stoßend , einmal , zweimal , und alles war vorüber . Godwi erzählte uns , daß der verborgene Teil des Kunstwerks von außen der Sonne ausgesetzt sei , die , wenn sie auf einem gewissen Punkte stehe , durch mehrere geschliffene Spiegel , die im Inneren sehr künstlich angebracht seien , das Becken so erleuchte . Sein Vater habe eine Zeitlang viele Künstler um sich gehabt , denen er vieles verdanke , und unter ihren Arbeiten seien auch manche , die ihm selbst wohltäten . Ich fragte ihn : » Warum nur manche , da doch jedes schöne Werk ein allgemeines Gefallen zur Bedingung hat ? « » Mein Vater , « erklärte er , » wollte nicht das Schöne der Kunst , er wollte nur ihre Macht . Sie sollte ihm dienen , denselben Eindruck , den er wollte , ihm auf alle Arten zu geben . Sie sollte ihm etwas , was er gern vergessen hätte und nie vergessen konnte , seinem unerreichlichen Wunsche zum Trotze auf allen Seiten hinstellen . Nehmen Sie an , er habe sich vor Geistern gefürchtet und sie seien oft neben ihm getreten , so sei er nun aus Verzweiflung ein zweiter Faust geworden , habe die Geister zu sich gezwungen , um ihm zu dienen , habe sich unter sie gestürzt , um sie nicht zu fürchten . So ist er mit der Kunst umgegangen ; alles , was er arbeiten ließ , umfaßte einzelne Ideen , von denen eine mich in meiner Jugend schon peinigte , und die mich jetzt , da ich sie kenne , da ich mich kenne , und meine Bestimmung , nur dann und wann rührt . « Hier hielt er ein , und ich durfte ihn nicht fragen , denn mit seiner Rede war sein Schmerz gestiegen ; aber Haber durfte ihn fragen , weil seine Neugierde größer war als seine Schonung ; - » und diese Idee ? « - sagte er . Godwi sah ihn an , und sprach lächelnd : - » und diese Idee habe ich in meinen Worten ganz allein verhüllt , weil ich sie nicht sagen wollte . « » Dies Becken aber , das uns soeben erfreuete , « fragte ich , » wie kam er zu diesem , warum bauete er den wunderbaren Saal , in dem wir sitzen , und das ganze Jägerhaus ? « Godwi erwiderte : » Er tat dieses einer gewissen Kordelia2 wegen , die sich hier aufhielt , und auch hier gestorben ist , einem sehr merkwürdigen Weibe , durch seine so einseitige Anhänglichkeit an die tote Natur , daß es alle Menschen , und besonders die Männer , vermied . Diese Kordelia brachte ihre letzten Jahre hier zu . Sie war ein Jahr vor meines Vaters Abreise nach Italien in meiner Abwesenheit hierher gekommen . Mein Vater ließ ihr dieses Haus nach ihrer Phantasie erbauen . Sie starb unter freiem Himmel , und liegt hier im Walde begraben . Ich erbrach ihren letzten Willen , der nichts enthielt als die Bitte , den versiegelten Schrank in ihrer Schlafstube nicht eher zu erbrechen , bis ihr eigentlicher Name bekannt sei , der immer noch verborgen ist . Dies einzelne Werk , das Becken , kaufte ich von einer emigrierten Familie auf meiner Reise . Es ist von einem Straßburger Künstler aus dem funfzehnten Jahrhundert , der nicht bekannt geworden ist , weil er mit seltsamen , ganz eigentümlichen Zwecken arbeitete . Alle seine Werke sind in einem solchen phantastischen romantischen Stil , und bezeichnen seinen wunderbaren Gemütszustand . Dieses Becken war ihm eigen geblieben , und seine Erben kannten den Gebrauch durch ihn . Da die Wirkung mir gefiel , kaufte ich es , und schickte es meinem Vater , der es Kordelien zur Freude hier anbringen ließ . Zu gleicher Zeit habe ich mancherlei Papiere dieses Künstlers gekauft , die wir einmal miteinander durchlesen wollen3 . « Über diesem war es Abend geworden , und Haber erinnerte an das Heimgehen vor Nacht . » Wenn es Zeit ist , « sagte Godwi , » kömmt mein Jäger von selbst , uns zu rufen . Er kennt unsere gewöhnliche Zeit , und überdies ist Flametta so spröde gegen ihn , daß er sicher früh genug aufgebracht sein wird , und dann wird er uns schon abholen ; es wäre unfreundlich , ihn jetzt zu stören , da er bei dem Apollo uns zuliebe schon so viele Zeit versäumt hat . « » Erzählen Sie uns doch etwas näheres von Flametta « , sagte ich . Er erinnerte aber , ich sei die Rede der Kreuzfahrer noch schuldig , ich möchte diese nur erst sprechen lassen ; denn es wäre äußerst unartig , solche entschlossene Jünglinge länger in der Beratschlagung stehenzulassen . Haber sagte : » Ihr letzter Satz war - « » So schwebte , ruhend die Fittiche , in unentschiedenem Fluge ihr Geschick . « Zehntes Kapitel Drei Haufen standen die Edeln am Ufer des Weltmeers . Nebel lag um sie her , und die Treuen sahen sich kaum untereinander , doch erkannten sie sich immer noch , wenn hie und da ein Wort aller im Enthusiasmus der Redner lauter schallte . Von dem einen Haufen hörte man unaufhörlich die Worte : Kraft , Ideale Natur , Individualität . Von dem andern die Worte : Streben in sich zurück , Selbsterkenntnis , Tiefe , Fülle . Und von dem dritten hörte man : Lebensgenuß , Zurückreißen der Natur in sich , Verindividualisierung . Endlich nun erstand ein Redner aus jedem Haufen . Der Redner der Tapfersten trat hervor , und rief aus : » Dränget euch aneinander , ihr Freunde , ein einziger Wille , ein Phalanx dem Nebel , der uns neidisch einander entreißen will , ich habe ein Wort der Kraft an euch zu reden , welches gleich einem Magnete alle reine eisenhaltige Herzen an sich ziehen und zu einer Individualität vereinigen wird . « Die anderen näherten sich ,