nicht im Zaume halten . Ich habe Euch wiederholt gewarnt , als die beiden ersten Excesse vorfielen ; der vorgestrige war der dritte , und es wird auch der letzte sein . « » Ich kann meine Leute nicht halten , wenn sie in einer Zeit wie die jetzige mit den Patrouillen zusammen geraten , « erklärte der Förster mit aufflammendem Trotz . » Ich habe da auch keine Macht mehr . « » Ebendeshalb sollt Ihr nach Wilicza – da werde ich die nötige Macht herleihen , wenn sie etwa fehlen sollte . « » Und meine Försterei ? « » Bleibt vorläufig unter der Aufsicht des Inspektors Fellner , bis der neue Förster eintrifft , der ursprünglich für Wilicza bestimmt war . Er wird es sich gefallen lassen müssen , fürs erste Euren Posten hier einzunehmen . Ihr selbst bleibt in der Schloßförsterei , bis drüben im Lande wieder Ruhe ist . « Osiecki lachte höhnisch auf , » Das kann lange dauern . « » Vielleicht nicht so lange , wie Ihr glaubt . In jedem Fall habt Ihr die Försterei morgen zu räumen . « Unter den Forstleuten zeigte sich eine einigermaßen bedenkliche Bewegung bei diesem mit voller Entschiedenheit wiederholten Befehl , und der Förster fuhr zornig auf : » Herr Nordeck . « » Nun ? « » Ich habe schon gestern erklärt – « » Ich hoffe , Ihr werdet Euch inzwischen besonnen haben , « unterbrach ihn Waldemar , » und mir heute erklären , daß der Bote Euch nicht verstanden hat , als er mir eine ganz unmögliche Antwort zurückbrachte . Nehmt Euch in acht , Osiecki ! Ich dachte , Ihr kennt mich doch jetzt hinreichend . « » Ja wahrhaftig ! « stieß der Förster zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervor . » Sie haben dafür gesorgt , daß man Sie kennt in ganz Wilicza . « » Dann wißt Ihr also , daß ich mir den Gehorsam nicht verweigern lasse und daß ich einen einmal gegebenen Befehl nicht zurücknehme . Das Forsthaus von Wilicza ist augenblicklich leer – entweder Ihr seid morgen mittag mit Eurem ganzen Personal dort , oder Ihr seid entlassen . « Jetzt wurde ein drohendes Murren laut . Die Leute drängten sich dichter zusammen ; ihre Mienen und ihre Haltung verrieten , daß sie nur noch mit Mühe an sich hielten . Osiecki trat dicht vor seinen Gutsherrn hin . » Oho , das geht nicht so ohne weiteres , « rief er . » Ich bin kein Lohnarbeiter , den man heute annimmt und morgen entläßt . Sie können mir meine Stellung kündigen , wenn es Ihnen beliebt , bis zum Herbste aber habe ich das Recht , hier zu bleiben , und meine Leute , die ich in Dienst genommen habe , gleichfalls . Mein Revier ist die Grenzförsterei – ein andres will ich nicht , und ein andres nehme ich nicht , und wer mich daraus vertreiben will , dem wird es übel bekommen . « » Ihr irrt , « versetzte Waldemar . » Die Försterei ist mein Eigentum , und der Förster hat sich meinen Anordnungen zu fügen . Pocht nicht auf ein Recht , dessen Ihr Euch selbst verlustig gemacht habt ! Was Eure Leute da vorgestern unter Eurer Anführung anstifteten , verdient von Rechts wegen eine strengere Ahndung , als die bloße Versetzung . Ihr habt die Patrouillen insultiert und zuletzt angegriffen – es ist sogar zu Schüssen gekommen . Wenn man Euch nicht sofort verhaftete , so dankt Ihr das nur meiner Geltung in L. Man weiß dort , daß ich den Willen und nötigenfalls auch die Macht habe , mir hier auf meinen Gütern selbst Ruhe zu schaffen , daß ich nicht gern Fremde zwischen mich und meine Untergebenen treten lasse , man erwartet nun aber auch ein ernstliches Einschreiten von mir , und dieser Erwartung werde ich unverzüglich nachkommen . Ihr fügt Euch sofort dem , was ich beschlossen habe , oder ich biete noch heute dem Kommandanten der Truppen die Försterei als Beobachtungsposten für die Grenze an , und morgen hat das Haus Besatzung . « Osiecki machte eine heftige Bewegung nach seiner Büchse hin , besann sich aber . » Das werden Sie nicht thun , Herr Nordeck , « sagte er dumpf . » Das werde ich thun , sobald noch einmal von Ungehorsam oder Widerstand die Rede ist . Entscheidet Euch , Ihr habt die Wahl ! Werdet Ihr morgen in Wilicza sein oder nicht ? « » Nein und zehnmal nein ! « schrie Osiecki in furchtbarster Gereiztheit . » Ich habe Befehl , nicht von der Försterei zu weichen – also weiche ich nur der Gewalt . « Waldemar stutzte . » Befehl ? Von wem ? « Der Förster biß sich auf die Lippen , aber das unbedachte Wort war einmal heraus ; er konnte es nicht zurücknehmen . » Von wem erhieltet Ihr den Befehl , der dem meinigen so direkt entgegensteht ? « wiederholte der junge Gutsherr . » Von der Fürstin Baratowska vielleicht ? « » Nun , und wenn das wäre ? « fragte Osiecki trotzig . » Die Frau Fürstin hat jahrelang uns allen befohlen , warum soll sie es denn jetzt auf einmal nicht thun ? « » Weil der Herr jetzt selbst zur Stelle ist , und es nicht taugt , wenn zwei zugleich das Regiment führen , « sagte Waldemar kalt . » Meine Mutter lebt als Gast in meinem Schlosse , über die Angelegenheiten von Wilicza aber entscheide ich allein . – Also Ihr habt Befehl , die Försterei um jeden Preis zu behaupten und nur der Gewalt zu weichen ? Dann scheint es sich doch um mehr zu handeln , als nur um einen Exceß Eurer Leute . « Der Förster verharrte in finsterm Schweigen . Seine eigene Unbesonnenheit hatte jetzt verschuldet , was die Fürstin ihrer Nichte gegenüber so drohend » Verrat « genannt , was Wanda verhindern