der Seite und die Hand am Geldseckel , über himmlische und irdische Dinge ab , daß Funken davonfahren , als ob die sieben Weisen Schnuderbuben gegen sie wären und jeder von ihnen eine lebendige , herumwandelnde Universität mit allen vier Fakultäten und den sieben freien Künsten im Leibe . Und wenn sie zufällig eine Tabakspfeife im Maul haben , dann will ich niemand raten , ihnen zu widersprechen . Jupiter mit Blitz und Donner in beiden Händen , im Begriff , Städte , Länder zu zerschmettern , muß ein lieblich Mieneli gemacht haben , mit dem Gesicht verglichen , das ein Frevliger macht , wenn er eine Tabakspfeife im Maul hat und Widerspruch vernimmt . Die Flüche entströmen ihm nicht einzeln , sondern dutzendweise , und die » Himmelsdonner « und » Dr Tüfel soll mih näh « hängen aneinander wie Fröschmalter , und je gebildeter er sich glaubt , um so länger und um so gräßlicher flucht er , daß einem dünkt , er sei nicht bloß eine lebendige Universität , sondern auch eine lebendige Dampfmaschine , die Flüche fabriziert en gros . Wenn sie von weitem eine Wahrheit hören , seis nun eine religiöse oder eine medizinische , eine politische oder juridische , so blähen sie sich dagegen auf mit Schnauben und Tabak , als ob sie Schwefel unter der Nase fühlten . Wenn ihnen aber ein halb , witziger Gumi oder ein am Verunglücken begriffener juridischer oder medizinischer oder politischer Spekulant die sinnlosesten Unwahrheiten , die wüstesten Lästerungen vorplaudert , so tut es ihnen wohl durch den ganzen Leib ; sie strecken wohlbehaglich die Beine von sich aus , und wohl Einer oder der Andere steht auf , schlägt auf den Tisch und brüllt , indem er Maul und Augen aufreißt , daß sein ganzes Gesicht nur ein Loch scheint : » Dä het jetz auf meine armi türi Himmelsgottsseel recht , dä vrfluecht Millionstusigsdonner ! « Diese Leute sind ein fürchterlicher Beweis von einem menschlichen Zustande , in welchem man nur Lügen zu lieben , zu glauben imstande ist ; sie beweisen die Wahrheit der Worte , daß nur , wer aus der Wahrheit ist , ein wahrhaft Gemüt in sich trägt , Wahrheit begreifen , lieben und glauben kann . Wer diese psychologische Wahrheit im Auge behält , der kann sich gar manches Rätsel im Staatenleben erklären , und gar manche Erscheinung , mit der er sonst nichts zu machen wußte , wird ihm deutlich . Wenn der widerlichste , wüsteste , selbstsüchtigste Lümmel mehr Glauben , mehr Anhang findet als der auf , richtigste Menschenfreund , so weiß er , was da einzig trösten kann . Als sie dort vor das Wirtshaus fuhren , worin Johannes der Wirt war , so kam der Stallknecht , das Pferd abzunehmen . Kinder stunden vor dem Hause , aber bewegten sich nicht , Gesichter fuhren vom Fenster weg und zeigten sich nicht . Ds Elisi stund da vor dem Wirtshaus in grüner Seide , mit halb verfrornem Gesicht , wie ein Krautblatt im Winter , und Uli packte aus , Pack um Pack , die ihm niemand abnahm . Als endlich alles ausgepackt , das Pferd längst im Stall war , wanderten sie der Haustüre zu , bei den Kindern vorbei , die sie mit großen Augen anglotzten , die liebe Tante weder mit Gebärden noch Worten begrüßten , sondern sich herumschlenggeten und den Rücken wiesen , wenn man sie anreden wollte . Endlich , als sie unter der Haustüre waren , kam Johannes durch den Gang und grüßte zärtlichst seine Schwester : » Bunschur ! Bunschur ! Was Donners kömmt dir jetzt in Sinn , daß du zu uns kommst ? An dich hätten wir jetzt nicht gesinnet . Wo Donners wottst du hin mit deinen Bünteln ? « Den Uli grüßte er vertraulich und hätte ihm sogar die Hand gegeben , wenn Uli eine freie gehabt hätte . Ds Elisi sagte , es hätte Längizyti gehabt und es hätte es düecht , es möchte einist zu ihnen zDorf cho . » Dr Vater und dMuetter lassen dich grüßen . « Somit hatte Johannes eine Stube geöffnet , wo die honetteren Reisenden eintraten , und ds Elisi hineingeführt . Uli legte seine Packs ab und ging , Johannes ihm nach , sagend , er wolle es seiner Frau sagen , daß es da sei . Die aber hatte Elisi wohl gesehen , Johannes brauchte es ihr nicht zu melden . Er ging Uli nach , der zu seinem Roß sehen wollte , sprach mit ihm des Langen und Breiten darüber , zeigte ihm dann seine Pferde und Kühe und machte ihm zwischendurch Vorwürfe , daß er nicht zu ihm gekommen ; er hätte ein ander Leben bei ihm haben sollen , als er in der Glunggen habe , wo ein ewig Gchär sei und man es nie treffe , bald zu wenig , bald zu viel mache . Unterdessen saß ds Elisi alleine in der Wartstube , sah sich zuerst die greulichen Helgen an , welche an den Wänden hingen zu großer Erbauung manches Kindbettimannes , der nie etwas Gemaltes gesehen als die Wegweiser , die Kirchenzyt und Hochzeitschäfte und -tröge . Nachdem es diese und endlich alles andere angesehen , was in der Stube war , so fing es an auszupacken , und Trinette kam noch immer nicht und niemand offerierte dem Elisi etwas , nicht einmal etwas Kaltes , verschweige etwas Warmes . Trinette machte nämlich die Toilette . So wie sie war an diesem Nebeltage , mit angelaufenem Mänteli und Fingern , ohne Gufen und Ringe , in Schuhen ohne Hinterstück und Kittel ohne Häfte , einer gemeinen Haarschnur und wohlfeiler Ärgäuer Scheube , wollte sie sich vor Elisi , das sie schön seiden gesehen , nicht zeigen . Während nun Trinette sich sträubelte und aufzäumte , blies Elisi unten Trübsal und nahm sich allerhand vor , was es tun und sagen wolle . Mitten in den besten Entwürfen rauschte Trinette heran und