er seitdem nichts geschickt « , fragte er , » kein Brot , nicht einmal eine Schüssel Mehl ? « » Nichts « , erwiderte sie , » kannst dir wohl denken , daß ich dir ' s gesagt hätt . « Er knirschte mit den Zähnen . » Wohl , wenn er ' s nicht sichtbar geben will , so soll er ' s unsichtbarlich geben . Ruf deinen Jerg , er muß uns behilflich sein , ich will mit ihm deines Vaters Wagen rüsten , und du schaffst Säck her , wenn ' s dran fehlt , so entlehnst du in der Nachbarschaft . « » Was willst denn auf dem Wagen führen ? « fragte sie schüchtern . » Die Säck ! « rief er noch barscher als zuvor . » Und was willst in die Säck tun ? « » Fressen ! « antwortete er . Seine Augen funkelten , die Narbe in seinem Gesicht war blutrot geworden , und sein ganzes Aussehen erschien so wild , daß sie nicht weiter zu fragen wagte . Jerg , der kein Mann von vielen Worten war und sich unbedingt an seinen natürlichen Schwager anschloß , sowie er diesen tatkräftig auftreten sah , half ihm den Wagen zurechtmachen , während Christine unter der hinteren Türe saß und die Säcke flickte , wo sie Löcher an ihnen entdeckte . Niemand fragte , was dieses Vorhaben bedeuten solle . Der Vater lag oben im Bett und sah meist stillschweigend an die Wand oder nach der Decke hinauf , und die Mutter befand sich bei ihm . Der kleine Bube tummelte sich um den Wagen herum und sah den beiden jungen Männern zu . Als es Nacht wurde , mußte Jerg die Kuh aus dem Stalle führen , und Friedrich half ihm sie an den Wagen spannen . Dann befahl er Christinen , eine Laterne anzuzünden und mitzunehmen . Sie kam mit der Laterne , blieb aber stehen und sagte : » Um Gottes willen , Frieder , was hast vor ? Mir ist ' s , als sei ' s nichts Gut ' s. « » Hörst den Teufel schon Holz spalten ? « sagte er . » So gut du dein Kind in meines Vaters Haus tragen kannst , so gut kann ich ihm auch Futter draus holen . « » Ach Gott « , seufzte sie , » das ist eine unrechte und gewagte Sach . Ich will nichts davon . « » Du läßt mir ja keine Ruh ! « rief er , und der Grimm klang aus seiner gedämpften Stimme heraus . » Vorwärts ! « Er ergriff sie am Zopfbändel und zog sie fort . Sie verbarg die Laterne unter der Schürze und folgte willig . Der Wagen fuhr langsam durch den Flecken . Es war überall still , kein Mensch begegnete ihnen . Vor der Sonne hielten sie an . Auch dort lag alles im Schlafe . - » Ihr beide bleibt da unten « , sagte Friedrich , » für euch ist ' s ein fremdes Haus , man soll euch keinen Einbruch vorwerfen können . Ich bin hier in meinem eigenen , das weiß sogar der Hund , die unvernünftig Kreatur , denn sehet , er rührt sich nicht . « Er öffnete einen Laden und verschwand mit einem Sack , den er bald schwerer , als er zuvor gewesen war , wiederbrachte . So trug er mit starker Hand einen Sack um den andern herab und bot ihn zu dem Laden heraus , wo ihn Jerg in Empfang nahm und auf den Wagen lud . Ohne durch einen Laut im Hause gestört zu werden , brachte er endlich den letzten Sack . Nachdem das nächtliche Geschäft beendigt war , gab er Jerg einen Wink , mit dem Wagen umzukehren , wobei er die in Eile geladenen Säcke hielt , damit keiner herunterfiel . » Vorwärts , marsch ! « kommandierte er dann , und der Wagen setzte sich wieder in Bewegung . Christine , die sich in das Unternehmen gefunden zu haben schien und dem seltsamen Tone Friedrichs entgegenwirken zu müssen meinte , bemerkte scherzend : » Du kommst mir vor , wie ein Räuberhauptmann , der über seine Bande hinein befiehlt . « » Was nicht ist , kann noch werden « , murmelte er dumpf . Als sie den Wagen abluden , überzählte er die ungleich gefüllten Säcke . » Es werden zirka sechs , sieben Scheffel sein « , sagte er mit der Sicherheit des Kenners . » Was ist ' s für Frucht ? « fragte Jerg . » Dinkel und Haber . « » Da wär ja für Menschen und Vieh gesorgt . « » Es ist an dem für die Menschen genug . Den Haber betracht ich als bar Geld . « » Hab mir ' s wohl vorgestellt . « » Wollen ' s gleich auseinander tun . Die Säcke da enthalten Dinkel , die schlachtet ihr ins Haus , ihr brauchet nicht alle , könnt mir noch ein oder zwei davon lassen . « » Ja , ist denn die Frucht für uns ? « fragte Jerg . » Nein , aber für eure Mäuler . Zu was meinst denn , daß ich sie da rausgeführt hab ? Mach mir nur keine Umständ . Den Rest davon und den Haber will ich in etwas anders verwandeln , das noch mehr Brot geben soll . « Jerg lachte verschmitzt . » Merkst was ? « fragte Friedrich . » Mir ist ' s immer , als müßt ich wieder einen Gang für dich nach Rechberghausen tun « , sagte Jerg . » Hast ' s troffen . « » Zufällig weiß ich , daß der Christle morgen runter kommt . « » So nimm ihn zu dir da raus . Ich will dann auch kommen , daß wir mit ihm handelseins werden . « » Wenn nur dein Vater nicht erfährt , was du ihm