, daß die Schrift gefälscht ist . Und das kann ich beweisen . « » Sie wollen es wieder herumdrehen ! Das will ich sehen ! « Sylvester nahm seinen Hut und ging ohne Gruß aus dem Zimmer . Als er den Pfarrhof verlassen hatte , regte sich erst sein Zorn über den Auftritt . Er war nicht zufrieden mit sich . Warum hatte er nicht schärfer geantwortet auf die Beschimpfungen ? Er hätte wenigstens sagen können , daß diese sinnlose Wut verdächtig sei . Wenn der Pfarrer den Zettel wirklich gefunden habe , könne es ihm nur recht sein , daß die Fälschung entdeckt wurde , daß man das Unrecht wieder gutmachen konnte . Und wie plump das gefälscht war ! Im Texte war die Schrift nicht einmal nachgemacht ; nur der Namenszug war ähnlich . Daneben war das Siegel aufgedrückt , als wenn so etwas eine amtliche Bestätigung sein könnte . Sylvester blieb stehen . Das war ihm nicht gleich eingefallen , das Siegel war ja ein Beweis , daß der Pfarrer den Zettel gefälscht hatte ! Wer hätte sonst das Amtssiegel benutzen können ? Er ging wieder rasch vorwärts . Was sollte er jetzt tun ? Die Wahrheit mußte heraus , und war es nur dem alten Herrn zuliebe . Zum Lehrer gehen und ihn um Rat fragen ? Der würde nur abmahnen und den lieben Frieden predigen . Und bitten , daß man ihn aus dem Spiele lasse . Oder die Mutter ins Vertrauen ziehen ? Sie würde sich ängstigen . Das Einfachste war , es dem zu sagen , der ein Recht auf die Wahrheit hatte . Und ja , das wollte er tun . Sylvester eilte durch das Dorf und kam erhitzt in den Schullerhof . Die Bäuerin stand unter der Tür . » Ist der Schuller daheim ? « » In der Stub ' n hockt er . Aber sagen S ' no mir an Grüaß Good , Herr Mang ! « » Ja , ja ! Ich hab ' jetzt keine Zeit . « » Wo brennt ' s denn ? « Sie erhielt keine Antwort ; Sylvester war schon in der Stube . Der Schuller schaute über seine Zeitung weg auf den Eintretenden . » Was geit ' s ? « fragte er kurz . » Ich muß Ihnen was Wichtiges sagen . « » Was nacha ? « » Ich hab ' den Zettel gesehen , wegen dem Sie so viel Verdruß gehabt haben . « » So ? « » Der Herr Pfarrer hat ihn selber hergezeigt . « » Dös is nix Sonderbar ' s. Der hat ' n scho viel Leut ' zoagt . Bloß mir net . « » Der Zettel is falsch , Schuller . « » Dös woaß neamd besser , wia ' r i , daß dös verlog ' n is . « » Verstehen Sie mich recht ! Die Schrift ist gefälscht . « » G ' fälscht ? « » Jedes Wort und die Unterschrift dazu . « Der Schuller faßte Sylvester mit einem derben Griffe am Arm . » Sie , Herr Mang , i kenn ' Eahna do guat und glaab net , daß Sie an Spott über mi hamm . Was is dös , was Sie da sag ' n ? « » Ich sag ' Ihnen , daß der Herr Pfarrer Held kein Wort über Sie geschrieben hat . Daß man seine Schrift nachgemacht hat . « » Nacha waar ja dös offenbar , daß alles mit Fleiß derlog ' n is ? « » Ja , daß es erfunden ist . Und daß man den alten Held dazu hergenommen hat . « » Aba , ko ma dös beweisen ? « » Das ist gar nicht schwer . Das sieht jeder , der die Schrift kennt . « » Und dös is g ' wiß und wahr , Sylvester ? Sie hamm Eahna net täuscht ? « » Eine Täuschung ist gar nicht möglich . Was ich Ihnen gesagt habe , vertrete ich vorm Gericht . « » Ja , Herrgott ! « Schuller stand von der Bank auf und packte Sylvester an beiden Schultern und schüttelte ihn herzhaft . » Ja , Herrgott ! Manndei ! Was sagst ma denn du ? Gel , du lügst it ? Manndei , was sagst d ' ma denn du ? « Er setzte sich wieder . » Sie müassen ma ' s nomal g ' nau sag ' n. So schnell versteh ' i dös net . « Sylvester erzählte nun ausführlich , wie er im Pfarrhof war , wie ihn Baustätter zur Rede stellte , und wie alles kam . Der Schuller unterbrach ihn oft . » Z ' erscht recht freundli , gel ? Und giftig bei da Freundlichkeit , und nacha auf oamal in da Wuat ? Ja , i kenn ' an Herrn Baustätter ! « Und als Sylvester beschrieb , wie der Pfarrer den Zettel vor ihn auf den Tisch warf , patschte sich der Schuller auf die Knie und lachte aus vollem Halse . » Er hat g ' moant , Sie verstengan nix davo . Aba Sie hamm ' s glei kennt ? « » Gleich , wie ich ' s gelesen hab ' . « » Es is halt do was Schön ' s , bal oana studiert hat . Oft hab ' i mir denkt , wenn i Eahna g ' sehg ' n hab ' , es is eigentli schad ' , daß so a Mannsbild wia Sie a Stubenhocker werd , aba jetzt is ' s do für was guat g ' wen . « Und dann wurde der Schuller wieder ernst . » I bin Eahna viel Dank schuldig , Sylvester , « sagte er . » Aba wissen S ' , d ' Hauptsach ' kummt erst . Dös müassens S ' mir auf Ehr ' und G ' wissen sag ' n ,