; das sind kühle Wolken , erquickender Regenschauer im Leben . - Der lächelnde Mund kömmt näher , er küßt Euch die Tränen von den Wangen , dies ist Regen und Sonnenschein zugleich , eine Art Aprilwetter , das man Laune nennt und auf welches gemeinlich der herrliche Regenbogen erfolgt , der Friedensbote von Gott gesandt , der die Weltanschauung in ein freudiges Licht stellt und Milde nach dem Sturm verkündet . So geht es auch mir . Oft hängt die Träne auf der lächelnden Lippe , und der Friede sieht aus den Augen , von denen die Träne eben hinabrollte . Wenn nun aber der lächelnde Mund nicht gleich bereit ist , die Träne zu empfangen , das heißt , wenn der Regenbogen nicht gleich erscheinen will , so entsteht daraus die Trauer , die Dich ängstigt , und die Du mir für diesmal vergeben mußt , weil ich Dir mit Wahrheit den Beweis geben kann von meiner Liebe zu Dir , daß mir nichts mehr weh tun wird , was Du auch unternimmst , daß ich alles um Deinetwillen lieben werde , was Du Dir aus voller warmer Seele aneignest ; ich weiß ja , daß Du meinen Anteil an Deinem Glück nicht verschmähest , mehr begehre ich nicht . Sieh , ich denke oft , ehe man eine Hand umwendet , ist es anders mit des Menschen Gedanken und Träumen und Entschlüssen . Also mag auch noch vieles geschehen , wovon jetzt unser Herz nichts ahnt , und was es traurig machen würde , wenn es das jetzt schon wüßte ; denn wenn wir nur bemerken wollen , wie oft kein Pulsschlag , kein Wink mehr von Dingen da sind , von denen wir uns nie zu trennen glaubten . Es ist eigentlich entsetzlich ! - Man darf nicht viel dran denken , denn sonst erscheint einem das Leben wie ein alter Mann , der eine kindische Neuigkeit mit wichtiger Miene uns hinterbringt , um uns etwas weiszumachen , und dem wir auf die Spur gekommen sind und nun nichts mehr glauben wollen , und wenn wir denn immerfort denken und grübeln wollen , so werden wir am Ende wie spukende Geister und spazieren ewig unter unsern alten Ruinen herum , indessen die übrigen sich schon neue Gebäude aufgeführt haben . Freilich , wenn freundliche Jäger sich gerne in solche Schlösser verlieren , sich nicht vor dem geistigen Druck der geistigen Hand fürchten , unerschrocken den glühenden Becher kredenzen , mitwandlen in stiller Mondnacht über Flur , Berg und Tal und Strom , leise durch die Flut rauschen . - O blieb es ihm immer so kühl bis ans Herz wie dem Fischer ! O könnte er doch immer aus Thulens Becher trinken , trinken bis zum Hinsinken , wo er begraben liegt . Clemens , Dein Lied hat mich erfreut - es gibt eine Zeit im Jahr , wo die Bäume so festlich rauschen , geschmückt mit ihrem Laub , als ob sie den Bräutigam erwarten , und wenn wir wissen wollen , was denn die eigentliche Macht ihrer Schönheit ist , so ist ' s immer ihre eigne Gestalt ! So ist ' s mit Deinem Lied , vielleicht auch mit Deinem Charakter , mit allem , was aus Dir hervorgehen wird noch ! - Es ist , als ob es die Vorbereitung einer festlichen Zeit sei , und wenn wir uns näher ihm vertrauen , so ist es immer wieder es selbst ! Du bist es selbst , das Glück , auf das Du Dich so festlich vorbereitest , das Glück , dem Du Dich anvertraust . Soeben habe ich Sophiens Brief erhalten , er ist zu freundlich gegen mich . Wirklich , ich verdiene es nicht . Sie sollte mich schelten , daß ich die ganze Zeit so mürrisch gegen sie war , und nun unterwirft sie sich meinem Urteil ! - Was soll ich darauf sagen ? - Clemens , was ist dies Verehren , was sich auf nichts reimen will in mir ? - Ihr kommt mir vor wie einer , der den heiligen Geist erwartet , und weil da grade eine Taube sich zu Euerm Fenster gewöhnt , so empfangt Ihr sie mit großer Begeistrung ! Und doch Deine Begeistrung hat mehr heiligen Geist in sich als die Taube , die nur ein paar Futterkörnchen sucht . In wenig Tagen schreib ich an Sophie ; daß die Post mir auf dem Nacken sitzt , merkst Du am kurzen Atem meines Briefs . Wir gehen in wenig Tagen nach Schlangenbad ; verzögre Deine Reise , bis wir zurückkommen , denn hier bleiben kann ich nicht , schon der Gedanke an andre Luft sagt mir , ich soll gehen . Apropos von der Großmama , die schon mit Deinem Vorhaben uns benachrichtigte , noch ehe die Propheten und Vorläufer Deinen neuen Glauben verkündet hatten , die also aus dem Urborn geschöpft haben muß , nämlich aus Handbrieflein von Weimar . - Daß ich krank gewesen , ist auch wahr , ich habe Dir nichts davon gesagt , weil ich Dir erst schrieb , als ich schon wieder besser war und Dir keinen unnützen Schrecken einjagen wollte . Ich möchte Dir gern noch viel Liebes sagen und meiner Treue Dich versichern , sowie auch Sophie , aber wirklich , die Zeit will nicht warten . Adieu , ich umarme Euch tausendmal . Bettine Liebe Bettine ! Deinen unendlich liebevollen , seelenvollen Brief habe ich heute morgen im Bette erhalten , er hat mich aufgeweckt , und ich habe ihn gebetet . Sei zufrieden , mein Kind , es hat sich alles so gewendet , wie Du es wünschtest , Sophie wird mein Weib nicht , aber meine liebe , sehr liebe Freundin . Sie selbst hat freiwillig nach reifer Überlegung dieser Verbindung entsagt , aber sie kann nicht leben ohne mich , und sie ist entschlossen , nach Marburg zu ziehen , um meine und Savignys Gesellschaft zu genießen . Ich habe ihr