überrascht haben . Diese Leute wollen um jeden Preis etwas besitzen , es aber um ' s Himmelswillen Niemanden sehen lassen . Er kann schon sicher sein , sagte Dankmar , daß ich weder , was ich sah , noch was mir mein kleiner Freund Selmar erzählte , ausplaudern werde ..... Dankmar benutzte die Gelegenheit , zu bemerken , daß er endlich den Namen des jungen Ackermann erobert hätte . » Freund Selmar ! « » Ausplaudern ! « Diese Worte schienen einen Eindruck auf den Vater zu machen . Er warf einen eigenen verlegenen Blick auf sein Kind . Selmar faßte ihn unterm Arm . Beide schickten sich an die Schmiede zu verlassen . Sie kommen aus Amerika ! sagte Dankmar , sich anschließend und die fortdauernde Verlegenheit des Vaters nicht bemerkend . Sind die Amerikaner denn auch so wunderlich in Geiz , Habsucht und Verstellung und unsern andern versteckten europäischen Lastern ? Ackermann antwortete im Gehen lächelnd : Der Amerikaner trägt gern offen zur Schau , was er besitzt , prahlt auch wol ein wenig .... aber die schnöde Furcht des Besitzes ist selten . Findet sich dies Laster , so ist es aus Europa mit hinübergebracht . Wie bei Morton ? Nicht wahr ? sagte Selmar . Dem Vater schien Selmar fast mit Dankmarn schon zu vertraut geworden . Er blickte Dankmarn wiederholt an und schien sich zu überlegen , ob sein Sohn gut gethan hätte , sich dem jungen Fremden schon so weit zu vertrauen , daß er von einem gewissen Morton sprach ..... Morton ? wiederholte er und schwieg . Die Stimmung , die durch diesen wiederholten Namen und das plötzliche Stillschweigen des Vaters zwischen allen Dreien entstand , löste der junge Zeck , den Dankmar jetzt erst hinter ihnen bemerkte . Dahin wohnt die Tante ! sagte er und zeigte dem Walde zu . Er sah dabei Dankmarn stutzig an und schien fragen zu wollen , ob dieser zu der Partie gehören dürfe ..... Alle Vier waren aber schon auf dem Wege und der Fußsteig von hier nach dem Walde zu gehörte zuletzt Jedem . Dankmar , der sich nicht irre machen ließ , gab wol die Frage nach dem Geizhalse Morton auf , bemerkte aber , zu Ackermann gewandt und innerhalb der Grenze erlaubter Neugier : Sie sind in Deutschland geboren ? Vielleicht schon früh ausgewandert ? Vor einigen zwanzig Jahren ! sagte der Fremde und blickte sich nach Selmar um , der sich eben von ihm getrennt hatte . Diese Trennung galt Bello , auf den der Knabe sich schon soviel Einfluß zutraute , daß er diesen von dem Unmuth beruhigte , der ihn wieder beim Anblick des jungen Zeck befiel . Ich habe mich in der Union drüben viel herumgetummelt , sagte dieser sogenannte Ackermann , bis ich endlich am Missouriflusse in dem Städtchen Columbia mich niederließ . Mein Weib , das ich aus Deutschland mitgeführt hatte , starb vor noch nicht lange und hinterließ mir da den spät gebornen Jungen . He Selmar ! Selmar ! Laß doch dem Thierchen seine Freude ! Der Junge ängstigt sich .. Sie wissen wol , in Amerika bellen die Hunde nicht .. Der taube Zeck öffnete ein Stacket , durch das man erst zu einer Wiese und dann zum frisch sie anwehenden Walde gelangte . Er blieb , als Selmar und sein Vater passirt waren , stehen und machte eine hämische Miene , indem er in der den Tauben eigenen leisen Art , aber dummdreist , zu Dankmarn sprach : Wir gehen aufs Jägerhaus ! Dankmar achtete nicht . Aber auch Ackermann schien Dankmar ' s weitere Begleitung nicht vorauszusetzen und blieb stehen , wie wenn man sich empfehlen wollte .... Selmar aber hatte den lahmen Bello aufgegriffen und ihn mit den Worten : Armes Thierchen , das Laufen wird dir schwer ; ich trage dich ! an die Brust gedrückt und war ohne Rücksicht auf den Vater und den Fremden schon ein Stückchen Weges weiter gegangen . Kinder und Thiere bringen die Menschen zusammen ! dachte Dankmar und schritt über die Wiese getrost mit zum Wald hinüber . Vater , sagte Selmar sich umwendend , so mächtig wie unser Büffelforst ist ein deutscher Wald doch nicht ! Das wollt ' ich meinen , Junge ! antwortete der Vater , der sich in Dankmar ' s Begleitung nun ergab . Hast du das Stacket bemerkt ? Kein Jagdgesetz hegt unsern Urwald ein ! Wohl Vater .... aber .. Aber ? Lieblicher ist der deutsche Wald ! Was lieblicher ! Sieh , bei uns unter den riesenhohen Bäumen mit dem rothen Holze und den ellenlangen Nadeln , wer kann da lustwandeln ? Überall Stämme , deren Wurzeln hoch aus der Erde herausstehen und quer über Das hinweglaufen , was ungefähr wie ein Weg aussieht und doch keiner ist ! Dazwischen ganze Bäume , die während der Überschwemmung des Missouri ausgerissen wurden und hoch in den Zweigen der andern stecken blieben , wo sie jeden Augenblick niederstürzen können ; der fürchterlichen Steine garnicht zu gedenken , die von uraltem Moos zerfressen überall umherliegen und die ganze Ordnung so einer friedlichen Baumgruppe stören . Sieh nur , Vater , wie die Sonne so heiter durch das Hellgrün der Buchen schimmert ! Bei uns dringt die Sonne garnicht durch oder fällt nur von oben so geheimnißvoll herab , daß man sich nach dem Felde hinaussehnt , wo sie frei scheint . Und auch dort , gesteh ' s nur , Vater , was hat man als die unabsehbar große Prairie , die wie ein grünes Meer ist , endlos , unheimlich und recht melancholisch ! Da sehen Sie es , sagte Ackermann nach dieser gewandten Schilderung , die Dankmarn überraschte und fast erschrecken ließ , daß er den gebildeten Knaben ohne Weiteres mit Du angeredet hatte ; da sehen Sie ' s , Selmar hat es darauf angelegt mich hier zu behalten . Wie gefiel ihm nicht das abscheuliche London , das garstige Hamburg ! Gestern auf