dein Bubn , so hoch d ' willst , aber afs Kirchdach mußt ' n nit setzen ; wo junge Leut gnug af ebenen Boden ohne Bschwer sich zsammfinden mögen , wird ihm kaum einer andern Mutter Kind dorthin nachsteigen . Freilich , ein arms Hascherl wüßt ich , das sich lang schon einbildt , er säß so hoch über alle andern , und sich ' n gern herunterholet , aber kein Leiter findt , die hinanreicht . « Sie streichelte Sepherls Scheitel und tätschelte deren Wange . Die Dirne ward glührot im Gesichte und blickte wieder wundernd auf . Frau Resl erhob sich . » Nun , denk ich , wär gnug gschwätzt , vielleicht schon alls zviel ; aber wenigstens weißt , woran d ' bist , Kleebinderin , und wann d ' dazuschaust , so ließ sich wohl noch verhüten , was dir etwa nit in Kram taugt . No , nix für ungut . Bhüt Gott ! « » Bhüt Gott ! kommt gut heim . Völlig verwirrt hat mich euer Reden . Gute Nacht ! « » Gute Nacht , Kleebinderin ! « Auf der Straße fragte die Dirne mit leiser , klagender Stimme : » Nun sag mir , mußten grad wir ihm ' n Verdruß ins Haus tragen ? « » Du Tschapperl du ! Hätten wir ihm den ersparen können ? ! Ich wollt mir nur niemand bei der Kleebinderin zuvorkommen lassen ; sie sollt sehn , daß alte Freundschaft die erste am Platz is , und sie sollt hören , was mich schon lang druckt zu sagen , nit meinerwegen , sondern deintwegen . « Das Mädchen schüttelte den Kopf . » Morgen weiß er ' s , daß wir da waren , und schaut mich mit kein guten Aug mehr an . « » Bisher hat er dich mit gar keinm angschaut ! Is dir so um sein Anschaun , kannst ja zfrieden sein , wann er derweil auch nur böse Augen in dir stecken laßt . Kommt Zeit , kommt Rat . « Beide schritten längs des Baches dahin , von dem nun in der Abendkühle eine widerlich riechende Feuchte aufstieg . Allein gelassen , geriet die Kleebinderin , je mehr sich die Zeit dehnte , in immer größere Aufregung und Befürchtungen , der Falschheit ihres Sohnes wegen , so daß zuletzt die arme Alte ebensowenig an einer Stelle zur Ruhe kam wie eine Maus in der Falle . Das Wirtshaus lag am oberen Ende des Dorfes . Da der Garten etwas anstieg , so war eine Kegelbahn in selbem nicht anzubringen , weder der Höhe noch der Quere nach ; bergauf hätte kein Spieler die Kugel bis zu den Kegeln zu treiben vermocht , sie von selbst bergunter laufen zu lassen , dabei wär weder Kunst noch Spaß gewesen , und quer , nach einer Seite überhängig , mußte es ja jeden Schub verreißen und käm der beste Scheiber vor lauter Anwandeln zu keinem Spiel . Aber kegeln wollten die Bauern , und so war denn die Bahn vor dem Hause längs der Straße angebracht , und wer einkehren wollte , mußte unter dem Vordach hindurch , an den lärmenden , meist hemdärmeligen Spielern vorbeigehen . Als der Kleebinder Muckerl mit der Zinshofer Helen herankam , blickten alle verwundert auf . » Je , Muckerl , getraust du dich auch einmal von deine Herrgottln weg ? « rief der Wirt und folgte den beiden durch den Hausflur , an Gaststube und Küche vorbei , in den Garten nach . Der Bursche , der eben zum Schub angetreten war , verzog das Maul , verdrehte die Augen und ließ , als ob er über diese Begegnung auf das nächste vergäße , die schwere Kugel aus der Hand fallen , worauf er einen Schrei tat und auf einem Beine herumhüpfte , als sei das andere geschädigt worden . Es mußte das ein guter Spaß sein , weil ihn alle belachten . Im Garten war es kühl und fast einsam . An einem Tische saßen zwei alte Bauern und an einem zweiten ein Knecht mit einer Dirn . » Was soll ich bringen ? « fragte der Wirt . » Wirst wohl ein Wein wolln , ein bessern , versteht sich , und ein Backwerk ? Wirst dich nit spotten lassen ? « Versteht sich , daß der Muckerl sich nicht spotten ließ . » Sapramost « , rief einer der Bursche draußen , » ist aber die Zinshoferische sauber , die is die Schönst wordn von alln ! « Auf der Bank hinter dem lange Tische , auf dem die Spieler ihre Krüge stehen hatten , saßen etliche Dirnen , die mochten , während der Schatz kegelte , zusehen oder untereinander plaudern , durften auch ab und zu einen Schluck nehmen . Hatte eine ein Glas mit süßem Weine vor sich und etwa gar eine Zuckerbrezel dazu , so war das eine große Aufmerksamkeit , oder sie - bezahlte sich ' s selbst . Bisher hatten sie ziemlich fremd gegeneinander getan und sich nur wenige Worte gegönnt . Oft sah eine die andere mißtrauisch von der Seite an und dann wieder von ihr weg nach der Kegelbahn und verfolgte eifrig den Gang des Spieles oder tat wenigstens so , während sie mit dem Schatz zu liebäugeln versuchte und dabei auch beobachtete , » ob nit die daneben ein schlechts Mensch mache « und ihn ihr abzuwenden verlangt , wobei es allerdings vorkam , daß die Betreffende selbst einen Augenblick darauf vergaß , daß sie seit acht Tagen mit einem » Neuen « gehe und aus alter Gewohnheit dem » Früheren « zulächelte . Jetzt aber , wo mit einmal die Zinshoferische die Schönste sein sollte , rückten sie naserümpfend zusammen , zogen bedauernde und spöttische Gesichter gegeneinander und wußten wohl , wem das Bedauern und der Spott galt . » Merkwürdig « , sagte der Wirtshannsl , nebenbei bemerkt , seines Vaters beste Kundschaft , » merkwürdig , daß bis