gehorchest , und er sag mir ' s ins Gesicht , daß so eine ungleiche Heirat eine rechte Dummheit sei und auch ein bös End nehmen werd , aber er hab jetzt sein Gewissen salviert und uns gewarnt ; morgen werd er uns proklamieren . « » Er soll uns ausrufen und einsegnen , nachher mag er schwätzen , soviel er will . Jetzt ist ' s gewonnen . « Als er von ihr wegging , begegnete er seiner Schwester Magdalene , die eben über die Gasse ging . » Du « , sagte er seelenvergnügt , » morgen werd ich von der Kanzel runtergeschmissen . Du gehst doch auch in die Kirch ? « » Ach Gott , ist ' s so weit ? « rief sie . » Ja , wenn ich kann , will ich gehen . « » Können ! « sagte er , » ich hab noch nie gehört , daß die Weibsleut nicht in die Kirch gehen können , sonderlich , wenn ' s Neuigkeiten drin gibt . « » Weiß ' s denn der Vater schon ? « fragte sie . » Grad will ich zu ihm . « » Er erfährt ' s jetzt gleich . Wir haben einen Weg . « » So , du bist also jetzt majorenn , und ich hab dir nichts mehr zu befehlen ? « sagte der Sonnenwirt , als sein Sohn ihm die Neuigkeit angekündigt hatte . » Nun , jetzt kannst du freilich tun , was du willst , aber ich bin jetzt auch nicht mehr verantwortlich dafür . « » Vater « , sagte die Chirurgin , » der Bruder fragt , ob ich morgen in die Kirch geh . Gehet Ihr ? « » Es wär schon not , daß man für ihn beten tät « , sagte die Sonnenwirtin , die sich der Antwort bemächtigte ; » aber ich sorg nur , die Leut könnten ' s so ansehen , als ob wir unsre Billigung dazu gäben , und der Vater wälzt ja selber alle Verantwortung von sich ab . « » Ich sag nicht , du sollest daheim bleiben « , antwortete der Sonnenwirt seiner Tochter , » und dein Mann kann ' s dir auch nicht verbieten , in die Kirch zu gehen . Auch wär ' s christlich , wenn ' s einmal sein soll , daß wenigstens eins von der Familie dabei wär . Aber ich kann mich nicht dazu entschließen , ich tät mich ja selber aufs Maul schlagen . « » Aus Christenpflicht ging ich auch gern dazu « , nahm wieder die Sonnenwirtin das Wort , » aber ich könnt ' s nicht prästieren , den Blicken so ausgesetzt zu sein , denn natürlich , die ganz Gemeind guckt uns an , wenn wir gegenwärtig sind . Ich weiß nicht , mit was ich die Straf verdient haben sollt , ich hab mich nicht vergangen . « » Das ist wahr « , seufzte die Chirurgin , » ich könnt die Augen nicht auftun und tät ' s doch spüren , wie ich die Zielscheib wär , und alle Andacht wär mir verdorben . « Die Türe ging auf , und der Krämer trat mit seiner Frau herein . » Ich muß um Entschuldigung bitten « , sagte er , » daß ich in meinen Hauspantoffeln komm , aber es läßt mir keine Ruh . Weiß ' s denn der Herr Vater schon ? Es ist im ganzen Flecken herum , daß der Schwager morgen mit seiner Jungfer Christine proklamiert werd . Ist ' s denn wahr ? Was , und die Familie erfährt so was zuletzt ? « » Das wird aber morgen ein Geläuf sein ! « rief die Krämerin . » Mein Mann , der los Vogel , hat gesagt , wir könnten einen hübschen Profit machen , wenn wir unsern Kirchenstuhl vermieten täten . Gebt acht , morgen gibt ' s am heiligen Ort Händel , denn ' s fehlt an Platz . « » Wir reden eben davon , ob wir auch gehen sollen « , sagte die Sonnenwirtin , » aber die Chirurgussin und ich , wir meinen , wir könnten ' s nicht aushalten , wenn einen alles so ansieht . « » Herr meine Sünd ! « schrie die Krämerin . » Ich weiß nicht , was mir für ein Unglück passieren könnt , wenn alles um mich rum druckt und guckt und murmelt ! Da könnt mich ja was ankommen , wovon man in Ebersbach noch nach hundert Jahr reden tät . « » Schad ist ' s aber doch , wenn wir drum kommen « , sagte der Krämer . » So ein Paar sieht man nicht alle Tag . Er ist so mager und sie so dick . « » Sie wird mich schon pflegen , daß ich wieder zu Kräften komm « , versetzte Friedrich , der alle diese Stiche mannhaft verbiß . Doch war er froh , sich mit einem Scherzwort loskaufen zu können , und beurlaubte sich von der Familie , ohne die Bitte , die er an ein sonst geliebtes Mitglied derselben gerichtet hatte , bei den andern zu wiederholen . Er brachte den Rest des Tages bei seiner Braut und den Ihrigen zu , wo es ungeachtet des Mangels und der Ungewissen Aussicht in die Zukunft sehr heiter zuging . Der Hirschbauer sprach an diesem Tage zum erstenmal wieder seit langer Zeit und konnte aufrecht im Bette sitzen . Aus jedem Worte aber , das der Bräutigam redete , gab sich das befriedigte Selbstgefühl zu vernehmen . Er konnte jetzt seinem Mädchen und ihrer Familie Wort halten . Als er abends heimkam , nahm ihn sein Vater auf die Seite . » Laß mit dir reden « , sagte er . » Jetzt hast du alles noch in der Hand . Ein Wort beim Pfarrer , und die Proklamation unterbleibt . Ich will dir was sagen : wenn