vom Hufe abstach . Dankmar sah eine Weile zu . Der junge Zeck grüßte flüchtig und eilte sich in der Arbeit , was er nur konnte . Der junge Ackermann hielt sich inzwischen in der Ferne auf dem Rasen und schien sich mit Bello ausgesöhnt zu haben . Kaum hatte sich Dankmar wieder nach ihm umgesehen , war auch die letzte Arbeit in der Schmiede verrichtet . Der Knecht bezahlte und eilte mit seinem Pferde davon . Der junge Zeck verschwand in dem innern kohlengeschwärzten Hause . Dankmar beschloß , sich dem blinden Alten vor seiner Abreise doch noch einmal zu empfehlen . So folgte er in die dunkle leere Werkstatt und sah eine kleine schmale Treppe , die oben in die Wohnung des Schmieds führte . Er trat behutsam auf . Die Nachwirkung des Eindrucks , den der Knabe in seiner Sanftmuth auf ihn gemacht hatte , ließ ihn leiser auftreten , als er sonst würde gegangen sein . Man hörte ihn nicht . Wie erstaunte er daher , als er unerwartet oben , eine Thürklinke niederdrückend und in ein niedriges Gemach eintretend , den blinden Zeck eben im Begriffe fand , einen ganzen Tisch voll flimmernder , hellblitzender Goldstücke einzustreichen ! Der taube Sohn stand gierig gaffend daneben und der Amerikaner wollte eben gehen .... Wer da ? rief der Blinde mit Heftigkeit , als er sich so plötzlich überrascht fand . Sein sonst so feines Gehör mußte ihn bei dem Fühlen und Tasten nach den schweren Goldstücken verlassen haben , sonst würde ihm wol schwerlich das wenn noch so stille Hinaufsteigen Dankmar ' s entgangen sein .... Beruhigt Euch ! sagte Dankmar . Ich wünsch ' Euch alles Glück , wenn Ihr in der Lotterie gewonnen oder eine Erbschaft gemacht habt . Ich wollt ' Euch nur sagen , daß ich aufbreche und wenn Ihr an den Fuhrmann Peters etwas zu bestellen habt - Nichts ! Nichts ! Was Peters ! Herr ! polterte der Blinde grob und unhöflich . Seit dem plötzlichen Reichthum schien er auch schon alle Fehler der Reichen bekommen zu haben . Sein Zorn erinnerte Dankmarn an die Bosheit , mit der er heimlich gestern den vorlauten Bello hatte niedertreten wollen . Der Alte hatte sein schon halb lose hängendes Schurzfell rasch abgebunden und es wie zum Schutz auf den Tisch so geschwind gebreitet , daß einige Goldstücke auf die Erde rollten . Der Blinde tastete , der Taube kroch nach den rollenden Friedrichsd ' oren mit der Gier einer Katze . Es war ein häßlicher , ängstlicher Anblick .... Dankmar hatte schon die Thür in der Hand und entfernte sich , den feinlächelnden Amerikaner flüchtig grüßend , mit den Worten : Ich sehe , daß ich störe . Genießt Euer Glück in Frieden ! Lebt wohl ! Damit kletterte er getrost die Hühnersteige wieder hinunter zu Bello und dem Knaben , der inzwischen draußen im Vorbau der Schmiede auf einen dreibeinigen Schemel sich niedergesetzt hatte und dem Hund , der sich ihm jetzt nach Entfernung der garstigen Magd , die hinten an einem Ziehbrunnen wusch , traulicher anschmiegte , nach seinem traurigen Schaden sahe .... Wetter ! sagte Dankmar aufgeregt zu dem Knaben , wenn ich gewußt hätte , daß dein Vater oben Geldgeschäfte mit dem impertinenten alten Schmied hat , würde ich mich wol gehütet haben , ihn zu stören .... Es ist eine Erbschaft , sagte der Knabe , die ihm der Vater aus Amerika mitbringt . Eine Erbschaft ! Und das so aus freier Hand , ohne gerichtliche Vermittlung ? Erbschaften sollen nur durch die Behörden gehen . Verstehst du etwas vom Recht ? Der Knabe schüttelte den Kopf . Dankmar bemerkte mit Wohlgefallen die langen seidnen Wimpern des braunen Auges , die der kleine Amerikaner niederschlug , ohne eine gewisse Pfiffigkeit und Schlauheit verbergen zu können , die hinter seiner Scheu verborgen lag . Ihr wißt von unserm Amtswesen und unsrer Federfuchserei nicht viel ? sagte Dankmar , um sich von dem unangenehmen Eindruck , den ihm der oben erlebte Augenblick hinterlassen , zu zerstreuen . Doch , Herr , antwortete der Knabe und stemmte den einen Fuß wie spielend rückwärts an ein zerbrochenes Rad ; doch ! doch ! Der Vater hat sich freilich gestern nach dem Schmied und seiner Schwester erkundigt und sich nachschlagen lassen , was man auf dem Amt von ihnen weiß und da er fand , daß es die Richtigen sind , denen er das Geld zu bringen hat , so hat er ' s ihnen nun wol oben gegeben . Es war uns schwer genug . Um den Leuten Freude zu machen , wechselte er das Papier in pures blankes Gold . Die Schwester des Schmieds ? wiederholte Dankmar , erfreut durch die ermuthigte und gesammelte Antwort und den gutmüthigen Zug des Vaters . Also eine Schwester hat der Schmied ? Er ist blind , sein Sohn taub , was muß da wol die Schwester für ein Gebrechen haben ? Das Alter , hör ' ich ; sagte der Knabe lächelnd . Das Alter ! .... wiederholte Dankmar . Die Antwort gefiel ihm . Er schaute ganz betroffen auf , vergrößerte die Augen und hätte fast Brav , mein Junge ! gesagt . Der Knabe aber , seine angenehme Erregung übersehend , fuhr harmlos fort : Sie sollte erst in die Schmiede kommen , daß wir ihr hier ihren Antheil auch auszahlten und das schwere Geld loswürden . Aber sie soll seit Jahren ein Gelübde gethan haben , nicht weit vor die Thür zu gehen und so müssen wir ihr ' s nun wol selbst bringen ..... In diesem Augenblick rief vom Innern der Schmiede her eine starke sonore Stimme : Selmar ! Dem nun aufspringenden Knaben trat sein Vater entgegen . Wie dieser Dankmarn erblickte , sagte er freundlich : Sie waren sehr rücksichtsvoll , mein Herr ! Wie rasch Sie sich entfernten ! Ja , ja ! Der Blinde oben ist außer sich , daß Sie uns da so plötzlich