hingen sich an uns , obgleich wir das nicht wünschten . Sie wollen erfahren , was wir in unserm Campmeeting am Mount Winnetou beraten und beschließen werden . Wir teilen es ihnen nicht mit . Wir übergeben dir unsern Freund und Retter und bitten dich , über ihn zu wachen . Wer ist das Bleichgesicht , welches sich mit seiner Squaw bei dir befindet ? « » Hat Pappermann es euch nicht gesagt ? « » Nein . Wir fragten ihn , aber er schwieg . Doch scheint er diese Beiden sehr , sehr hochzuachten . « Ich hielt so nahe bei ihnen auf dem Pferde , daß ich diese Worte hörte . Die Mutter glaubte , von mir , dem Weißen , nicht verstanden zu werden . Der » junge Adler « warf einen fragenden Blick herüber . Er hätte den beiden Frauen gar so gern gesagt , wer ich war . Ich gab ihm mit den Augenlidern die Erlaubnis dazu . Da trieb er sein Pferd noch einen Schritt weiter an sie heran und sprach : » Wenn dieser Weiße und seine Squaw nicht erfahren sollen , was ihr jetzt mit mir redet , so müßt ihr leiser sprechen . « » Warum . « » Er versteht die Sprache der Apatschen . « Sie erschrak . » So hat er uns ja schon verstanden ! « hauchte sie schnell und verlegen . » Allerdings , und zwar jedes Wort . Aber du hast nicht nötig , zu erschrecken . Er ist ein Freund Winnetous , und er ist auch der deinige , der Eurige . Er will nicht , daß man jetzt schon seinen Namen erfährt ; aber wenn ihr mir versprecht , verschwiegen zu sein , so darf ich ihn euch nennen . « » Wir werden verschwiegen sein ! « » Nun wohl , es ist Old Shatterhand . « » Old Shat - - - ! « Sie konnte den Namen vor Ueberraschung nicht ganz aussprechen . Sie erbleichte für einen Augenblick . Dann rötete sich unter der zurückkehrenden Blutwelle ihr Gesicht um so mehr . » Ist das wahr ? - Ist das wahr ? « » Ja , es ist wahr ; er ist es , « versicherte der » junge Adler « . » Der beste , der wahrste , der treueste Freund und Bruder unseres Winnetou ! Zum ersten Male im Leben sehe ich ihn ! O könnte ich - - könnte ich - - ! « Sie sprach auch diesen Satz nicht ganz aus . Sie schlug die Hände zusammen und schaute wie hilflos zu mir empor . Ihre Tochter aber trat zu mir heran und küßte , ehe ich es verhindern konnte , meinen Steigbügelriemen . Ebenso schnell zog sie auch den Rocksaum meines Herzle an die Lippen . » Und das ist seine Squaw - - - seine Squaw ! « fuhr die Mutter fort . » O , hätte ich doch nicht versprochen , zu schweigen ! Ich würde vor Freude jubeln , jubeln , jubeln ! « Da schwang das Herzle sich vom Pferde , umarmte sie , küßte sie auf Mund und Wangen und sagte in englischer Sprache : » Ich verstehe nicht , was Ihr sprecht , aber ich lese es aus Euren Augen und von Euren Lippen . Ich liebe euch beide ! Ich begrüße euch ! Wir sehen uns wieder , bald , bald ! Jetzt aber müssen wir fort ! « Sie gab der Tochter denselben dreifachen Kuß wie der Mutter und stieg dann wieder auf das Pferd . Ich reichte den beiden lieben , schönen Indianerinnen die Hand und sagte : » Wakon , der unermüdliche Forscher und Finder , steht hoch in meinem Geiste und noch höher in meiner Seele ; denn es ist die Seele seiner Nation , nach der er sucht . Ich freue mich , gehört zu haben , daß ich ihn am Mount Winnetou sehen werde . Und ich bin stolz darauf , schon heut seiner Squaw und seiner Tochter begegnet zu sein . Am meisten aber beglückt es mich , zu wissen , daß wir Verbündete sind . Das Andenken Winnetous gehört in die Herzen unserer Männer und Frauen , in die Seelen unserer Völker , nicht aber auf die kahlen , windigen Höhen prahlerischer Oeffentlichkeit . Ich bitte , zu verschweigen , daß ihr mich hier getroffen habt . Wir sehen uns wieder ! Zur rechten Zeit an der richtigen Stelle ! « Wir ritten fort , mit höflichem Gruß für die Frauen , doch ohne einen Blick für die Männer . Es ging langsam dieselben Steilungen hinab , die wir heraufgekommen waren . Unten sahen wir die Pferde derer stehen , die uns vertrieben hatten ; sie kümmerten uns nicht . Dann , als der Weg eben wurde und wir aus dem Wald herauskamen , konnten wir eine größere Schnelligkeit entwickeln und unsern Ritt beeilen . Denn nun wir einmal den Nugget-tsil verlassen hatten , galt es , unser nächstes Ziel , den Deklil-to19 , so bald wie möglich zu gewinnen , weil der größte Teil der Strecke zwischen hier und dort aus feindlichem Land bestand . Die alten , blutrünstigen Zeiten waren ja , Gott sei Dank , vorüber , aber der Haß , der damals regierte , war noch nicht tot ; der lebt heute noch . Das war sehr deutlich aus den Briefen zu ersehen , die ich von To-kei-chun , dem Häuptling der Raeurroh-Comantschen , und von Tangua , dem ältesten Häuptling der Kiowa , erhalten hatte . Unser Weg führte durch das Gebiet dieser beiden Stämme , und ich war mir sehr wohl bewußt , daß ich , wenn auch keinen wirklichen Leichtsinn , aber doch gewiß ein Wagnis beging , indem ich mit meiner Frau , die den doch immerhin möglichen Gefahren nicht gewachsen sein konnte , grad diese schlimme Gegend durchquerte . Ich hatte kein ganz gutes Gewissen , hütete mich aber , ihr