wieder zweg , » was ist für Zeit ? Es wird Zeit sein zum Feuern , geh und mach zweg ; es muß zweggmacht sein für die Säu , u für us geyhts de grad i eym , u was de nit da ist , cha hingernache luege . « Anne Mareili , ein getreuer Adjutant , jedoch ohne galonierte Hosen ( die Obersten sollen galonierte Schnäuze kriegen nächstens , an Geflemmten wolle man den Effekt probieren , heißt es ) , fütterte die Schweine an der Mutter Statt . Wie es eben dran war , den Trog zu putzen , kam der Vater daher , tat die Türe auf zum Stall , und wie Anne Mareili das Herz klopfte , während der Vater die Schweine besah , aber nicht wegen den eigentlichen Schweinen , sondern wegen Kellerjoggi , das begreift niemand , als wem einmal an Vaters Lippen ein Urteil gehangen hat , das , wie eine Kartätsche in den Leib , schlagen konnte in das Lebensglück . » Die tun nicht bös « , sagte er ; » am kalten Märit können wir zwei vorab den Burgdorf-Metzgern geben , öppe eim , der Geld hat ; wenn wir die andern ausmästen bis Lichtmeß , so wiegt jede drei und einen halben Zentner , und wennd morn mitwillst düruf , so mach , daß du vor den Fünfen zweg bist . « Man sagt bald , es sei einem gewesen , als ob Feuer durch einen durchgefahren oder als ob man einen mit Wasser beschüttet hätte über und über , aber wie es Anne Mareili war , das konnte es nicht sagen . Es wußte nicht , tanzte es mit dem Säutrog oder fuhr es mit samt dem Haus durch die Luft , und ehe es begriff und antworten konnte , war der Vater fort und gab den Rossen zu fressen , brummend über die Liederlichkeit des jungen Volkes , das um sechs Uhr noch nicht heim sei , nicht ausgehudelt habe , wohl , denen wolle er . Er dachte halt nicht daran , daß jeder meinte , der Meister , weil er so früh ausgegangen , werde auch spät heimkommen , darnach sich richtete und verrechnete , so gut der Meister sich selbst verrechnet hatte . Der war auch ausgegangen , um zufällig den Kellerjoggi anzutreffen , und traf denselben richtig auch an , aber nicht wie er gehofft hatte . Derselbe tat gar kaltblütig , weder verblüfft noch zornig , brachte es ihm schön , als er hineinkam , sagte bloß im Vorbeigehen , er sei letzthin nicht gekommen , er hätte öppis Rückeweh gehabt , aber die andere Woche werde es sich wohl geben , wenn er öppe Zeit hätte . Der Dorngrütbauer nahm das hin und sagte bloß , er wisse nicht , was es gebe , könne nichts versprechen , es gebe manchmal etwas ungsinnet . Darauf sprach er von gleichgültigen Dingen . Wie er den Schoppen aus hatte , brach er auf , gäb wie man ihn bleiben hieß . Er müsse gehen noch etwas schauen , sagte er , wenn es einem an etwas gelegen sei , so müsse man gehen , während es noch Zeit sei , mit dem Warten habe man schon manches versäumt , dann sei man reuig und es nütze doch nichts . Das ging dem Kellerjoggi hinein ; er drehte die Rede lang um und um und dachte : Ist das ghaue oder gstoche ? Er wird einen nur glustig machen wollen , meinte er endlich , aber er ist am Lätzen ; wenn die Katzen Mäuse fangen wollen , so müssen sie der Sache wohl abpassen . Aber zu listig kann man manchmal auch sein , und Abpassen und Verpassen ist einander nahe verwandt . Anne Mareili konnte vor Freuden der Mutter den erhaltenen Bericht fast nicht sagen , setzte aber doch hinzu : » Mutter , gehe du mit dem Vater ; du bist so lang nie von Hause weg gewesen und noch gar nie dort oben . « Die Mutter hatte es ungern , daß der Vater das Meitschi auserlesen , und zürnte es , wie es so geht , auch an der Tochter , die sich dessen nichts vermochte . » Wenn er mich wollte « , sagte sie , » so hätte er es mir anerboten ; aber ich weiß wohl , er schätzt mich nichts und schämt sich meiner , und wenn er mir jetzt schon zehn Batzen geben wollte , daß ich mitgehen sollte , er könnte mir küderlen . « Das wäre zu probieren gewesen ; aber was der Bauer einmal wollte , daran war wenig mehr zu ändern , und an diesem gar nichts . Die Mutter hatte allerdings recht , er schämte sich ihrer , sie war ihm zu ungattlich und redete ihm nie recht . Gab sie ihm recht , so war es ihm nicht recht , widerredete sie ihm , so ward er erst böse . Sie hatte es bös treffen . Seine hübsche Tochter hatte er viel lieber neben sich ; er hatte eine gewisse Meinung mit ihr , die sich in ihrem Grunde nicht viel von der Meinung unterschied , die man mit einem schönen Roß hat oder einer aparti stolzen Kuh und daß man lieber mit einem Engländer ausfährt als mit einer Mähre , welche halb von den Mäusen gefressen ist . Er schmunzelte allemal , wenn einer sein Meitschi wohlgefällig ansah . Gäll , hättischs , dachte er ; er empfand so eine Art Galgenfreude , wenn er sein Meitschi wie ein Stück Speck dem Mannevolk einen ganzen Tag lang durchs Maul ziehen und bei jedem denken konnte : Der nähms auch , aber ohä ! Ganz anders hat es ein alter Käusi , wenn er eine schöne junge Frau neben sich hat . Jeder freundliche Blick , den sie erhält , geht ihm wie ein Stich durchs Herz ; was haben die zusammen , denkt er allemal , wenn