für ihns wußte , Aber stille war es , die Welt überwältigte sein Sinnen nicht , die äußern Eindrücke überfluteten es nicht , der Wein ersäufte es nicht , die Geigen übertönten es nicht , und als die andern Mädchen hinaufgingen , um zu sehen , ob Schreiß da sei , sagte es : Etwas Grechts sei nicht da , öppe es paar Buben , die nicht drei Mäß Krüsch hoch seien und die tanzen müßten , wenn niemand anders da sei , wenn es ihnen nicht gehen solle wie Heustüffeln in den Erdäpfeln , die , sie möchten springen wie sie wollten , doch nicht voraufkämen . So blieb es sitzen , und alsbald war die Wirtin bei ihm und stärkte ihns , daß es nur standhaft bleibe , einen Brävern bekäme es nicht , sie wisse es , und vom Kellerjoggi wisse sie Sachen , wenn sie bewiesen wären , so wäre der wohl alt genug . Sie wollte lieber eine lebendige Kröte zum Manne und noch dazu eine geschundene , als so einen alten Kellermoloch . Mehr konnte die Wirtin nicht sagen , andere Gäste nahmen sie in Anspruch . Anne Mareili zahlte , ging ; was es gehört , ging ihm über Geigen und Tanzen . Mehr und mehr festigte sich in ihm der Entschluß , der Heirat mit dem Kellerjoggi , wenn sie wieder auf das Tapet kommen sollte , sich ernstlich zu widersetzen , wars doch keine Not , sondern nur Zwang , den Eltern an sich selbst nichts geholfen , sondern nur den Reichtum der Brüder vermehrt , die deshalb um nichts besser mit ihm gewesen wären . Wollten sie ihm Resli nicht lassen , in Gottes Namen , darein wollte es sich fügen , und doch zog es ihns immer inniger nach einem Hause , wo Friede sei und Genügen , Gott Hebel und Sonne , wo mit Gott begonnen ward der Tag und mit ihm geschlossen . Da , düechte es ihns , wäre ihm wohl , wäre ihm , als wenn es käme unter ein sicher Obdach aus finsterem Walde , in welchem Räuber ihm nachgestellt , wilde Tiere gebrüllt , giftige Schlangen durchs Gras gekrochen ; da wollte es beten und gehorchen alle Tage seines Lebens , keine Unantwort mehr geben , keine saure Miene machen nimmermehr . Und es gaukelten vor seinen Augen die lieblichsten Bilder , wie es dort schaltete und waltete , ein treu Söhnisweib war und der Eltern wartete , wie es ein lieb Weibchen war , mit dem Manne freundlich tat und er mit ihm , wie es alles anstellte und gerühmt ward von allen Leuten . So verschwammen ihm immer mehr Himmel und Erde und beide waren eins . Reslis Haus ward sein Himmel und im Himmel schien ihm Reslis Haus , und so wanderte es langsam , gedankenvoll dahin , bis rohes , wildes Bellen ihns weckte ; es war ihr roter Mutz , der alle Vorübergehenden neckte . Ach , wie viele Himmel gibt es nicht , aus denen ein roter Mutz mit Bellen uns verjagen , ja manchmal eine einfache Katze , braucht nicht dreifarbig zu sein , mit Miauen uns verjagen kann . Dort stand es lange und schaute ihr Haus und rechnete zusammen , was alles darin sei , wie man es haben könnte , wie man es hätte und wie das Guthaben nicht abhänge vom Garbenstock , nicht vom Heustock , nicht vom Schmutzhafen , nicht vom Geldseckel , und wie es ihnen nicht übel ginge , wenn alles dies verbrennen täte , indem sie es böser nicht hätten , vielleicht besser , denn man käme wahrscheinlich der Wanzen los . Aber was am meisten schmerze , was einem Haus und Bett verleide , dieses verbrenne das Feuer nicht , wasche das Wasser nicht weg , dieses sitze an einem Orte , wo irdisches Feuer nicht brennt , wohin Wasser nicht reicht , und triebe man es auch mit Spritzen von allen Seiten . Aber daß es eben hier geboren worden , hatte das nicht auch Gott gewollt , und wenn es eines Spittlers Tochter gewesen , in Schmutz und Hudeln , hätte es Resli je angesehen ? Sollte es murren , undankbar sein ? Nein , das wollte es nicht , wollte anerkennen und dankbar sein , wollte Resli entsagen , wenn es sein müßte , aber wollte den Kellerjoggi nicht um kein Lieb , keinen Preis . Zu der Brüder Hung sei es nicht geboren , es stehe nirgends in der Gschrift , daß das Gottes Wille sei . Die Sonne senkte sich , und Anne Mareili ging heim , ziemlich ruhig , was auch der Vater heimbringen möchte , denn nur solange man nicht gefaßt zu sein meint , währt die Angst ; ob man dann aber auch wirklich gefaßt sei , wenn man auch gefaßt zu sein glaubt , das ist eine andere Frage . Von weitem schon kam ihm ihr Mutz entgegen und ränggelete mit dem Schwanz , so weit es ihm möglich war , denn wenn er schon ein wüster Hund war , so war er doch dankbar . Still wars sonst ums Haus , bloß die Enten schnaderten in der Mistgülle und die Schafe blökten zum offenen Gatter hinaus ; die Jungfrauen aber waren , wie die Mutter richtig gesagt , noch weit von heim , werden wahrscheinlich auch in irgend einer Mistgülle geschnadert haben . Die Schweine grunzten gewaltig , als es bei ihnen vorbeiging ; sie wußten auch , wer es war , und als es in die Stube trat , berzete auch die Mutter im Nebenstübli , durch das Raxen der Türe aus ihren Träumen gestört . Es ist meist so , daß wo der Bauer ein Raxer ist , da raxet und gyret alles ; da raxet das Tennstor , die Wagenräder , die Stuben- , die Gänterlistüre , ja selbst der Hosensack . » Bist dus ? « fragte die Mutter und zog die Kappe