sicher , obschon Herbert sein Bestes that , und nach verschiedenen Versuchen , sich wieder in den früheren Gang zu bringen , reichte sie das Netz und ihren Ball dem Architekten hin , weil sie zu müde sei , das Spiel noch fortzuführen . Sie wollte sich niedersetzen , Herbert warnte sie davor , da sie sich erhitzt hatte , und nachdem sie eine Weile in mannigfach wechselndem Gespräche auf und nieder gegangen waren , kam Herbert , als sie die Höhe im Lichte der sinkenden Sonne vor sich liegen sahen , natürlich auf den Capellenbau zu sprechen . Da dem Baumeister die Ausführung seines Planes vor allen Dingen am Herzen lag , so erbat er sich von der Baronin die Gunst , sie durch den Park noch einmal auf die Höhe und an den für die Capelle bestimmten Platz hinaufgeleiten zu dürfen , weil er es seiner Beredtsamkeit zutraute , sie für das Vorhaben an Ort und Stelle gewinnen zu können . Sie zeigte sich jedoch Anfangs nicht geneigt dazu ; da er aber seine Bitte wiederholte und der Freiherr selbst schon bei der Mahlzeit diese Besichtigung vorgeschlagen hatte , so willigte sie ein , und sie machten sich auf den Weg . Wie sie nun so durch den Garten hinschritten , ging Herbert gleich daran , der Baronin die Sache noch einmal vorzutragen , und sein Plan war so wohl erwogen , er setzte ihn so beredt und mit so viel Schönheitsgefühl auseinander , daß es fast unmöglich war , sich nicht dafür einnehmen zu lassen . Auch begriff Angelika ihn gar wohl , das verriethen die Zwischenfragen , welche sie that . Da aber jedes Verstehen und jedes Verstandenwerden eine Befriedigung in sich tragen , so wurde , je weiter man kam , sein Erklären wärmer , ihr Eingehen auf dasselbe lebhafter , und mit der geistigen Erregung der Beiden steigerte sich die Schnelligkeit ihres Ganges , bis Angelika , als man sich etwa auf der halben Höhe des Hügels befand , plötzlich stehen blieb und tief aufathmend eine kurze Rast verlangte . Sie lehnte sich an den Stamm einer jungen Birke , und wie die lang herniederhangenden Zweige derselben , an denen die warmen , duftigen Blätter mit ihrem hellfunkelnden Grün sich wie geflügelt an ihren Stengeln wiegten , das rosige , vom raschen Gange leicht gefärbte Antlitz der Baronin umspielten , gestand sich Herbert , daß er niemals eine schönere Frau gesehen habe . Er hätte es ihr gern sagen mögen , der Ausruf der Freude drängte sich ihm auf die Lippen ; indeß er hielt ihn vor der hochgebornen Frau zurück , aber er hätte in dem Augenblicke viel darum gegeben , ihr aussprechen zu dürfen , wie ihr Anblick ihm das Herz entzücke . Es mußte davon etwas in seinen Mienen zu lesen sein , denn Angelika lächelte ohne zu wissen weßhalb . Wie ihm ihre Schönheit wieder einmal so beseligend aufgefallen war , so fiel es ihr in demselben Momente plötzlich ein , daß sie ohne Begleitung mit ihm fortgegangen sei , und sie sagte , diesem Gedanken folgend : Kommen Sie , wir sind weit vom Schlosse und haben noch eine Strecke zu steigen . Es könnte dunkel werden , wenn wir uns nicht beeilen ! Er ahnte ihre Befangenheit , wie sie seine Bewunderung errathen hatte , und das brachte sie ihm näher . Er fragte , ob sie ihm erlauben wolle , ihr seinen Arm anzubieten ? Sie wagte nicht , seinen Beistand auszuschlagen , eben weil sie besorgte , er könne darin entweder eine Geringschätzung sehen . die sie dem jungen , von ihrem Manne hochgeschätzten und liebenswürdigen Künstler nicht anthun mochte , oder er könne etwa gar auf den Einfall gerathen , daß sie das Alleinsein mit ihm unsicher mache , und diese Möglichkeit widerstrebte ihr noch mehr . Sie gab ihm also den Arm , und wie er nun das schöne Weib an seiner Seite fühlte , wie ihr Schritt mit dem seinen rhythmisch zusammenfiel , ihr flatterndes Haar , da er sich zu ihr wendete , seine Wange , ihre Schulter die seine berührte , da vergaß er Alles , außer dem Vollgefühle seiner Jugend und seiner Kraft . Die Luft , das Licht , der Duft , welcher aus der frisch aufquellenden Erde und aus den tausend Blätterknospen strömte , der Vogelsang , der von allen Enden sich hören ließ , und die eigene Lebensfülle und der Wiederschein des Himmels aus Angelika ' s strahlenden Augen machten ihn von Herzen froh . Er ging schneller und schneller , aber Angelika beschwerte sich nicht darüber , denn auch ihr war der Fuß beflügelt und die Brust erweitert . Es schien ihr , als hebe er sie mit sich empor , es freute sie , sich von seiner Kraft getragen zu fühlen und gleichen Schritt mit seiner Rüstigkeit halten zu können . Sie hatten schon lange nicht mehr mit einander gesprochen , als sie die Höhe erreichten , und doch war ihnen beiden ganz anders zu Muthe , als da sie ihren Weg begonnen und als in dem Augenblicke , in welchem sie gerastet hatten . Sie befanden sich nun auf dem Punkte , auf den Herbert sie zu führen verlangt hatte . Die Sonne war schon im Sinken , oben auf der Höhe wehte die Luft frischer . Die Baronin blieb eine Weile in Betrachtung versunken stehen . Sie dachte nicht daran , daß ihr Arm noch auf dem Arme des jungen Mannes ruhe , und er hütete sich , sie daran zu erinnern . Mit dem Weben der Natur , mit dem Hinblick in die Ferne war eine Reihe von Gedanken in ihm rege geworden , und der schwungvollen Freude folgte ihre Schwester , die Wehmuth . Es war ohnehin das erste Mal , daß er Angelika in allen den Jahren wahrhaft heiter und jugendlich froh gesehen hatte , und daß dieser Frohsinn so schnell entschwand , daß sich über ihr Antlitz schon wieder