schier verzagen . « Ich sah sie nicht , die großen Süßigkeiten , Vom Überfluß der Welt und ihrer Wahl Mußt ich hinweg mit schnellem Fittich gleiten . Hinabgedrückt von unerkannter Qual , Konnt nimmer ich den wahren Punkt erbeuten Und zählte stumm der Flügelschläge Zahl , Von ewigen unfühlbar mächt ' gen Wogen In weite weite Ferne hingezogen . Eben erhalte ich Briefe von Arnim mit seinen Reiseplänen schon unter Segel ; er geht übers Meer ; unsre guten Wünsche , mögen sie ihm gute Engel der Begleitung sein ; lese selbst , die Briefe schicke hierher zurück . - Deine kleine Freundin Löwenstern wirst Du nun bald wiedersehen , sie ist gestern abgereist , ich hab sie aus meinem Fenster bei ihrer Freundin Fümelle einen zärtlichen mädchenhaften Abschied nehmen sehen ; wenn Du sie siehst , so empfiehl mich ihr als Deinen treuen Bruder , den ihre Freundschaft zu ihrer Gespielin sehr gerührt hat ; das Fräulein Fümelle wohnt mir gegenüber und wird , wie ich höre , auch bald nach Offenbach gehen , ich sehe oft mit Vergnügen , wie sie ihre kleine zierliche Figur von Fenster zu Fenster trägt und keine Ruhe in den Füßchen hat , und wie ihr Herr Papa sein Barbierbecken am Fenster stehen hat , und wie das Barbierbecken den Herrn Papa abwartet , bis er seinen Bart hineinschaben läßt von dem kunstreichen Messer eines Weimarer Barbierheros ! - Alles ist nämlich hier von einer Muse des Übermutes genährt , keiner geht über die Straße ohne persönliches Gefühl des Mitwirkens in die tolle Alltäglichkeit , selbst bis auf den Friseur , der einer der wichtigsten Kavaliere ist . Das ganze Windmühlenwerk der Künste ist fortwährend im Gang , die Hand des Tonkünstlers und der Fuß des Tänzers klappen ineinander , die Kunstreihe körperlich geistiger Fertigkeiten wird durch einen Aufwand geistiger Regierung aufs höchste gesteigert . Fragen , Suchen und Finden sind drei verschiedene Ichs , die überall sich beisammenfinden , sie bilden wie eine Ölschlagmühle eine Witzschlagmühle . Nun schlagen auch noch die Nachtigallen dazu . Zwischen den blühenden Büschen wandlen Deutschlands größte Geister , eingehüllt in den Nimbus ihres Namens ; - es ist für einen Anekdotenjäger das beste Revier ; wärst Du hier , wir würden die Zeit aufs beste genießen , und Du würdest auf dem Schmetterlingsflügel der Welt wie auf einem Teppich Dich tummeln , denn so möchte ich Weimar nennen statt deutsches Athen , mit welchem absurden Namen es sich prahlt . - Ich bleibe auf jeden Fall einige Zeit hier , wo Du mich gern wissen sollst , denn ich bin sehr gern und glücklich hier und streife meinen Mißmut ab wie eine alte Schlangenhaut . Das einzige ist , das Salbadern mit Herders Tod langweilt mich ; aber auch hierüber ist ein Scherz nicht unwillkommen : Herder ist von uns gegangen , Goethe sieht ihm traurig nach ; Wieland trocknet seine Wangen , Und Amaliens Herze brach . - Diese empfindsame Gesellschaft hab ich , wie sie im Vers beschrieben ist , mit schwarzer Kohle an die weiße Gartenwand vor Goethes Garten , der in den Park führt , abgemalt ; alles ist hingegangen , es zu betrachten . Der abgehende Herder und der weinende Wieland sind unwiderstehlich gelungen ! - Lebe wohl ! Schreibe mir , schreibe doch der Mereau ein paar Worte und liebe sie , wie ich es um Dich verdiene , daß Du die liebst , die mich versteht . - Von allem diesen haben wir unter uns gesprochen , und Du wirst mit andern nicht davon reden . Du kannst mir einen Gefallen tun , wenn Du mir sechs kleine Chemisettchen gestickt und mit Kragen von feiner Leinwand machen läßt ; ich wünsche sie aber sehr bald , deswegen laß sie recht artig , aber nicht zeitspielig machen . Ich konnte diesen kleinen Toilettenbetrug sonst nicht leiden , aber ich will hier ein bißchen unter die Leute gehen und weiß ja noch nicht , ob sie verdienen , mich in meinem wahren Hemde zu sehen ; die Dinger müssen nur ein Herzfleckchen und bißchen Hals sein . Herz und Hals wage ich nur in der Liebe . Dein Clemens , bei Friedrich Meier Ich habe nicht Zeit , das Lied an Marianne abzuschreiben , schreibe Du es ab . Es stehet im Abendglanze Ein hochgeweihtes Haus , Da sehen mit schimmernden Augen Viel Knaben und Jungfraun heraus . Sie wechslen mit Weinen und Lachen , Sie wechslen mit Dunkel und Hell , Mit schimmernden Augen und Wangen Sie wechslen ihr Röcklein gar schnell ! - Dort hab ich mein Liebchen gesehen , Ein freundliches zierliches Kind ; Sie konnte wohl schweben und drehen Wie fallende Blüten im Wind . Und die in dem Hause dort wohnen , Sind heilig und wissen es nicht , Sie spielen mit Kränzen und Kronen Alltäglich ein neues Gedicht . Sie sind gleich den Göttern und handlen Alltäglich in andrer Gestalt , Mein Liebchen wird auch sich verwandlen , Das tut meinem Herzen Gewalt . O Liebchen , wo bist du geblieben ? Ich steh vor dem schimmernden Haus , Und will dich bescheiden nur lieben , O Liebchen , o sehe heraus ! Ich will dein pflegen und warten Im Herzen so treu als ich kann , Da seh ich sie sitzen im Garten Wohl bei einem reichen Mann . So kauf ich mir Harke und Spaten , Bind mir ein grün Schürzelein vor . Ich stell mich , als wär ich der Gärtner , Und klopf bei dem Reichen ans Tor . Tu auf , o Reicher , den Garten , Ich will dir so gern ohne Sold Die Blumen all pflegen und warten , Sie sind ja mein Silber und Gold . So sei mir , o Gärtner , willkommen , Zieh höher die Rosenwand mir . Verflecht sie zu Netzen und Schlingen , Ich habe ein Vögelchen hier . Zieh höher und dicht mir die Laube , Zieh mir ein gitternes