Wege hinab der Hauptstraße zu . Wir begaben uns wieder in das Haus zurück . Jeder ging in sein Zimmer und zu seinen Geschäften . Nachdem ich eine Weile in meiner Wohnung gewesen war , suchte ich den Garten auf . Ich ging zu mehreren Blumen , die in einer für Blumen schon so weit vorgerückten Jahreszeit noch blühten , ich ging zu den Gemüsen , zu dem Zwergobste und endlich zu dem großen Kirschbaume hinauf . Von demselben ging ich in das Gewächshaus . Ich traf dort den Gärtner , welcher an seinen Pflanzen arbeitete . Als er mich eintreten sah , kam er mir entgegen und sagte : » Es ist gut , daß ich allein mit Euch sprechen kann , habt Ihr ihn gesehen ? « » Wen ? « fragte ich . » Nun , Ihr waret ja auf dem Inghofe , « antwortete er , » da werdet Ihr wohl den Cereus peruvianus angeschaut haben . « » Nein , den habe ich nicht angeschaut , « erwiderte ich , indem ich mich wohl des Gespräches erinnerte , in welchem er mir erzählt hatte , daß sich eine so große Pflanze dieser Art in dem Jnghofe befinde , » ich habe auf ihn vergessen . « » Nun , wenn Ihr ihn vergessen habt , so wird ihn wohl der Herr angeschaut haben « , sagte er . » Ich glaube , daß uns niemand auf diese Pflanze aufmerksam gemacht hat , als wir in dem Gewächshause waren « , erwiderte ich ; » denn wenn jemand anderer sich eigens zu dieser Pflanze gestellt hätte , so hätte ich es gewiß bemerkt , und hätte sie auch angesehen . « » Das ist sehr sonderbar und sehr merkwürdig « , sagte er ; » nun , wenn Ihr vergessen habt , den Cereus peruvianus anzusehen , so müßt Ihr einmal mit mir hinübergehen ; wir brauchen nicht zwei Stunden , und es ist ein angenehmer Weg . So etwas seht Ihr nicht leicht anders wo . Sie bringen ihn nie zur Blüte . Wenn ich ihn hier hätte , so würde er bald so weiß wie meine Haare blühen , natürlich viel weißer . Die unseren sind noch viel zu klein zum Blühen . « Ich sagte ihm zu , daß ich einmal mit ihm in den Inghof hinübergehen werde , ja sogar , wenn es nicht eine Unschicklichkeit sei und nicht zu große Hindernisse im Wege stehen , daß ich auch versuchen werde , dahin zu wirken , daß diese Pflanze zu ihm herüberkomme . Er war sehr erfreut darüber und sagte , die Hindernisse seien gar nicht groß , sie achten den Cereus nicht , sonst hätten sie ja die Gesellschaft zu ihm hingeführt , und der Herr wolle sich vielleicht keine Verbindlichkeit gegen den Nachbar auflegen . Wenn ich aber eine Fürsprache mache , so würde der Cereus gewiß herüber kommen . Wie doch der Mensch überall seine eigenen Angelegenheiten mit sich herum führt , dachte ich , und wie er sie in die ganze übrige Welt hineinträgt . Dieser Mann beschäftigt sich mit seinen Pflanzen und meint , alle Leute müßten ihnen ihre Aufmerksamkeit schenken , während ich doch ganz andere Gedanken in dem Haupte habe , während mein Gastfreund seine eigenen Bestrebungen hat , und Gustav seiner Ausbildung obliegt . Das eine Gute hatte aber die Ansprache des Gärtners für mich , daß sie mich von meinen wehmütigen und schmerzlichen Gefühlen ein wenig abzog und mir die Überzeugung brachte , wie wenig Berechtigung sie haben , und wie wenig sie sich für das Einzige und Wichtigste in der Welt halten dürfen . Ich blieb noch länger in dem Gewächshause und ließ mir mehreres von dem Gärtner zeigen und erklären . Dann ging ich wieder in meine Wohnung und setzte mich zu meiner Arbeit . Wir kamen bei dem Mittagessen zusammen , wir machten am Nachmittage einen Spaziergang , und die Gespräche waren wie gewöhnlich . Die Zeit auf dem Rosenhause floß nach dem Besuche der Frauen wieder so hin , wie sie vor demselben hingeflossen war . Ich hatte die Muße , welche ich mir von meinen Arbeiten im Gebirge zu einem Aufenthalte bei meinem Gastfreunde abgedungen hatte , beinahe schon erschöpft . Das , was ich mir in dem Rosenhause als Ergänzungsarbeit zu tun auferlegt hatte , rückte auch seiner Vollendung entgegen . Ich ließ mir aber desohngeachtet einen Aufschub gefallen , weil man verabredet hatte , einen Besuch auf dem Sternenhofe zu machen , was , wie ich einsah , Mathildens Wohnsitz war , und weil ich bei diesem Besuche zugegen sein wollte . Auch war es im Plane , daß wir eine Kirche besuchen wollten , die in dem Hochlande lag , und in welcher sich ein sehr schöner Altar aus dem Mittelalter befand . Ich nahm mir vor , das , was mir an Zeit entginge , durch ein länger in den Herbst hinein fortgesetztes Verweilen im Gebirge wieder einzubringen . Mein Gastfreund hatte in dem Meierhofe wieder Bauarbeiten beginnen lassen , und beschäftigte dort mehrere Leute . Er ging alle Tage hin , um bei den Arbeiten nachzusehen . Wir begleiteten ihn sehr oft . Es war eben die letzte Einfuhr des Heues aus den höheren in dem Alizwalde gelegenen Wiesen , deren Ertrag später als in der Ebene gemäht wurde , im Gange . Wir erfreuten uns an dieser duftenden , würzigen Nahrung der Tiere , welche aus den Waldwiesen viel besser war als aus den fetten Wiesen der Täler ; denn auf den Bergwiesen wachsen sehr mannigfaltige Kräuter , die aus den sehr verschiedenartigen Gesteingrundlagen die Stoffe ihres Gedeihens ziehen , während die gleichartigere Gartenerde der tiefen Gründe wenigere , wenngleich wasserreichere Arten her vor bringt . Mein Gastfreund widmete diesem Zweige eine sehr große Aufmerksamkeit , weil er die erste Bedingung des Gedeihens der Haustiere , dieser geselligen Mitarbeiter der Menschen , ist . Alles , was die Würze , den Wohlgeruch