . In der Küche war also nichts ; so trat man denn in die Stube . Die großen Vögel in den Bauern saßen schon an den Vorderstäben und blickten auf die fremden Besucher . Diese fingen jetzt an , ihre Aufgabe zu teilen . Pachaly , das rot und weiß karierte Deckbett zurückschlagend , fühlte mit der Hand in den Kissen , dann in den Strohsäcken umher , während Berndt ringsum die Wände , Tubal die Fliesen des verhältnismäßig hohen Ofenfundaments beklopfte . Überall nichts . In das offenstehende Tellerschapp , in Schrank-und Tischkästen hineinzusehen verlohnte sich kaum ; die frischgescheuerten Dielen waren aus einem Stück und liefen vom Fenster bis an die Wand gegenüber ; nirgends ein Einschnitt oder sonst Verdächtiges . Es mußte also in der Kammer sein . Die Kammer , ein dunkler Alkoven , hatte nur wenig über sieben Fuß im Quadrat . Es war darum für fünf Personen fast unmöglich , sich darin zu drehen und zu bewegen , weshalb Berndt und Kniehase , beide ohnehin belästigt durch die stickige Luft des überheizten Zimmers , vor die Tür traten , wohin ihnen Lewin , nachdem er vergebliche Versuche gemacht hatte , sich mit einem schwarzen , auf der Brust rotbetüpfelten Vogel anzufreunden , einige Minuten später folgte . Nur Tubal und Pachaly waren noch in der Kammer . Sie zündeten ein Licht an und begannen auch hier mit Klopfen an den Lehmwänden hin . An der einen Seite , wo die großen Kräuterbüschel an vier oder fünf dicken Pflöcken hingen , hatte dies seine Schwierigkeiten . Es gelang aber ; freilich ohne besseres Resultat als in Flur und Stube . » Wir werden den Scharwenkaschen Hütejungen holen müssen « , sagte Tubal , » der hat die besten Augen . « » Nicht doch « , sagte Pachaly , » dem ist sein Ruhm und die versprochene Pelzmütze schon zu Kopf gestiegen . Ich kenne den Jungen . Er sieht nicht besser als andere , er weiß nur besser Bescheid , denn er ist selber vom Forstacker und kennt alle Schliche und Wege , die das Gesindel geht . « » Mag sein . Aber wo sollen wir noch suchen ? An den Wänden keine hohle Stelle ; die Dielen aufgenagelt , und in dem ganzen Alkoven nichts drin als diese rotgestrichene Kommode mit zwei leeren Schubkästen . Es kann doch nichts hier über uns in der Decke stecken ? Hoppenmarieken ist ein Zwerg und reicht mit ihrer Hand keine fünf Fuß hoch . « » Nicht in der Decke , junger Herr ; aber hier um die Kommode herum muß es sein . Solche Kreaturen wie Hoppenmarieken sind eitel , putzen sich und zeigen allen Leuten gern , was sie haben . Warum hat sie die Kommode in die dunkle Kammer gestellt , wo sie niemand sieht ? Das bedeutet was ! « » So sehen wir nach « , sagte Tubal , schob den Gegenstand von Pachalys Verdacht rechts weg gegen den großen Gundermannsbüschel , der bei dieser Gelegenheit raschelnd vom Pflock fiel , und trat nun , dicht an der Wand , auf die breite Mitteldiele , deren linkes Ende gerade hier durch die darüberstehende Kommode verdeckt gewesen war . Im selben Augenblicke senkte sich das Brett , dem an dieser Stelle die Balkenunterlage fehlte , um mehrere Zoll und hob sich , nach Art eines in der Mitte aufliegenden Wippbrettes , an der entgegengesetzten Seite in die Höhe . » Dacht ich ' s doch « , sagte Pachaly , sprang herzu und stellte die Diele , die sich unschwer entfernen ließ , beiseite . Was sich jetzt zeigte , war immer noch überraschend genug . Der ganzen Länge des Brettes entsprechend , war das Erdreich herausgenommen und bildete eine ziemlich flache Rinne , die sich nur nach links hin , wo das Brett aufwippte , zu einer mehr als zwei Fuß tiefen Grube vertiefte . Zwischen beiden war alles derartig geschickt verteilt , daß sich die flache Rinne als das Schnitt- und Kurzwarengeschäft , die vertiefte Grube aber als das Kolonialwarenlager Hoppenmariekens ansehen ließ . Pachaly begann jetzt auszupacken und reichte , was sich an Gegenständen vorfand , Tubal zu , der es in Ermangelung eines besseren Platzes auf Hoppenmariekens Bett legte . Es waren Schürzenzeuge , ein Stück roter Fries , ein Rest von geblümtem Sammetmanchester , bunte Haubenbänder und schwarzseidene Tücher , wie sie die Oderbrücherinnen als Kopfputz tragen . In der Grube fanden sich Beutel mit Zucker , Kaffee , Reis , darüber in Stangen geschnittene Seife und Talglichte , die oben an den Dochten wie zu einer großen Puschel zusammengebunden waren . Aus allem ergab sich , daß Hoppenmarieken mit Hilfe dieses Warenlagers einen Handel trieb und Gegenstände , die sie von Küstrin oder Frankfurt aus mitbringen sollte , so weit wie möglich aus ihrem eignen Hehlervorrat zu nehmen pflegte . Das Brett wurde nun wieder aufgelegt , es paßte wie ein Deckel . Auch die Nägel , die einer rechtmäßigen Diele zukommen , fehlten nicht ; sie waren aber vor dem Einschlagen mit der Zange kurz abgekniffen und hatten keinen anderen Zweck , als nach oben hin die Köpfe