nach mehr zusammengebracht , als wir anfänglich glaubten . Da ist der schneeige glatte Bergahorn , der Ringelahorn , die Blätter der Knollen von dunkeln Ahorn - alles aus den Alizgründen - , dann die Birke von den Wänden und Klippen der Aliz , der Wachholder von der dürren , schiefen Haidefiäche , die Esche , die Eberesche , die Eibe , die Ulme , selbst Knorren von der Tanne , der Haselstrauch , der Kreuzdorn , die Schlehe und viele andere Gesträuche , die an Festigkeit und Zartheit wetteifern , dann aus unseren Gärten der Wallnußbaum , die Pflaume , der Pfirsich , der Birnbaum , die Rose . Eustach hat die Blätter der Hölzer alle gemalt und zur Vergleichung zusammengestellt , er kann Euch die Zeichnung einmal im Asperhofe zeigen und die vielen Arten noch angeben , die ich hier nicht genannt habe . In der Holzsammlung müssen sie ja auch vorhanden sein . « Ich betrachtete die Sachen genauer . Die Erlenblätter , von denen mir mein Gastfreund im vorigen Jahre gesagt hatte , daß sie an einem anderen Orte verwendet worden seien , waren in der Tat außerordentlich , so feurig und fast erhaben , auch ungemein groß , alles andere Holz , wie zart , wie schön in der Zusammenstellung , daß man gar nicht ahnen sollte , daß dies in unseren Wäldern ist . Und die Gestalten der Geräte , wie leicht , wie fein , wie anschmiegend , sie waren ganz anders , als die jetzt verfertigt werden , und waren doch neu und für unsere Zeit passend . Ich erkannte , welch ein Wert in den Zeichnungen liege , die Eustach habe . Ich dachte an meinen Vater , der solche Dinge so liebt . Ach wenn er nur hier wäre , daß er sie sehen könnte . Mir war , als gingen mir neue Kenntnisse auf . Ich wagte einen Blick auf Natalie , ich wendete ihn aber schnell wieder weg ; sie stand so in Gedanken , daß ich glaube , daß sie errötete , als ich sie anblickte . Mathilde sagte zu Eustach : » Es ist im Verlaufe der Zeit , ohne daß eine absichtliche Störung vorgekommen wäre , manches hier anders geworden und nicht mehr so schön als anfangs . Wir werden es einmal , wenn Ihr Zeit habt und herüber kommen wollt , ansehen , Ihr könnt die Fehler erkennen und Mittel zur Abhilfe an die Hand geben . « Wir gingen nun weiter . Durch eine geöffnete Tür gelangten wir in Zimmer , welche in einer anderen Richtung des Hauses lagen . Die durchwanderten hatten nach Süd gesehen , diese sahen nach West . Es war ein großer Saal und zwei Seitengemächer . Waren die früheren Zimmer lieb und wohnlich gewesen , so waren diese wahrhaft prachtvoll . Der Saal war mit Marmor gepflastert , die Zimmer hatten altertümliche Wandbekleidung , altertümliche Fenstervorhänge und altertümliche Geräte , der Fußboden des Saales enthielt die schönsten , seltensten und zahlreichsten Gattungen unsers Marmors , nach einer Zeichnung eingelegt , und so geglättet , daß er alle Dinge spiegelte . Es war der ernsteste und feurigste Teppich . Wir mußten hier auch Filzschuhe anlegen . Auf diesem Spiegelboden standen die schönsten und wohlerhaltensten alten Schreine und andere Einrichtungsstücke . Es waren hier die größten versammelt . In den zwei anstoßenden Gemächern standen auf feurig farbigen Holzteppichen die kleineren , zarteren und feineren . Waren gleich die altertümlichen Geräte nicht schöner als die bei meinem Gastfreunde - ich glaube , schönere wird es kaum geben- , so zeigte sich hier eine Zusammenstimmung , als müßten die , welche diese Dinge ursprünglich hatten herrichten lassen , in ihren einstigen Trachten bei den Türen hereingehen . Es ergriff einen ein Gefühl eines Bedeutungsvollen . » Die Marmore « , sagte mein Gastfreund , » sind aller Orten erworben , geschliffen , geglättet und nach einer altertümlichen Zeichnung vieler Kirchenfenster eingesetzt worden . « » Aber daß Ihr die Geräte so zusammen gefunden haßt , daß sie wie ein Einziges stimmen , ist zu verwundern « , sagte ich . » Also empfindet Ihr , daß sie stimmen ? « erwiderte er . » Seht , das ist mir lieb , daß Ihr das sagt . Ihr seid ein Beobachter , der nicht von der Sucht nach Altem befangen ist , wie uns unsere Gegner vorwerfen . Ihr empfangt also das Gefühl von den Gegenständen , und tragt es nicht in dieselben hinein , wie auch unsere Gegner von uns sagen . Die Sache aber ist nur so : als man die Nichtigkeit und Leere der letztvergangenen Zeiten erkannte , und wieder auf das Alte zurück wies , und es nicht mehr als Plunder und Trödel ansah , sondern Schönes darin suchte : da geschahen freilich törichte Dinge . Man sammelte wieder Altes und nur Altes . Statt der neuen Mode mit neuen Gegenständen kam die neueste mit alten Gegenständen . Man raffte Schreine , Betschemel , Tische und dergleichen zusammen , weil sie alt waren , nicht weil sie schön waren , und stellte sie auf . Da standen nun Dinge beisammen , die in ihren Zeiten weit von einander ablagen , es konnte nicht fehlen , daß ein Widerwärtiges herauskam , und daß die Feinde des Alten , wenn sie Gefühl hatten , sich abwenden mußten . Nichts aber kann so wenig passen als alte Dinge von sehr verschiedenen Zeiten . Die Voreltern legten so sehr einen eigentümlichen Geist in ihre Dinge - es war der Geist ihres Gemütes und ihres allgemeinen Gefühlslebens - , daß sie diesem Geiste sogar den Zweck opferten . Man bringt Linnen , Kleider und dergleichen in neue Geräte zweckmäßiger unter als in alte . Man kann daher alte Geräte von ziemlich gleicher Zeit , aber verschiedenem Zwecke ohne große Störung des Geistes der Traulichkeit und Innigkeit , der in ihnen wohnt , zusammenstellen , während von unseren Geräten , die keinen Geist , aber