imstande , einen gesunden Baumwuchs hervorzubringen . Der Büttnerbauer war , wie die meisten seines Standes , ein schlechter Waldheger . Der alte Mann wollte nunmehr umkehren . Aber Gustav verlangte noch das » Büschelgewände « zu sehen , da sie einmal so weit draußen seien . Diese Parzelle hatte der Vater des jetzigen Besitzers angekauft und dem Gute einverleibt . Der Bauer zeigte wenig Lust , den Sohn dieses Stück sehen zu lassen , und mit gutem Grunde . Das Stück lag brach , allerhand Unkraut machte sich darauf breit . Der Bauer schämte sich dessen . » Was habt Ihr denn dort stehen heuer ? « fragte Gustav völlig arglos . » Ne viel Gescheits ! Dar Busch dämmt ' s Feld zu siehre , und a Zehnter-Rehe san och allendchen druffe ; da kann duch nischt ne gruß warn . « Er verschwieg dabei , daß dieses Gewände seit anderthalb Jahren nicht Pflug und nicht Egge gesehen hatte . » Will denn der Graf immer noch unseren Wald kofen ? « fragte Gustav . Der Büttnerbauer bekam einen roten Kopf bei dieser Frage . » Ich sullte an Buusch verkofen ! « rief er . » Ne , bei meinen Labzeiten wird suwas ne ! ' s Gutt bleibt zusommde ! « Die Zornader war ihm geschwollen , er sprach heiser . » Ich meente ock , Vater ! « sagte Gustav beschwichtigend . » Uns nutzt der Busch doch nich viel . « Der Büttnerbauer machte Halt und wandte sich nach dem Walde zu . » Ich verkofe och nich an Fußbreit von Gutte , ich ne ! Macht Ihr hernachen , wos der wullt , wenn ' ch war tud sein . Vun mir kriegt dar Graf dan Buusch ne ! Und wenn er mir nuch su vill läßt bietan . Meenen Buusch kriegt ar ne ! « Der Alte ballte die Fäuste , spuckte aus und wandte dem Walde den Rücken zu . Gustav schwieg wohlweislich . Er hatte den Vater da an einer wunden Stelle berührt . Der Besitzer der benachbarten Herrschaft hatte dem alten Bauer bereits mehr als einmal nahe legen lassen , ihm seinen Wald zu verkaufen . Solche Ankäufe waren in Halbenau und Umgegend nichts Seltenes . Die Herrschaft Saland , die größte weit und breit , ursprünglich nur ein Rittergut , war durch die Regulierung und die Gemeinheitsteilung und später durch Ankauf von Bauerland zu ihrer jetzigen Größe angewachsen . Das Büttnersche Bauerngut lag bereits von drei Seiten umklammert von herrschaftlichem Besitz . Der Büttnerbauer sah mit wachsender Besorgnis dem immer weiteren Vordringen des mächtigen Nachbars zu . Seine Ohnmacht hatte allmählich eine grimmige Wut in ihm erzeugt gegen alles , was mit der Herrschaft Saland in Zusammenhang stand . Verschärft war seine Gehässigkeit noch worden , seit er bei einem Konflikte , den er mit der Herrschaft wegen Übertritts des Damwildes auf seine Felder gehabt , in der Wildschadenersatzklage abschlägig beschieden worden war . Man schritt den Wiesenpfad hinab , am Bache entlang . Von rechts und links , von den höher gelegenen Feldstücken , drückte das Wasser nach der Bachmulde zu . Das dunkle , allzu üppige Grün verriet die Feuchtigkeit einzelner Flecken . Es gab Stellen , wo der Boden unter dem Tritt des Fußes erzitterte und nachzugeben schien . Der ganze Wiesengrund war versumpft . Gustav meinte , daß hier Drainage angezeigt sei . » Wu fullt ak daderzut ' s Geld rauskumma , un de Zeit ! « rief der Büttnerbauer . » Mir warn a su och schunsten ne fertg ! Unserens kann ' ch mit su was duch ne abgahn . Drainierchen , das is ganz scheen und ganz gutt for an Rittergutsbesitzer oder anen Ökonomen ; aber a Pauer ... « Er vollendete seine Rede nicht , verfiel in Nachdenken . Die ganze Zeit über hatte er etwas auf dem Herzen dem Sohne gegenüber , aber er scheute das unumwundene Geständnis . » Es mechten eben a poar Fausten mehr sein für ' s Gutt ! « sagte er schließlich . » Mir sein zu wing Mannsen , Karle und ich , mir zwee alleene . Die Weibsen täten schun zulanga ; aber dos federt ne su : Weiberarbeit . Mir zwee , Karle und ich , mir wern de Arbeit ne Herre . A dritter mechte hier sein ! « - Gustav wußte nun schon , worauf der Alte hinaus wollte . Es war die alte Geschichte . Daß er dem Vater fehle bei der Arbeit , wollte er schon glauben . Denn Karl war ja doch nicht zu vergleichen mit ihm , in keiner Weise , das wußte der selbstbewußte junge Mann recht gut . - Der Vater klagte ja nicht zum ersten Male , daß die Wirtschaft zurückgehe , seit Gustav bei der Truppe sei . Aber , das konnte nichts helfen , Gustav war nicht gesonnen , die Tressen aufzugeben für die Stellung eines Knechtes auf dem väterlichen Hofe . Ja , wenn ' s noch für eigene Rechnung gewesen wäre ! Aber für die Familie sich abschinden , für Eltern , Bruder und Schwestern . Für ihn selbst sprang ja dabei gar nichts heraus . Das Gut erbte ja einstmals nicht er , sondern Karl . - Er erwiderte daher auf die Klage des Vaters in kühlem Tone : » Nehmt Euch doch einen Knecht an , Vater ! « Der Alte blieb stehen und rief mit heftigen Armbewegungen : » An Knacht ! Ich sull mer an Knacht onnahma ? Ich mecht ock wissen , wu dar rauswachsen sillte . Achzig Toler kriegt a su a Knacht jetzt im Juhre , und ' s Frassen obendrein . Und do mechte och noch a Weihnachten sen und a Erntescheffel . Mir hon a su schun zu vills Mäuler zu stopfa , hon mir ! Wusu kann ich denne , und ich kennte mer an Knacht halen ! - Ne , hier mechte ener har , dar