was es heißt , die Treue brechen und den Eid vergessen . « » Hier steht noch einer , der dies auch nicht kennt « , sagte Schweinsberg , und trat näher zu dem Herzog . » Ich will mit Euch ziehen nach Mömpelgard , wenn Ihr meine Begleitung nicht verschmähet . « Aus den Augen des alten Lichtenstein blitzte ein kriegerisches Feuer : » Nehmt auch mich mit Euch , Herr ! « sagte er . » Meine Knochen taugen freilich nicht mehr viel , aber meine Stimme ist noch vernehmlich im Rat . « Marie sah mit leuchtenden Blicken auf den Geliebten , über die Wangen Georgs von Sturmfeder zog ein glühendes Rot , sein Auge leuchtete vom Mut der Begeisterung . » Herr Herzog ! « sagte er . » Ich habe Euch meinen Beistand angetragen in jener Höhle , als ich nicht wußte , wer Ihr wäret , Ihr habt ihn nicht verschmäht . Meine Stimme gilt nicht viel im Rat , aber könnet Ihr ein Herz brauchen das recht treu für Euch schlägt , ein Auge das für Euch wacht , wenn Ihr schlafet , und einen Arm , der die Feinde von Euch abwehrt , so nehmt mich auf , und lasset mich mit Euch ziehen ! « Alle jene Empfindungen , die ihn zu dem Mann ohne Namen gezogen hatten , loderten in dem Jüngling auf , sein Unglück und die erhabene Art , wie er es trug , vielleicht auch jener aufmunternde Blick der Geliebten , erhöhten diese Flammen zur Begeisterung , und zogen ihn zu den Füßen des Herzogs ohne Land . Der alte Herr von Lichtenstein blickte mit stolzer Freude auf seinen jungen Gast , gerührt sah ihn der Herzog an und bot ihm seine Hand , hob ihn auf von den Knieen , und küßte ihn auf die Stirne . » Wo solche Herzen für uns schlagen « , sagte er , » da haben wir noch feste Burgen und Wälle , und sind noch nicht arm zu nennen . Du bist mir lieb und wert , Georg von Sturmfeder , du wirst mich begleiten , mit Freuden nehme ich deine treuen Dienste an . Marx Stumpf von Schweinsberg , dich brauche ich zu wichtigerem Geschäft als meinen Leib zu decken . Ich werde dir Aufträge geben nach Hohentwiel und der Schweiz ; Eure Begleitung , guter Lichtenstein , kann ich nicht annehmen . Ich ehre Euch wie einen Vater , Ihr habt getreu an mir gehandelt , Ihr habt mir allnächtlich Eure Burg geöffnet ; ich will ' s vergelten . Wenn ich mit Gottes Hülfe wieder ins Land komme , soll Eure Stimme die erste sein in meinem Rat . « Sein Auge fiel auf den Pfeifer von Hardt , der demütig in der Ferne stand : » Komm her , du getreuer Mann ! « rief er ihm zu , und reichte ihm seine Rechte , » du hast dich einst schwer an Uns verschuldet , aber du hast treu abgebüßt , was du gefehlt . « » Ein Leben ist nicht so schnell vergolten « , sagte der Bauer , indem er düster zum Boden blickte , » noch bin ich in Eurer Schuld , aber ich will sie zahlen . « » Gehe heim in deine Hütte , so ist mein Wille ; treibe deine Geschäfte wie zuvor , vielleicht kannst du Uns treue Männer sammeln , wenn Wir wieder ins Land kommen . Und Ihr , Fräulein ! wie kann ich Eure Dienste lohnen ? Seit vielen Nächten habt Ihr den Schlaf geflohen , um mir die Türe zu öffnen und mich zu sichern vor Verrat ! Errötet nicht so , als hättet Ihr eine große Schuld zu gestehen ; jetzt ist es Zeit zu handeln . Alter Herr « , wandte er sich zu Mariens Vater ; » ich erscheine als Brautwerber vor Euch , Ihr werdet den Eidam nicht verschmähen , den ich Euch zuführe ? « » Wie soll ich Eure Reden verstehen , gnädigster Herr « , sagte der Ritter , indem er verwundert auf seine Tochter sah . Der Herzog ergriff Georgs Hand und führte ihn zu jenem . » Dieser liebt Eure Tochter und das Fräulein ist ihm nicht abhold , wie wäre es alter Herr , wenn Ihr ein Pärlein aus ihnen machtet ? Zieht nicht die Stirne so finster zusammen , es ist ein ebenbürtiger Herr , ein tapferer Kämpe , dessen Arm ich selbst versuchte , und jetzt mein treuer Geselle in der Not . « Marie schlug die Augen nieder , auf ihren Wangen wechselte hohe Röte mit Blässe , sie zitterte vor dem Ausspruch des Vaters . Dieser sah sehr ernst auf den jungen Mann : » Georg « , sagte er , » ich habe Freude an Euch gehabt seit der ersten Stunde , daß ich Euch sah ; sie möchte übrigens nicht so groß gewesen sein , hätte ich gewußt , was Euch in mein Haus führte . « Georg wollte sich entschuldigen , der Herzog aber fiel ihm in die Rede : » Ihr vergesset , daß ich es war , der ihn zu Euch schickte mit Brief und Siegel , er kam ja nicht von selbst zu Euch ; doch was besinnet Ihr Euch so lange ? Ich will ihn ausstatten wie meinen Sohn , ich will ihn belohnen mit Gütern , daß Ihr stolz sein sollet auf einen solchen Schwiegersohn . « » Gebt Euch keine Mühe weiter , Herr Herzog « , sagte der junge Mann , gereizt , als der Alte noch immer unschlüssig schien . » Es soll nicht von mir heißen , ich habe mir ein Weib erbettelt und ihrem Vater mich aufdrängen wollen , dazu ist mein Name zu gut . « Er wollte im Unmut das Zimmer verlassen , der Ritter von Lichtenstein aber faßte seine Hand , » Trotzkopf ! « rief er , » wer wird denn gleich so