und brennenden Holzstößen , deren Glanz die angrenzenden Straßen und den Himmel mit seinem düstern Nebelschleier erreichte . Man hätte wähnen können , dem Brande einer Stadt sich zu nähern , wenn man von ferne das tobende Geschrei der Menge vernahm , die sich diesem Schauspiele entgegen drängte , theils als Zuschauer , theils als Theilnehmer . Aber es war nur eins der früher erwähnten Feste . Der Herzog von Buckingham versammelte zuerst nach seiner Rückkehr aus Spanien die Großen des Landes , und seiner Einladung war man mit größerem Eifer entgegen gekommen , da allerdings die Macht und Gewalt des gefürchteten Mannes verdoppelt schien durch die ausgesprochene Freundschaft des Prinzen , die ihm seine unselige Herrschaft auch nach dem Tode des jetzigen Königs zu sichern schien . Seine zahllosen Feinde , unter die sich mit Recht die Besten der Nation zählten , gaben die Hoffnung auf , in der Zukunft das Ziel seines verderblichen Einflusses zu sehn , und Karl der Erste konnte später seine Thronbesteigung unter kein unglückseligeres Zeichen setzen , als das seiner Freundschaft für einen Mann , der in den Augen des ganzen Landes als Ursache aller dasselbe heimsuchenden Uebel galt . Dessen ungeachtet war zur Zeit , die wir erwähnen , sein Einfluß unantastbar , und für irgend einen Widerstand nicht der Augenblick da . Das sagten sich die Besten mit den Schlechten zugleich , und man sah sie dieselben gefügigen Schritte thun , bloß darin unterschieden , daß es dem Einen ein patriotisches Opfer dünkte , während der Andere sich und seinen Vortheil damit zu fördern oder zu schützen suchte . Buckingham kannte alle seine Feinde . Zahllose Spione durchkreuzten für ihn jeden ihm wichtig scheinenden Punkt ; jeder schändliche Dienst der Art ward mit einem Aufwande belohnt , der die Erfüllung der nächsten Anforderung schon im Voraus sicherte . Jeder war um so pünktlicher in seinem Dienste , als über den Beauftragten ein zweiter ihm unbekannter Wache hielt , und wie Buckingham Verrath zu bestrafen wußte , darüber raunten sich selbst die Mitglieder dieser Bande nur mit Grauen ihre Erfahrungen zu . So erreichte oft den edel Zürnenden in der Zurückgezogenheit , die er dem fahlen Glanze des Hofes vorzog , die Strafe für ein gerechtes Wort , welches die Noth und Verwirrung des Landes ihm abgepreßt : und das Mißtrauen , das sich so in die innigsten Verhältnisse drängte , und keine Einigkeit der Meinungen und Ansichten sich herstellen ließ , war eine der teuflischen Absichten Buckinghams , die er leicht erreichte . Zu seinen kleinen Belustigungen gehörte es , bei seinen Festen oft alle die zu bitten , die ihm als einander bitter grollend bezeichnet waren . Er wußte , daß sie lieber einen Feldzug unternommen hätten , als den kurzen Weg zu seinem Palaste , und er schwelgte in der Freude , sie nun doch dem Zwange sich beugen und vor ihm erscheinen zu sehen . Sie hatten an einem solchen Tage oft alle Schattirungen des Uebermuths zu ertragen , und waren bald der Gegenstand seiner kindischen Neckereien , bald seiner gröbsten Vernachlässigung . Man wußte oft , daß Frauen , zweideutig in Ruf und Sitte , Königinnen des Festes , die edelsten und vornehmsten Damen ihnen nachstehen , und ihren Launen und Wünschen unterworfen sein würden . Dennoch wagten diese hier weniger wegzubleiben , als aus den Gemächern der Königin ; denn welche hätte nicht einen Gatten , Sohn , Vater oder Bruder zu schützen gehabt , und wer konnte nachweisen , daß Buckingham eine Vernachlässigung verziehen oder übersehen hätte ! Schon hatten sich am erwähnten Abend die glänzenden Räume in allen Richtungen mit den ausgezeichnetsten Personen des In- und Auslandes gefüllt . Die schönsten Frauen in dem kostbarsten Putze , die Männer mit Allem , was ihnen Auszeichnung verleihen konnte , und einem zahlreichen Gefolge von Pagen und Dienern , welche die Vorhallen einnahmen , Alles drängte sich durch und in einander , und suchte mit Höflichkeit oder mit Gewalt den Vortheil eines Platzes zu erringen , der dem Range oder Interesse des Geladenen entsprechend schien . Aber obgleich die Mehrzahl sich schon beisammen fand und die Zeit bedeutend vorgerückt war , fehlte doch dem Ganzen sichtlich der Mittelpunkt , der Wirth selbst , der allein so viele sich widerstrebende Elemente , wie diese Säle umschlossen , zu verbinden unternehmen konnte . Es war deutlich zu sehen , wie beim langen Harren , das den Gästen auferlegt war , und das sie als eine neue Anmaßung und Kränkung des übermüthigen Mannes anzusehen hatten , die scheinbare Heiterkeit oder Ruhe und Würde , womit der denkende Theil der Gesellschaft beim Erscheinen sich ausgerüstet hatte , dem Gefühl des Ueberdrusses und des unwilligen Erstaunens wich . Nur die völlig gedankenlose Jugend schwärmte in gewohnter Weise lärmend und neckend umher , und brachte Bewegung um die in festen Gruppen sich zusammenziehenden Gleichgesinnten . Vergeblich bemühten sich die zahllosen Anhänger und bevollmächtigten Gesellschafts-Kavaliere mit dem glänzenden Troß vornehmer Hausdiener des Herzogs , Leben in dies sterbende Fest zu bringen . Der Herzog selbst nur konnte die Last heben , die sich , je länger , je mehr auf Alle niedersenkte . Selbst die Marquise von St. Pol , die , im vollen Besitze seiner Gunst , sich als die Königin des Festes ansehen durfte , und zu deren Füßen Buckingham die Anordnung dazu , von ihr bestimmt oder genehmigt , verfügt hatte , unterlag allmählig der übeln Laune , die diese Vernachlässigung ihr gab , und ließ sie die Bemühungen aufgeben , womit sie bisher ihre und des Herzogs Anhänger unterstützt hatte . Die Gesellschaft , eines allgemeinen Interesses beraubt , gerieth daher auf die Verfolgung ihres eigenen und besondern , was vielleicht noch anziehender und beglückender für die Mehrzahl war ; doch waren genug unter den Anwesenden , die mit argwöhnischem Hasse aus dieser neuen Beleidigung des gesammten höchsten Adels , mit Einschluß der Minister und nächsten Umgebungen des Königs , das über jede Rücksicht hinaus gestiegene Ansehn des gefährlichen Günstlings