, es solle selbst sagen , ob es nicht so sei , aber es hätte nicht darum getan . So unschuldig kam Anne Mareili nicht davon . Es bekannte offen , daß es dem Resli bekannt , es sage nicht Nein , er solle nur auch machen , daß der Vater Ja sage ; den Kellerjoggi aber , den nehme es allweg nicht , lieber wollte es sich rösten lassen wie Kaffeebohnen . » Selb wär z ' probiere « , sagte der Vater und weiter nichts , wüst tat er gar nicht . Das wars , was Anne Mareili grusam verwunderte , aber einen ganzen Tag umsonst , denn erst am folgenden Tage konnte es die Mutter ihm erzählen , wie Kellerjoggi den Vater erzürnt und wie dieser es ihm nun weisen wolle . Kellerjoggi hatte nämlich eingewilligt , sein Vermögen dem Anne Mareili verschreiben zu lassen , und es war abgeredet worden , an einem Markttag an einem gewissen Orte zusammenzutreffen , um den Kontrakt schreiben und dann alsobald verkündigen zu lassen . » Nun kömmt Kellerjoggi nicht , sondern schickt ihm so einen Lumpenhund und Bauerngumper , wo an allen Orten sind und nichts begehren , als die Leute hineinzusprengen und Bauern zu betrügen . Mit dem soll der Vater es ausmachen und schreiben lassen , und der fängt aufs neue zu märten an und will den Vater überreden , der Ehekontrakt pressiere nicht sövli ; wenn man es begehre , so könne man wohl zuerst verkünden lassen , das hätte nichts zu sagen . Da ist der Vater bös geworden und hat ihm gesagt , ob er meine , er habe einen Schulbub vor sich , der nicht wisse , daß eine Verkündigung ein Lätsch sei , und wer daraus wolle , Haare lassen müsse . Er sei aber z ' jung und z ' dumm dazu . Dem Kellerjoggi solle er nur sagen , mit der Sache solle es nichts sein , und meinen solle er nicht , daß er am Dorngrütbauer einen Narren habe , mit dem er machen könne , was er wolle . « Gab was der Lumpenhund gesagt , Kellerjoggi habe Rückenweh und könne das Fahren nicht ertragen , habe der Vater nichts hören wollen , sondern sei in der Täubi fortgegangen ; des Wartens habe er jetzt genug , und es gebe noch Andere für sein Meitschi als so alte Böck und Sünder , habe er gesagt . » Allem an hat einer von unsern Buben dem Alten es gchläfelet , Resli sei da . Nun wird er gedacht haben , besser könnte das sich nicht schicken , um es dem alten Hung zu weisen , und darum hat er nicht wüst getan , ds Konträri , dSach ist ihm noch recht gewesen . Und wer weiß , jetzt kommt die Sache vielleicht noch gut , wenn nur dr Ätti bald fährt und den Kellerjoggi nicht etwa ein anderer Laun ankömmt , daß er daherkömmt und dem Kübel wieder einen andern Mupf gibt . Oder der Ätti änderte Sinn , aber ich glaube es nicht , ds Geld ist ihm lieb und zwänge noch lieber ; aber wenn öpper gescheiter sein will als er und ihn zum Narren halten , das mag er nicht erleiden , da reut ihn kein Geld mehr , da will er für ds Tüfels Gewalt ds Gegeteil von dem , was er gerade vorher het welle zwänge für ds Tüfels Gewalt . Er ist e Kuriose , üse Ätti . « Der Eröffnung hörte Anne Mareili mit großer Andacht zu ; ein Berg glitt ihm vom Herzen , vor ihm tat der Himmel sich auf , aber wie er herunter war , rutschte langsam der Berg wieder das Herz hinauf , der Himmel schloß sich wie ein Blitz , und schwarze Angst umfloß es wieder , schwarz und immer schwärzer . Auf einem Felsenvorsprung im Meere , auf den er sich zur Ebbezeit hinausgewagt , ist einer rasch von der Flut erfaßt , der Rückweg ihm abgeschnitten worden ; er muß warten , muß hinaussehen ins weite Meer , sehen , wie die Wogen schäumen , steigen , muß sie fühlen , wie sie lecken an seinen Füßen , höher und immer höher , und langsam rinnt die Zeit vorüber , und wilder wird die Flut , und je wilder sie wird , um so langsamer rinnt die Zeit . Wie hoch die Flut steigen wird , wer sagt es ihm , wer kennt des Mondes Launen , des Windes Tücke , was beide über ihn verhängen ? Ob er nach einer Stunde auf eigenen Beinen gerettet ans Ufer geht oder als Leiche von mutwilligen Wellen ans Ufer gespült wird , weiß nur der , der jede Tücke kennt und jede Laune . Und nun ein junges Mädchen , das den Himmel offen vor sich sieht , aber es darf den Fuß nicht heben , es darf nicht hinein ; es muß warten , und wie lange , weiß es nicht , sechs Tage , sechs Nächte , sechs Wochen vielleicht , und ob es hineingetragen oder versenkt wird in der Lebensflut tiefuntersten Grund , das hängt nicht von Wind oder Mond ab , nicht von der Gnade dessen , der Wind und Mond regiert , sondern von den Launen zweier alten Vögel , zweier durchtriebenen Käusene , die nichts wissen von Menschenglück und Menschenliebe , sondern nur spielen Trumpf um Trumpf und stechen , was vorliegt , Herz oder Dame oder Bub , Karten ziehen , je nachdem der Teufel sie sticht . Und auf dieses Stechen und wie dr Teufel die Alten sticht , muß das Mädchen warten , kann nichts daran machen , muß warten Tag um Tag , und wie manchen noch , das weiß es nicht . Wer weiß nun , was so einen alten Käusi angeflogen kömmt über Nacht , was ihn sticht , was ihn plagt , ein böser Husten oder was anderes ? Wer weiß , was