in demselben gefalle , wozu ihr ihr Freund , der mir den Asperhof anziehend mache , beistehen müsse . Ich antwortete , daß ich mich auf die Reise in den Sternenhof sehr gefreut habe , und daß ich mich freue , in demselben zu sein . Von einer Bedeutung sei es nicht , daß mir eine Rücksicht zu Teil werde , ich bitte nur , daß man , wenn ich etwas fehle , es nachsehe . Nach mir trat Eustach ein . Mathilde begrüßte auch ihn noch einmal . Gustav , der schon zugegen wer , gesellte sich zu mir . Die Frauen waren häuslich und schön , aber minder einfach als in dem Rosenhause gekleidet . Meinen Gastfreund sah ich zum ersten Male in ganz anderen Kleidern als auf seiner Besitzung und auf dem Besuche zu Ingheim . Er war schwarz mit einem Fracke , der einen etwas weiteren und bequemeren Schnitt hatte als gewöhnlich , und sogar einen leichten Biberhut trug er in der Hand . Nach dem Frühmahle sagte Mathilde , sie wolle mir ihre Wohnung zeigen . Die andern gingen mit . Wir traten aus dem Speisezimmer in einen Vorsaal . Am Ende desselben wurden zwei Flügeltüren aufgetan , und ich sah in eine Reihe von Zimmern , welche nach der ganzen Länge des Hauses hinlaufen mußte . Als wir eingetreten waren , sah ich , daß in den Zimmern alles mit der größten Reinheit , Schönheit und Zusammenstimmung geordnet war . Die Türen standen offen , so daß man durch alle Zimmer sehen konnte . Die Geräte waren passend , die Wände waren mit zahlreichen Gemälden geziert , es standen Glaskästen mit Büchern , es waren musikalische Geräte da , und auf Gestellen , die an den rechten Orten angebracht waren , befanden sich Blumen . Durch die Fenster sah die nähere Landschaft und die ferneren Gebirge herein . Es zeigte sich , daß diese Zimmer ein schöner Spaziergang seien , der unter dem Dache und zwischen den Wänden hinführte . Man konnte sie entlang schreiten , von angenehmen Gegenständen umgeben sein , und die Kälte oder das Ungestüm des Wetters oder Winters nicht empfinden , während man doch Feld und Wald und Berg erblickte . Selbst im Sommer konnte es Vergnügen gewähren , hier bei offenen Fenstern gleichsam halb im Freien und halb in der Kunst zu wandeln . Da ich meinen Blick mehr auf das einzelne richtete , fielen mir die Geräte besonders auf . Sie waren neu und nach sehr schönen Gedanken gebildet . Sie schickten sich so in ihre Plätze , daß sie gewissermaßen nicht von außen gekommen , sondern zugleich mit diesen Räumen entstanden zu sein schienen . Es waren an ihnen sehr viele Holzarten vermischt , das erkannte ich sehr bald , es waren Holzarten , die man sonst nicht gerne zu Geräten nimmt , aber sie schienen mir so zu stimmen , wie in der Natur die sehr verschiedenen Geschöpfe stimmen . Ich machte in dieser Hinsicht eine Bemerkung gegen meinen Gastfreund , und er antwortete : » Ihr habt einmal gefragt , ob Gegenstände , die wir in unserem Schreinerhause neu gemacht haben , in meinem Hause vorhanden seien , worauf ich geantwortet habe , daß nichts von Bedeutung in demselben sei , daß sich aber einige gesammelt in einem anderen Orte befinden , in den ich Euch , wenn Ihr Lust zu solchen Dingen hättet , geleiten würde . Diese Zimmer hier sind der andere Ort , und Ihr seht die neuen Geräte , die in unserem Schreinerhause verfertigt worden sind . « » Es ist aber zu bewundern , wie sehr sie in ihren Abwechslungen und Gestalten hieher passen « , sagte ich . » Als wir einmal den Plan gefaßt hatten , die Zimmer Mathildens nach und nach mit neuen Geräten zu bestellen , « erwiderte er , » so wurde die ganze Reihe dieser Zimmer im Grund- und Aufrisse aufgenommen , die Farben bestimmt , welche die Wände der einzelnen Zimmer haben sollten , und diese Farben gleich in die Zeichnungen getragen . Hierauf wurde zur Bestimmung der Größe , der Gestalt und der Farbe , mithin der Hölzer der einzelnen Geräte geschritten . Die Farbezeichnungen derselben wurden verfertigt und mit den Zeichnungen der Zimmer verglichen . Die Gestalten der Geräte sind nach der Art entworfen worden , die wir vom Altertume lernten , wie ich Euch einmal sagte , aber so , daß wir nicht das Altertum geradezu nachahmten , sondern selbstständige Gegenstände für die jetzige Zeit verfertigten mit Spuren des Lernens an vergangenen Zeiten . Wir sind nach und nach zu dieser Ansicht gekommen , da wir sahen , daß die neuen Geräte nicht schön sind , und daß die alten in neue Räume zu wohnlicher Zusammenstimmung nicht paßten . Wir haben uns selber gewundert , als die Sachen nach vielerlei Versuchen , Zeichnungen und Entwürfen fertig waren , wie schön sie seien . In der Kunst , wenn man bei so kleinen Dingen von Kunst reden kann , ist eben so wenig ein Sprung möglich als in der Natur . Wer plötzlich etwas so Neues erfinden wollte , daß weder den Teilen noch der Gestaltung nach ein Ähnliches da gewesen ist , der würde so töricht sein wie der , der fordern würde , daß aus den vorhandenen Tieren und Pflanzen sich plötzlich neue , nicht dagewesene entwickeln . Nur daß in der Schöpfung die Allmählichkeit immer rein und weise ist ; in der Kunst aber , die der Freiheit des Menschen anheim gegeben ist , oft Zerrissenheit , oft Stillstand , oft Rückschritt erscheint . Was die Hölzer anbelangt , so sind da fast alle und die schönsten Blätter verwendet worden , die wir aus den Knollen der Erlen geschnitten haben , die in unserer Sumpfwiese gewachsen sind . Ihr könnt sie dann betrachten . Wir haben uns aber auch bemüht , Hölzer aus unserer ganzen Gegend zu sammeln , die uns schön schienen , und haben nach und