sagte ihm , sie wollten am Morgen zeitlich fort , er solle machen , daß zu rechter Zeit gefüttert sei . Jenseits dem Tische saß ein lustiger Gerichtsäß , der fragte : Was das für eine schöne Jumpfere , für ein hoffärtig Meitschi sei , ob ers ihm bringen dürfe ? Ein Wort gab das andere . Elisi saß bald auf einem leeren Platz und lebte wohl an den Späßen der Alten und Jungen , sagte aber nicht viel , sondern lachte nur zimperlig und fuhr oft mit dem schönen Schnupftuch manierlich zur Nase , wobei man die Finger , ringe sah , und zog oft an seiner goldenen Kette , wobei man dann eine kleine goldene Uhr sah nach alter Façon , wie man sie wohlfeil beim Uhrenmacher kauft . Elisi saß da gar wohl , mehr als zwei Stunden lang , und hatte seine Schwägerin ganz vergessen . Als endlich niemand mehr viel zu ihm sagte , ging es wieder in die Nebenstube . Da war aber keine Trinette mehr , sondern nur die Stubenmagd , die Tisch deckte und sagte , Trinette sei zu Bette gegangen , sie hätte gar Zahnweh gehabt . Obs öppe öppis angers syg ? fragte Elisi . Sie wisse es nicht , sagte die Stubenmagd ; daneben könnte es wohl sein , wunderlich genug sei sie dafür . Das war Elisi angeholfen , und vielleicht wären die Beiden die ganze Nacht hinter Trinette gewesen , wenn nicht die Köchin mit einem Fluch zur Türe hereingefahren wäre : Ob es aber angebacken sei , daß es die Suppe nicht hole ? Es brännte draußen alles an . Als aufgetragen war , kam Johannes mit Uli und fluchte nicht wenig , als er nur zwei Teller sah ; fluchte über seine Frau , daß sie schon im Nest sei , e selligi Plättere gebe es keine mehr im Kanton , entweder fehle es ihr am Gring oder im Gring ; fluchte über die Stubenmagd , daß die Dolder Gans nicht drei zählen könne oder meine , sie fressen wie dSäu aus einem Trog . Johannes behandelte Uli wie einen alten Kameraden und sagte ihm alle Augenblicke : » Seh suf ! Seh friß ! « Mit Elisi war er nicht halb so freundschaftlich , sondern fragte bloß : » Wotsch ? « , und wenn Elisi Nein sagte , so sagte Johannes : » He nu , so hesch scho gha ! « Daneben spottete er über ihns : Obs nicht bald einen Mann habe , am Wollen fehle es nicht . Er wollte an seinem Platz lernen eine Suppe machen und Strümpf plätzen , vielleicht bekäme es dann einen . » Vielleicht nähmte dich Uli , « sagte er , » wenn du ihn fragst , soll er diese Nacht etwa bei dir liegen ? « Mit solchen brüderlichen Späßen würzte Johannes das Mahl . Am folgenden Morgen sah man Uli zuerst , nicht gar viel später erschien Johannes , zu großem Schreck seines Gesindes , zu eigenem großem Zorn . Jedes pflegte seiner Behaglichkeit , im Glauben , der Meister tue es ebenfalls ; der Meister faulenzte , im Glauben , es wüßte jeder Dienst , was er zu tun hätte . Als er nun einmal zur unerwarteten Stunde aufstund , da erfuhr er , was die Faulheit der Meisterleute für Wirkung tut auf die Diensten . Er fluchte sich fast die Zähne aus dem Maul , die Zehen ab den Füßen , aber am andern Morgen lag er wieder bis gegen neune ; was half da das Fluchen ? Was kann in einem Wirtshause alles gehen von morgens fünf bis um neune , wo der Herr Wirt und die Frau Wirtin aufstehen ! Nirgends straft wohl Gott die zeitlichen Sünden schneller und deutlicher als die der Wirte , welche überwirten . Wenn Wirt und Wirtin nicht Ruhe schaffen in ihrem Hause zu rechter Zeit mit Hudeln , mit Spielen oder auch nur Dasitzen und Zusehen , wie Andere hudeln über die Zeit , so haben die Einen einen schweren Kopf und zitternde Glieder am Morgen , die Andern mögen sonst nicht auf , und während dieser Zeit geht ihnen weit mehr zugrunde , als sie am Abend verdient haben , und zum Trinkgeld haben sie den ganzen Tag den schweren Kopf , die faulen Glieder , zum Trinkgeld haben sie ein böses Alter und schlechte Kinder , und was Mancher am Ende seines Lebens davonbringt , ist Bettlerbrot , Spitalsuppe und ein schlechter Strohsack . O wenn mancher Wirt wußte , was ginge , ehe er aufsteht , er würde wohl am Abend früher Feier , abend machen . Johannes donnerte und wetterte , solange er seine verstrupften Diensten sah , welche die Gaststube noch nicht aufgeräumt , die Kühe nicht gemolken , die Pferde nicht gestriegelt hatten , und auf dem Wege zu seinem Lande , das er Uli zeigen wollte , klagte er gar bitterlich über alle seine Diensten , wie sie alle nichts wert seien und wie er hundert Kronen geben wollte um einen guten Knecht . Er wußte noch nicht , daß ein schlechter Meister nie gute Diensten hat , daß die einen unter ihm schlecht werden , die , welche gut bleiben wollen ihm weglaufen müssen . Als sie endlich zurückkamen von ihrem Beschauen , fanden sie das Elisi diesmal ganz in schwefelgelber Montur , das heißt in schwefelgelbem Tschöpli und Fürtuch , betrübt in der Nebenstube , wohin man eben das Frühstück gebracht hatte , zirka um halb zehn Uhr : Strübli von gestern , Anken , Käs , Nidle , Kaffee und schönes weißes Brot . Trinette ließ sich nicht sehen . Es hieß , sie hätte in der Nacht nicht schlafen können und mache jetzt etwas nach . Nachdem man fertig war , sagte ds Elisi noch nichts vom Anspannen . Johannes führte den Uli in seine Keller , und ds Elisi spazierte schön schwefelgelb vor dem Hause auf der Tärasse , im