wo ' s Geld hinkämma is , ob d ' Gläubiger , die sich melden , auch rechte sein und wo mer d ' Schuldner z ' suchen hat , drum ghört der Schrein hin , dort wo er hitzt steht , und er is nit ' s letzte , was mer in Obhut nehmen muß , wann d ' es so weiter fort treibst . Schau ' s an , ' s arme Roß , da steht ' s noch und kommt kaum zu ihm von dem Hetzen , wie d ' d ' Steiln hraufteufelt bist ; wenn d ' Roß und Rind verabsäumst , so kann mer das unschuldig Vieh nit drunter leiden lassen und müßt ' s halt auch in unsere Ställ einstellen . « » Du nahmst mer auch noch mein Vieh ? ! « Die Bäuerin kehrte den Rücken und schritt in den Flur , einen Blick tat sie noch über die Achsel nach dem Alten , und obwohl dieser in der Dunkelheit den Ausdruck , der in demselben lag , nicht zu unterscheiden vermochte , so empfand er ihn doch als eine ebenso entschiedene wie verhöhnende Bejahung seiner Frage . » Oh , du ! ! « Er schrie auf , und dann , beide aneinandergepreßte Fäuste in einem gegen die Wegschreitende schüttelnd , keuchte er : » Alls - alls - nahmst mer ? ! - Dafür nimm ich ' n Segn - von Haus und Hof und Grund ! - Von Haus - und Hof - und Grund ! « Taumelnd schritt er seinem Ausgeding zu . Nachdem die braune Stute einen Augenblick nachdenklich gestanden , hierauf , wie von Fliegen beunruhigt , nachdrücklich den Kopf geschüttelt hatte , folgte sie bedächtig mit dem Wägelchen nach . Es war in der darauf folgenden dritten Nacht , der Mond schien in die Schlafstube , der junge Sternsteinhofer gähnte im Bette , und die Bäuerin fragte aus dem ihren nach dem seinen hinüber : » Du , Tonl ? « » Was ? « murmelte er . » Hast du die letzten Nächt her gschlafen ? « » Wie a Ratz . « » Hast nix ghört ? « » Kein Laut . Was sollt ich denn ? « » War vielleicht nur a Einbildung von mir . « » Wird schon sein . « » Oder alleinig mir z ' hören bstimmt . « » Dös is nur wieder a andere . Schlaf , los nit auf , hörst nix . Gute Nacht ! « » Gute Nacht , Tonl . « Beide kehrten sich der Wand zu , es dauerte aber nicht lange , so drehte sich die Bäuerin wieder herüber , sie hob den Kopf und stützte ihn mit dem Arme und sah sich in der Stube um ; milchweiß glänzte es von der Ecke her , wo das Gitterbettchen stand , in welchem der sechsjährige Muckerl und die anderthalb Jahre alte Juliane schliefen , die volle Mondscheibe beschien den Kindern das Gesicht . Helene erhob sich rasch , sie eilte hin und verhing das Gitter mit Tüchern , damit die Kleinen nicht schwere Träume bekämen oder gar mondsüchtig würden . Die Kinder hatten die Decke hinuntergestrampelt und lagen nackt . Helene betrachtete den kräftig entwickelten , gesunden Knaben , tippte ihm sachte auf die Wange . » Bist mein sauberes Bürschel , du « , sagte sie , und als zufällig in dem Augenblicke das kleine Mädchen eine greinende Miene zog und das Pätschchen gegen das Auge führte , fuhr sie begütigend fort : » Nein , nein , du auch , bist mein schöns Dirndl . « Sie breitete die Decke über beide und schritt nach ihrem Lager zurück . Nahe demselben schwang sie sich plötzlich mit einem Sprunge hinauf und saß aufrecht und lauschte . Da war es wieder , was sie schon zwei Nächte beunruhigt hatte , was sicher nur ihr zu hören bestimmt war , weil doch sonst niemand etwas darüber verlauten ließ . - Wie aus weiter Ferne , leise , doch deutlich , als liefe es innerhalb der Mauern hinan , für kurz aussetzend , dann hastiger wiederkehrend , scharrte und pochte es ; heute aber war das Poltern ärger wie in den beiden Nächten zuvor . Ein leiser Frost schüttelte die Bäuerin . Welcher Spuk wollte sich da einnisten und ihr das Heim verleiden ? Rumorte die alte Kleebinderin , der sie den Tod gewünscht , oder der Muckerl , der ihr die Untreu nachtrug , oder die Sali , an deren Stelle sie sich gesetzt ? Wohl war sie nach ihrem Ziele über diese drei hinweggeschritten , aber sie hatte dabei keines mit dem Fuße gesucht und , daß die im Wege gestanden , wie ein ihr von ihnen zugefügtes Leid empfunden ; sie achtete diese Rechnung , Posten durch Posten , aufgehoben , wer oder was wollte nun mit einem Male , gleichsam eines unbeglichenen Restes halber , an sie heran ? Nein , nein , weder die Kleebinderin noch der Muckerl vermochten da auf dem Sternsteinhofe » umzugehen « , wo sie nie heimgesessen waren , die mußten , wenn es sie nicht in der Erde litt , auf dem Kirchhofe » geistern « oder in dem Häuschen , wo sie hausten und starben , hier oben nicht . Es konnte nur die selige Bäuerin sein ! Warum aber , wenn die ihr , Helenen , etwas wollte , kam sie nicht in diese Stube , wo sie die längste Zeit vor ihrem Ende zugebracht , an dieses Bett , in dem sie die Augen schloß ? Ein jähes Grauen rüttelte Helenen zusammen , sie setzte die Füße auf die Diele und trat von der Liegerstatt hinweg . Der Spuk will sie allein an einen einsamen Ort laden und wird nicht eher sich zur Ruhe geben und immer drängender und ungestümer werden , bis sie gehorcht und Folge leistet und dahin geht , wohin er sie verlangt ! Nichts