Weges trotten , schmauchte sein Pfeifchen und sah behaglich auf die langsam vorbeistreichenden Hütten und Bäume und Hügel . Als er in Zwischenbühel über die Brücke lenkte , rappelte sich unter einem Busche etwas empor , und obwohl er gar nicht abergläubisch war , so erschrak er doch , als er im Dämmer die Gestalt eines alten Weibes , die hagern Arme mit ausdeutenden Gebärden gegen ihn reckend , auf sein Gefährt zueilen sah ; laut auf lachte er aber , als er in der Herzukommenden die alte Kathel erkannte . » Halt auf ! « rief sie halblaut . » Halt auf , Bauer ! « » Öh , Braun ! No , was is denn los ? Gebärdst dich ja völlig wie a Luftzauberin ! « » Sagn muß ich dir was . Heilige Maria und Josef ! « » No , ruf nit erst alle Heiligen an . Was gibt ' s ? « » O Bauer , dächt ich nit , daß ich a Unglück verhüt , wann d ' so unvorbereit dahinterkämst - « » Hinter was , alte Hex ? Schneid nit hrum lang . « » ' n Geduldengel ruf an , ' n Geduldengel , daß dich der Zornteufl nit unterkriegt . « » Bei dir braucht mer schon a Legion Geduldengel . Na , ich sieh , dich hat was ganz ausm Häusel gbracht , also nimm dich zsamm , fang amal an z ' reden . « » ' s wird dir was abgehn , wann d ' heimkommst . « » So ? « » Aber gstohln is ' s dir nit . « » Was denn , in drei Teufelsnam ? ! « » Jesses , fluch nit , nit jetzt schon , eh d ' noch was weißt . « » Red du , so erspar ich ' s Schelten . « » Dein eiserne Geldtruhn - sie is dir nit gstohln - « » Mein ' s , dö steckt keiner in Sack . « » Aber weggführt is s ' wordn . « » Bist überhirnt ? Wer sollt mer an die grührt habn ? « » Die Bäuerin - . « » Himmelherrgottssakkerment « , brüllte der Alte , » die Einschleicherin , die Diebin , an ' n Meinm vergreift sie sich , die - « Kathel faltete die Hände . » Um Gottes willen , Bauer , schrei nit so hrum , sonst rennen d ' Leut ausm Ort herzu , oder mer hört ' s obn afm Hof , und ' s kommen welche nachschauen ; zutragn is mein Sach nit , und wann mer mich da findt , werd ich af meine alten Täg noch davongjagt . Laß dir lieber sagn , wie ' s zugangen is . « » Red « , keuchte er . » Du warst kaum fort , so ruft die Bäuerin ' n Michl , ' n Wastl , ' n Heiner und ' n Seff und tragt ihnen auf , die eisern Geldtruhn aus dein Ausgedinghäusel z ' schaffen . « » Wohin ? Wohin ? « » In d ' schöne Stubn , wo ' s ehnder gwest is und wo s ' hinghört , wie d ' Bäuerin sich hat verlauten lassen . « » Hat sie sich ? « lachte der alte Sternsteinhofer grimmig . » Und hitzt steht s ' dort ? « Kathel nickte . » Soll a kurze Freud gwest sein . Wie ich hnaufkomm , werd ich der saubern Bäuerin mein Meinung sagn , und heut noch , hitzt , gleich an der Stell , muß mer alls wieder in alten Stand ! Und dö vier Deppen , was blindlings an fremds Eigen d ' Hand anlegn , dö will ich orndlich schuhriegeln , daß s ' an mich denken solln , wie können sie sich unterstehn - ? ! - « » Mein , was wollten s ' machen ? Denselben war ' s gschafft . Hat eh a Gschlepp und Rackern dabei abgsetzt , daß ihnen der helle Schwiz übern Körper gloffen is . « » Hehehe ! Glaub ' s schon . Gschieht ihnen recht , und dasselb nämliche können s ' gleich wieder zun verkosten anhebn , denn ehnder ruh ich nit - und sollten s ' d ' halbe Nacht dazu brauchn - , bis d ' Kassa an ihrm alten Ort steht . « » Schau , hab a Einsehn , ' m Wastl , dem armen Hascher , is s ' mit der ganz Eisenschwern afm Fuß gfalln , brüllt hat er wie a Ochs , und einbeinlet habn s ' ' n vom Fleck gführt . « » Hehehe ! Hat einer dabei was abkriegt ? Das is mer lieb , und leid , daß ' s nur der eine war ! Hehehe , der wird sich ' s dermerken ! Mein schon auch , wann einer mitm Läufel unter paar Zentner grat , daß er alle Engeln singen hört und nachplärrt , wann ' s auch nit so schön ausfallt . Hehehe ! Schadt nix , so a Denkzettel ! Geh krump , Lump . Hehehe ! « Mitten in dem lauten Jubel über den Unfall des Knechtes besann sich aber der Alte , wie ganz kindisch und aus seiner eigenen Weis das sei , er legte das Gesicht in ernste Falten . » Teufl « , murmelte er , » so weit wird ' s doch nit schon sein mit dir - du , Sternsteinhofer - , daß d ' deppisch wurdst ? ! Kam ' n andern recht , dir Herr z ' werdn . Ah , nein , fein gscheit ! « Er rückte ein wenig auf dem Kutschbocke zur Seite und sagte zur alten Schaffnerin : » Steig auf ! Wolln mer gleich der Bäuerin unter d ' Augen ! « » Wo denkst hin ? « fragte erschreckt Kathel . » Der hab