hatte . Die Ungeduld , der bittere Aerger verschlimmerten auf ' s Neue den Zustand Gregor ' s und banden ihn an ' s Krankenlager , so daß er nicht einmal dem Freunde Nachricht zu geben vermochte . Fußnoten 1 Auf den meisten Karten falsch oder gar nicht eingezeichnet . 2 Midshipman ' s. 3 Wir wählen für das Schiff absichtlich einen falschen Namen . D.V. Guckkastenbilder . I. Berlin . Die Madrilena rauschte ; Sie warf das süße entzückende Bein dem Publikum entgegen , das in Logen und Parket , auf Gallerie und im Proscenium in einen gelinden Wahnsinn gerieth , sich im » Brava « heiser schrie und sich die Hände wund klatschte . Blumen flogen in Masse rechts und links aus den Theaterlogen , obschon eine arge kritische Zunge die unhöfliche Bemerkung machte , daß dieselben Kränze und Bouquets schon nach dem El Ole figurirt hätten . Das war jedoch pure Verleumdung , denn der Berliner Rentier und Banquier ist vollkommen im Stande , wo es auf seine Liebhabereien und seinen Enthusiasmus ankommt , es sich auch Etwas kosten zu lassen . Die Kammerfrau sprang zu , den weichen warmen Hermelin um die Schultern der Tänzerin zu hängen . » Die Blumen ! die Blumen ? « sagte diese hastig ; » rechts das Bouquet ! « Dann floh sie in ihre Garderobe . Bald darauf erschien die Duegna mit den Blumen . Die Senjora , ehe sie noch sich des Costüms entledigte , siel sogleich über dieselben her und riß die zierlichen Bouquets auseinander , daß die Blüthen umherflogen . » Wieder Täuschung ! « sagte sie , ärgerlich mit dem Fuße stampfend ; » ich sah ihn doch in der Prosceniumsloge und bemerkte ausdrücklich , wie er mir das Bouquet warf . O , diese Männer ! « » Es war unvorsichtig von Dir , Kind , daß Du die zweihundert Thaler beim Juwelier darauf zahltest . Ich warnte Dich gleich . « » Bah ! das verstehst Du nicht . Diese Männer in ihrem kalten eisigen Lande sind bloße Zahlen , sie rechnen in der Liebe ; es ist nicht wie bei uns , wo der Caballero sein Letztes opfert für das Vergnügen seiner Geliebten . Fünfhundert Thaler wären ihm gewiß zu viel gewesen , so zahlte ich dem Juwelier zweihundert im Voraus . « » Es ist aber nun bereits zwei Tage , daß er den Schmuck gekauft hat . « » Und seitdem ließ er sich nicht sehen . - Höre , ich muß wissen , wer die Dame ist , die mit ihm in der Loge war . Sie hatte den Schirm vorgezogen , so daß ich sie nicht genau erkennen konnte . Geh ' auf die Bühne und frage , Sennor Asher kennt ja alle Welt . Ich werde mich allein entkleiden . « Die Dienerin , von der Ungeduldigen fortgetrieben , verschwand . Ehe der neue Akt begann , kehrte sie zurück ; das schlaue Gesicht verrieth eine eigenthümliche Verlegenheit . » Nun ! bringst Du Nachricht ? « » Es ist seine Frau , Senjora ! « » Diantre ! - Dann konnte er nicht . Was hast Du noch ? ich sehe Dir ' s an ; sprich ! « » War der Schmuck nicht von Smaragden ? Ohrgehänge in Glockenform und eine Breche in Perlen ? « » Ja , ja ; was soll ' s ? Du sahst ihn ja ! « » Dann , mein Kind , trägt die Dame selbst den Schmuck . « Die Tänzerin fuhr empor , als hätte sie eine Natter gestochen . Sie warf den langen Mantel über das noch nicht befestigte Kleid und sprang aus der Garderobe . Der Inspicient hatte bereits das Zeichen zur Räumung der Bühne gegeben . » Monsieur Asher ! « Der Regisseur mit seiner bekannten Coulanz gegen die Damenwelt flog herbei . » Einen Augenblicken , ich bitten Sie . « Sie war schon vorn am Vorhang und schaute eine Minute lang durch das Guckloch nach der Prosceniumsloge rechts . » Es seind gut . Lassen Sie vorfahren , ich will nach Hause . « Hinter ihr rauschte der Vorhang in die Höhe und eine der leichten jovialen Fadaisen , durch welche die Friedrich-Wilhelmsstädtische Bühne seit der Reaction ihren glänzenden Ruf gemacht hat , begann . Das launische Publikum , das eben noch dem Aufgebot alles Anmuthigen im Sinnenreiz enthusiastisch gehuldigt , jubelte jetzt schon eben so laut der unübertrefflich trocknen und doch so gemüthlichen Komik seines Lieblings Weirauch zu , der zuerst verstanden hat , der Schärfe des Berliner Witzes ein doch lokales Gewand von Humor umzuhangen . » Sennora haben heute wieder ausgezeichnete Triumphe gefeiert ; es war ein kostbarer Abend . « » Vous vous trompez , Monsieur ! non précieux , mais dispendieux . - Bon soir ! « Der Wagen rollte davon . - Im Hotel Unter den Linden sprangen die wohlgeschulten Kellner mit den Armleuchtern voran die Treppe hinauf zu den drei eleganten Pieçen , welche die Senjora bewohnte . » Befehlen die gnädige Frau zu soupiren ? « » Nein ! - Thee ! « » Ein Herr wartet schon seit längerer Zeit auf die gnädige Frau und bittet um Erlaubniß , noch seine Aufwartung machen zu dürfen . « » Ich empfange Niemand , wenn ich getanzt . Morgen . « » Dann soll ich die Ehre haben , der gnädigen Frau dies Billet zu übergeben . « In ihrem Boudoir warf die Tänzerin erschöpft Mantel und Capuchon von sich und setzte sich auf das Sopha . » Willst Du den Brief nicht wenigstens öffnen ? « » Gieb ! eine gewöhnliche Karte ; diese Herren glauben , es bedürfe nur ihres Namens , der so steif und unbeholfen klingt , daß man ihn nicht aussprechen kann . « Sie hatte das Couvert dabei erbrochen , - es lag allerdings nur eine einfache Karte darin , aber ein Blick darauf hatte sie schnell aufmerksam gemacht