sagte : » Bonsoir , Elise ; es freut mih , dih z ' seh ! « , und Elisi sagte : » Merci , Trinette ; ich ha glaubt , mi heyg mih ganz vrgesse . « Trinette entschuldigte sich , daß sie noch mit der Näherin zu tun gehabt , die ihr das Mäß zu einem neuen Tschöpli habe nehmen müssen , und sie habe geglaubt , der Mann sei da . Unterdessen musterten die beiden Schwägerinnen einander mit Kenneraugen von oben bis unten , und während Trinette in stolzer Freude , diesmal dr Däche z ' sy , Elisi Erfrischungen anbot , der Köchin und der Stubenmagd Befehle gab , sagte Elisi , es möchte in ein Stübli , sich anders anzuziehen . Es hätte für die Reise das Leydest angezogen , wo es gehabt . Es sei nicht gewohnt , in solchen Kleidern zu sein , und möchte sich auch öppe anziehen , wie es der Brauch sei . Gäb was nun Trinette einwandte , Elisi sei ja so de bon goût angezogen , wie wenn es grad aus dem Weltschland käme , setzte es Elisi doch durch , daß man ihm eine Stube anwies und eine Magd ihm alles nachtrug . Drunten wurde nun auf , getragen allerlei Gutes , die Köchin mußte Strübli machen , und der Johannes sollte Neuenburger holen im Keller , tat aber nur Roquemoore in eine Neuenburgerflasche und sagte für sich : » Was wissen doch die , was Neuenburger ist ! Roquemoore tuts denen zwee Gäuggle wohl . « Endlich erschien Elisi , und diesmal nicht grasgrün , sondern schön himmelblau , mit brodiertem Mänteli , großer Gufe , goldener Uhrenkette , Haften am Kittel wie Zwanziger und Göllerketteli , die es ganz vorniederzogen und deren Blämpel mit Gold ausgelegt waren . Es war eine helle Pracht , wie das funkelte und so neu und schön aussah . Trinette ward ganz grün und gelb vor Neid und war auf dem Punkte , die Strübleni abzusagen . Indessen besaß sie sich doch und rühmte Elisis Pracht , aber stichelte dabei : Wie es gar kommod sei , hoffärtig zu sein , wenn man noch bei Vater und Mutter sei , da möge es alles erleiden . Wenn man aber für alles selbst sorgen müsse und noch Kinder habe , so tue einem das die Nase hintere . Sie hätten Beide noch nichts geerbt , und wenn ihre Eltern nicht so gut gegen sie wären , sie könnten es nicht machen . Wenn man schon grusam viel verdiene , so gehe doch grusam viel darauf so in einer Wirtschaft . Elisi wurde nun ganz zweg , aß und trank nach Herzenslust , rühmte die Strübli und besonders den Neuenburger . Der Vater müsse auch solchen anschaffen , sagte es , er hätte immer nur so Kuttlenrugger , wo man im Weltschland damit den Mäusen vergebe ; man sage ihm Taveller , er komme da von Biel her . Nun packte Elisi auch seinen Kram aus , unter dem feines Guttuch zu einem Tschöpli für Trinette war , über das dieselbe aber gar sehr die Nase rümpfte . Sie sei gar froh darüber , sagte sie , es sei schön warm , und sie hätte schon lange so etwas gemangelt , sie sei voriges Jahr beim Sauerkabiseinmachen schier erfroren im Keller . Freilich machten solches die Mägde , man müsse doch aber auch zuweilen sehen , wie sie es machen . Die Diensten seien heutzutage gar schlecht , sie luegten nur zu sich . Das war die längste Rede , welche diesen Abend Trinette hielt . Da kriegte Elisi doch nach und nach Langeweile . Aus der Nebenstube ertönte Gelächter , der Stoff der Rede ging ihm aus , und es düechte ihns , es sei doch schade , wenn niemand in Frevligen seine himmelblaue Bkleidig sehe als die mißgünstige Trinette und die dumme Stubenmagd , die noch mit keinem einzigen Wort ihre Bewunderung bezeugt hatte . Immer mehr wuchs ihm der Glust wenn die daneben doch auch sehen könnten , wie schön es bkleidet sei ; vielleicht wäre einer darunter , der ihm gefiele , und da könnte sich eine gute Partie machen ungsinnet . Es müsse daheim versauren und komme den Leuten nicht vor die Augen , da sei es doch kein Wunder , daß es noch keine Partie gemacht . Darum wolle es doch , wenn es einmal fort sei , nicht in einem Hinterstübli vrgrauen und sich vor niemand zeigen . Aber Trinette , wie sehr auch Elisi um die Stauden schlug , tat keinen Wank , und wenn es fragte , wer wohl drüben sei , so sagte Trinette , es werden die Säutreiber sein von Lutern oder von Eschlismatt . Aber es düechte Elisi , die Säutreiber von Lutern sollten nicht so mögen lachen , und endlich sagte es , sein Knecht werde wohl auch dort sein ? Trinette sagte , er werde wohl . Da sagte Elisi , es müßte doch gehen und ihm sagen , wann sie morgen fort wollten , es hätte ihm noch nichts befohlen . Trinette aber antwortete , es wolle ihn kommen lassen , man könne ihm hier ja auch befehlen . Aber Elisi wollte hinüber , stund auf , entschuldigte sich , daß es nicht Mühe machen wolle , und tat die Zwischentüre auf . Drinnen saßen an zwei Tischen , einem den Fenstern , einem der Wand nach , viele Männer , fluchend , lachend , rauchend , trinkend , spielend . Es waren aber allerdings nicht Säuhändler von Lutern , sondern alte und junge Frevliger , die an ihrem gewohnten Abendwerk saßen ; denn da war des Wirtshauses wegen alle Tage Sunntig , in der Kirche aber alle Tage Werchtig . Bei ihnen saßen Johannes und Uli , der Letztere vom Erstern zu Gast gehalten mit Tabak und Wein . Langsam kam aus dem dunklen Hintergrunde das himmelblaue Elisi , stüpfte dem Uli auf die Schulter und