dem Frühling , halb dem Sommer angehörend . Wenige Sterne glitzerten im blauen Himmelsmeer , ein helles Jauchzen , ein fernes Fahren unter , brach zuweilen die stille Nacht . » Hast du dich nun ausbesonnen , Uli ? « fragte der Meister , als sie auf dem Bänklein vor dem Stalle saßen . Es sei ihm noch so nebeneinander , sagte Uli , doch nicht in einem bösen Ton . Alles annehmen , das wolle er nicht , aber zuletzt sei es ihm graglich , zu bleiben . Er hatte halt auch schon den allgemein angenommenen Grundsatz , daß man es nie zeigen dürfe , wenn einem an etwas gelegen sei , indem sonst der Gegner Vorteil daraus ziehe . Daher die merkwürdige Ruhe und Kaltblütigkeit , die Diplomaten an Bauern bewundern müßten . Es ist aber in seiner Ausdehnung und Anwendung ein heilloser Grundsatz , der unsäglich viel Böses stiftet , unzählige Menschen auseinanderbringt , sie gegenseitig als Feinde gegenüberstellt und wiederum Kaltblütigkeit da erzeuget , wo heiliger Eifer brennen sollte , und aus der Kaltblütigkeit eine Gleichgültigkeit macht , welche jedem Freund des Guten unwillkürlich Gänsehaut den ganzen Rücken aufschnadern läßt . Glücklicherweise war der Meister auch kaltblütig und nahm die Sache nicht so übel , sondern sagte , ihm seis auch gerade so . Er hätte nichts wider Uli , aber so dabeisein wolle er auch nicht . Es nähmte ihn wunder , wer gefehlt hätte und ob er in seinem Hause nichts mehr sagen dürfe , wenn er nicht eine ganze Woche kein gutes Wort hören und ein Gesicht sehen wolle , mit dem man ganz Amerika vergiften könnte ? Er könne nicht helfen , sagte Uli . Sauersehn sei seine Freundlichkeit , und wenn er ein apartig Gesicht gemacht habe , so sei es nicht seinetwegen gewesen , er hätte apartig über ihn nicht zu klagen und über niemand sonst . Aber er sei halt auch ein armes Knechtlein und sollte nirgends sein und keine Freude haben ; er sollte nur auf der Welt sein , um bös zu haben , und wenn er einmal sein Elend vergessen wolle und sich lustig machen , so käme alles auf ihn los und suche ihn untern zu drücken . Wer ihn ins Unglück sprengen könne , der tue es . Da könne man nicht immer süß dareinsehen . Er sollte doch sehen , daß er ihn nicht begehre ins Unglück zu sprengen , ds Gunteräri , sagte der Meister . Wenn ihn jemand ins Unglück sprenge , so sei er es selbst . Wenn ein Bursche sich mit schlechten Mädchen abgebe , so sei er sein eigener Unglücksstifter und niemand anders . Er wisse wohl , es tröste sich jeder damit , es treffe ihn nicht , sondern einen Andern ; aber einen treffe es immer , und wenn einer auch siebenmal entronnen sei und ein Anderer statt seiner im Lätsch geblieben , so gebe es ihn zum achten Male , er solle nur darauf zählen . Aber solang er nicht darin sei , lache er alle aus und sage allen wüst , die ihn davor warnen ; und wenn er einmal darin sei , so sollen alle daran schuld sein , und er sage wiederum allen wüst , daß sie ihm nicht davor gewesen seien . » Aber gell , Uli , « sagte der Meister , » es ist dir diese Woche schon angst genug gewesen , es hätte dich im Lätsch . Ich habe wohl gesehen , wie du vor jedem Weibervolk geflohen bist und hinter allen Zäunen Anne Lisi gesehen hast . Und deine Angst hast du dann uns und unser Vieh entgelten lassen , nach Art so vieler Diensten , die allen Zorn und alles Ungerade , das ihnen über den Weg läuft , an den Meisterleuten oder an ihren Sachen , an Kühen oder Kacheln , auslassen . Deine Angst war in dieser Woche dein Böshaben , und an der war niemand schuld als du . Du hättest es ohne die Angst so gut haben können als wir selbst . Nein , Uli , du mußt von deinem Lumpenleben lassen , du machst dich unglücklich , und solchen Ärger wie diese Woche will ich deinetwegen nicht mehr haben . « Er hätte noch nichts Schlechts gemacht , sagte Uli . He , das nehme ihn doch wunder , sagte der Meister ; ob Vollsein etwas Bravs sei , und was er mit Anne Lisi getrieben habe , werde auch nicht das Sauberste gewesen sein und wohl auch im siebenten Gebot vernamset . Oh , es seien noch viel schlechtere Leute als er , sagte Uli , und es gebe viele Bauren , mit denen er sich dann noch lange nicht zusammenzählen lasse . Da habe er nichts darwider , antwortete der Meister , aber ein schlechter Mensch mache den andern nicht gut , und wenn schon mancher Bauer ein Trunkenbold sei oder gar ein Schelm , so sei es deswegen um nichts bräver , wenn Uli ein Hudel sei und noch anderes mehr . Es werde doch wohl erlaubt sein , eine Freude zu haben , sagte Uli ; » wer möchte dabeisein , wenn man keine Freude mehr haben dürfte ? « » Aber , Uli , was ist das für eine Freude , wenn man darauf eine ganze Woche nirgends sein darf , es einem nirgends wohl ist ? Was ist das für eine Freude , die einem für das ganze Leben elend und unglücklich machen kann ? Solche Freuden sind des Teufels Lockvögel . Ja freilich kannst du dich freuen , es darf jeder Mensch Freude haben , aber an guten und erlaubten Dingen . Das ist eben ein Zeichen , ob ein Mensch gut oder schlecht ist , je nachdem er an guten oder schlechten Dingen seine Freude hat . « » Ja , du hast gut krähen , « sagte Uli , » du hast den schönsten Hof weit und breit , hast die Ställe