Männchen und schnupperte nach oben . Über das alles war sie so entzückt , daß Hans zuletzt strahlte vor Stolz und Freude ; und nachdem er sich lange überlegt , ob er wohl nicht Zanke bekäme von der Mutter , wenn er ihr ein Geschenk anböte , fragte er , ob sie ein Pärchen haben wolle . Da war sie ganz glücklich , und mit immer neuem Vergnügen suchte sie sich zwei von den kleinen Tieren aus , nahm sie in ihr Kleid und sprang zu ihrer Mutter in der Stube . Die sagte mehrmals , die Tiere seien sehr schön , aber als das Kind sie bat , ob es sie mitnehmen dürfe , antwortete sie , daß es doch zu Hause keinen Raum hätte , wo es sie lassen könne ; und die Kleine , die schon wußte , daß auch noch eine leichtere Ablehnung endgültig war , gab dem Hans mit Tränen in den Augen und ohne Worte die Tierchen wieder zurück und setzte sich dann still ans Fenster . Die Frau Gräfin sagte dann , sie sei wohl recht wild gewesen , und sie müsse jetzt artig sein , ihre Brüder würden bald kommen . Hans stand da mit den beiden kleinen Kaninchen , eins in jeder Hand , und wußte nicht , wo er hingehen sollte ; in seiner Verlegenheit bot er sie der Komtesse noch einmal stumm an ; die schüttelte das Köpfchen und sah durchs Fenster . Seine Mutter stand auf , öffnete die Tür , schob ihn hinaus und sagte ihm , er solle die Kaninchen wieder in den Stall bringen ; das tat er auch ; und weil er nicht recht wußte , wie er wieder in die Stube gehen solle , so blieb er draußen unter der Toreinfahrt , steckte die Hände in die Hosentaschen und pfiff mit erkünsteltem Gleichmut ein Lied . Ganz wohl war ihm nicht , denn er hatte wohl gesehen , wie die Frau Gräfin böse geworden war , nur daß sie es nicht so zeigte , wie seine Mutter es pflegte . Nach einer Weile aber kam die kleine Komtesse wieder heraus , trat neben ihn hin und sagte : » Ich danke dir auch schön , und du mußt nicht böse sein ; wenn wir einen Raum hätten für die Kaninchen , so hätte ich sie nehmen dürfen . « Dann zog sie ein Albumbildchen hervor , das stellte Dornröschen dar , wie der Prinz es gerade wachküßt , das schenkte sie ihm . Er steckte das Bild gleichmütig in die Tasche . Sie sagte dazu : » Ich hätte es gerne selber behalten , unser Küchenmädchen hat es mir geschenkt , aber dir will ich es geben . « Indem sie noch so sprachen , fuhr ein andrer Wagen vor , in dem saßen der Graf und die beiden Jungen , die ungefähr in dem Alter waren wie Hans ; und auch der Förster saß im Wagen . Der Vater sprang schnell heraus und war der Herrschaft behilflich beim Aussteigen . Der Herr Graf faßte die kleine Komtesse beim Zöpfchen , sie warf sich ihm in die Arme und hätte wohl gern noch einmal gebeten wegen der Kaninchen , wenn sie gewagt hätte . Nun trat die Frau Gräfin aus dem Haus und gab der Försterin freundlich die Hand . Die kleine Komtesse umfaßte ihren Rock und bat : der kleine Hans soll mitfahren . Sie bat so herzlich , daß die Frau Gräfin fragte , ob die Eltern das erlaubten ; die sagten natürlich ja , die Mutter zupfte Hans noch einmal zurecht , und dann stiegen alle ein . Die Kinder durften in dem einen Wagen für sich bleiben , nachdem sie dem Kutscher auf die Seele gebunden waren , der Graf war mit seiner Gemahlin in dem andern , und nun ging die Fahrt fort in den Wald . Dem Hans war sehr befangen zumute , denn er hatte das Gefühl , daß er ganz anders saß und sich bewegte und sprach wie die jungen Grafen ; die sahen so aus , als dachten sie gar nicht an ihre Bewegungen , und er meinte , daß sie wohl heimlich über ihn lachen möchten . Das Mädchen erzählte von den Kaninchen , und wie reizend die gewesen seien ; da sprachen die beiden Brüder geringschätzig und meinten , Kaninchen seien gar nichts Besonderes , und wenn sie nur wollten , könnten sie Hunderte haben ; und wie die Kleine erzählte , daß sie die beiden geschenkten Jungen nicht hatte mitnehmen dürfen , da lachten sie und sagten , sie verstehe das nicht , wie man seinen Willen erreiche ; da müsse man so lange heulen , bis einem erlaubt werde , was man wolle . Hans kriegte runde Augen über diese Ansichten und sagte zwar nichts ; die Brüder aber merkten wohl , daß ihm ihre Reden unrecht vorkamen , deshalb machten sie sich gefaßt , ihren Spaß mit ihm zu treiben , denn sie hielten ihn für einen Duckmäuser . Sie sagten nicht » Vater « und » Mutter « , sondern der » Alte « und die » Alte « und rühmten , welche Taten sie mit ihrer Schnappschleuder begingen , wie sie da den Bauern die Fensterscheiben entzweischossen , ohne daß jemand merkte , von wem der Schuß kam . Noch nahmen sie scheinbar keine Notiz von Hans , weil sie keine rechte Anknüpfung hatten , aber sie knufften sich heimlich , um sich auf ihn aufmerksam zu machen , wie er dasaß mit seinen hellen Augen in dem blankgescheuerten Gesicht . Wie ihre Schwester von den Manschetten erzählte , prusteten sie los mit Lachen und sagten , das seien Sparröllchen , wie sie Herr Müller trägt , der Hofmeister ; gestern hatten sie gehört , wie ihre Mutter zum Vater gesagt hatte , Herr Müller mit seinen Sparröllchen sei doch zu unterirdisch . Hans wurde feuerrot und schämte sich sehr und hätte fast angefangen zu weinen ;