, wornach sich die Beängstigung gemindert . Nicht dafür gekonnt , daß ich in dies Malheur verfallen . Drittes Blatt Den neunten Juli : Schönes Gefühl empfunden durch die neue Lieb . Sehr geschmeichelt gefühlt von der Lieb vornehmer Person . Gar nicht mehr den Bedienten gefühlt in der neuen Lieb . Stiefeln in diesem Gefühl geputzt . Angeschnauzt von meinem Herrn und abgeschwartet5 in der Still ' , weil Stiefeln nicht blank gewest . Alles verschmerzt im Gefühl der Lieb . Abends zwölf harte Eier gessen . Äußerst selig zu Bette gangen . * Vor Flecke aus dem Tuch zu bringen nimmt man Toback , kocht ihn ab und schmiert ' s Tuch mit ein . Dann gebürstet und am Sonnenschein getrocknet , ist alles ' raus . Viertes Blatt Den zwölften Juli : Heut meinen Entschluß gefaßt nach langem Kampf . Mich risalfiert , Rieken ewig zu lieben und das Fräulein zu heiraten , wofern mir mei ' fernere gute Verköstigung zugesagt wird . Alle Andenken verbrannt von Rieken , um nicht wieder Kampf zu leiden . Dennoch äußerst viel Furcht gehabt vor dem alten Baron , von wegen zum Hausnausschmeißens , wenn ' s ' rauskommt . Vier Stüber vom Fräulein geschenkt gekriegt , um mir ein ' Erholung zu machen . * Angespielt heute von ferne auf fernerweite gute Verköstigung , wofern geheiratet werden soll . Mißverstanden geworden . Mich entschlossen , nächstes Mal mich deutlicher zu machen . * Den vierzehnten Juli : Künftigem Schwiegervatern heute vor Pläsier die Stiefeln ausgezogen . Ihn dabei bedeutsam angeblickt , um die Entdeckung vorzuspielen . Auch nicht verstanden worden . Nachgerade bänglicht . Gar keine Lust mehr zum Dienen bei Münchhausen . Gar zu viel gewißt von seinen Geheimnissen und seit jeher keinen rechten Respekt nicht vor einem chemisch-präparierten Menschen gehabt . Durch die neue Lieb ' vollends ganz stolz geworden . Mich erniedrigt gefühlt durch die einförmigen Rockausklopfereien und sonstigen Amtsverrichtungen . Will Fürst von Hechelkram werden , wann ' s nicht anders ist und das Fräulein darauf besteht . Soll mir sagen , wo ' s Fürstentum liegt , damit ich drum einkommen kann . * Am selbigen Tag , nachts : Mein Herr von Münchhausen heute abermals seine Schmierereien vorgenommen und mir dadurch ganz widerwärtig geworden . Mir vorgenommen , bei erster Gelegenheit grob zu werden , um auf eine feine Manier aus dieser Sklaverei zu kommen . Gefällt mir jetzt recht wohl hier . Übrigens doch eigne Lag ' , und weiß der Schinder , was draus werden soll . In ein so wunderbares Verhältnis war Fräulein Emerentia mit ihren Gedanken , Träumen und Empfindungen geraten . Man kann sich daher vorstellen , wie es ihr Bewußtsein verletzen mußte , als der Vater die Besorgnis vor einer Mariage zwischen ihr und Münchhausen äußerte . Übrigens wußte sie kaum noch , ob sie auf der Erde wandelte . Sie dachte und sah nur den Prätendenten von Hechelkram , den Altar der Freundschaft und das ihr winkende Stiftskreuz . Der kleine Haushalt litt freilich sehr unter dieser glücklichen Entwirrung schwieriger Verhältnisse . Auf die Suppe mußte nach und nach ganz verzichtet werden , da sie niemals zu genießen stand , oder der Schulmeister hatte mit seiner schwarzen auszuhelfen . Alles Fleisch aber stahl regelmäßig die Katze , weil der maskierte Fürst unersättlich war . Der alte Baron wünschte sich hundertmal des Tages über verdrießlich seine Lisbeth zurück . Wo er die Katze , die vermeintliche Räuberin der Speisen sah , schlug er nach ihr ; ach , er wußte nicht , daß Karlos der Schmetterling die Schlange war , die er am Busen nährte . Nannte nun gar seine Tochter diesen Namen ( und sie nannte seit der großen Entdeckung Buttervogeln nie anders ) so wollte er , nachdem er einige Male über den blühenden Tropus gelacht hatte , schier verzweifeln , denn er begann zu fürchten , daß sein armes Kind sich mit starken Schritten einer unglückseligen Verwandlung nahe . Fünftes Kapitel Der Autor fährt fort notwendige Erklärungen zu geben Aber der alte Mann hatte noch andern Verdruß . Es ist eine bewährte Erfahrung , daß der Mensch Leckerbissen , wie Kaviar und Gansleberpasteten schleunig müde wird und nur die einfachste Speise , das Brot , immer essen mag . So geht es auch mit den Nerven des geistigen Gaumens . Sie stumpfen sich rasch gegen den wollüstigsten Kitzel ab ; Erschütterung und Staunen werden ihnen bald trivial . Wer Märchen hörte , sehnt sich doch wieder bei Gelegenheit nach der trockensten Zeitung ; woraus abzunehmen , daß alle , welche mit Wundern auf die Menschen wirken wollen , mit Wundern sparsam sein müssen . Wie groß war dem alten Schloßherrn sein Gast im Anfang vorgekommen , wie hatte seine Seele sich in dessen Erzählungen so ganz befriedigt gefühlt , und wie bald erlosch dieser Genuß ! Es liefen nicht vierzehn Tage ins Land , so fühlte sich der Baron von Schnuck-Puckelig-Erbsenscheucher in der Boccage zum Warzentrost unmustern , wie damals , als er seiner Erwartungen müde zu den Journalen griff , und damals , als er der Journale müde , sich nach einem gleichgestimmten Freunde sehnte , und damals , als er des gleichgestimmten Freundes , nämlich des Schulmeisters müde , heftig nach , er wußte selbst nicht wem ? verlangte . Zuerst glaubte er , es liege ihm im Unterleibe und nahm ein Brechmittel ein . Das Mittel wirkte , sein Zustand blieb aber derselbe . Allgemach erkannte er die wahre Ursache - Münchhausen war ihm langweilig geworden , wie seine Erwartungen , die Journale , der Schulmeister . Seine Geschichten klangen ihm jetzt lange nicht seltsam genug , die ausschweifendsten Abenteuer kamen ihm schal vor . Er pflegte nunmehr , wenn Münchhausen einen Bericht vollendet hatte , zu versetzen : » Ist noch gar nichts , Liebster , Bester , mir ist einmal ganz etwas anderes widerfahren . « Worauf er seinerseits sich bemühte , Überbietendes vorzutragen , freilich selten über den