, den auf und ab Gehenden durch die perlmutterne Brille beschauend , » es ist ja niemand anders , als der Kapellmeister Schmalz , der mir die Gitarre beibringt . « » Warum nicht gar « , brummte der alte Ökonomierat , » es ist der lustige Kommissär , der mir die gute Brotlieferung an das Spital in D - n verschaffte . « » Ach ! Papa « , kicherte sein Töchterlein , » jener war ja schwarz und dieser ist blond ! Kennen Sie denn den jungen Landwirt nicht mehr , der sich bei uns ins Praktische einschießen wollte ? « » Hol mich der Kuckuck und alle Wetter « , schrie der preußische Hauptmann , » das ist der verfluchte Ladenprinz und Ellenreiter , der mir mein Lorchen wegfischte ! Auf Pistolen fordere ich den Hund , gleich morgen , gleich jetzt . « Er sprang auf und wollte auf den immer ruhig auf und ab Gehenden losstürzen ; der Professor aber packte ihn am Arm : » Bleiben Sie weg , Wertester ! « schrie er , » ich hab ' s gefunden , ich hab ' s gefunden , kehrt seinen Namen um , es ist der Satan ! « Viertes Kapitel Das Manuskript So viel als ich hier niedergeschrieben habe , lebt von diesem Abend noch in meiner Erinnerung ; doch kostete es geraume Zeit , bis ich mich auf alles wieder besinnen konnte ; ich muß in einem langen , tiefen Schlaf gewesen sein , denn als ich erwachte , stand Jean vor mir und fragte , indem er die Gardine für die Morgensonne öffnete , ob jetzt der Kaffee gefällig sei ? Es war eilf Uhr ; wo war denn die Zeit zwischen gestern und heute hingegangen ? Meine erste Frage war , wie ich denn zu Bett gekommen sei ? Der Kellner staunte mich an und meinte mit sonderbarem Lächeln , das müsse ich besser wissen , als er . » Ah ! ich erinnere mich « , sagte ich leichthin , um meine Unwissenheit zu verbergen , » nach der Abendtafel .... « » Verzeihen der Herr Doktor « , unterbrach mich der Geschwätzige ; » Sie haben nicht soupiert ; Sie waren ja alle zu Tee und Punsch auf Nr. 15. « » Richtig , auf Nr. 15 , wollte ich sagen ; ist der Herr Professor schon auf ? « » Wissen Sie denn nicht , daß sie schon abgereist sind ? « fragte der Kellner . » Kein Wort ! « versicherte ich staunend . » Er läßt sich Ihnen noch vielmal empfehlen , und Sie möchten doch in T. bei ihm einsprechen ; auch läßt er Sie bitten , seiner und des gestrigen Abends recht oft zu gedenken , er habe es ja gleich gesagt . « » Aha , ich weiß schon « , sagte ich , denn mit einem Mal fiel mir ein Teil des gestern Erlebten ein ; » wann ist er denn abgereist ? « » Gleich in der Frühe « , antwortete jener , » noch vor dem Ökonomierat und dem Herrn Oberforstmeister . « » Wie ? so sind auch diese weggereist ? « » Ei ja ! « rief der staunende Kellner , » so wissen Sie auch das nicht ? auch nicht , daß Frau von Thingen und die gnädige Frau von Trübenau - « » Sie sind auch nicht mehr hier ? « » Kaum vor einer halben Stunde sind die gnädige Frau weggefahren « , versicherte jener . Ich rieb mir die Augen , um zu sehen , ob ich nicht träume , aber es war und blieb so ; Jean stand nach wie vor an meinem Bette und hielt das Kaffeebrett in der Hand . » Und Herr von Natas ? « fragte ich kleinlaut . » Ist noch hier ; ach das ist ein goldener Herr , wenn der nicht gewesen wäre , wir wären heute nacht in die größte Verlegenheit gekommen . « » Wieso ? « » Nun bei der Fatalität mit der Frau von Trübenau ; wer hätte aber auch dem gnädigen Herrn zugetraut , daß er so gut zur Ader zu lassen verstände ? « » Zur Ader lassen ? Herr von Natas ? « » Ich sehe , der Herr Doktor sind sehr frühzeitig zu Bette gegangen , und haben eine ruhigere Nacht gehabt , als wir « ; Jean belehrte mich in leichtfertigem Ton : » es mochte kaum eilf Uhr gewesen sein , die Geschichte mit der Polizei war schon vorbei - « » Was für eine Geschichte mit der Polizei ? « » Nun , Nr. 15 ist vorn heraus , und weil , mit Permiß zu sagen , dort ein ganz höllischer Lärm war , so kam die Runde ins Haus und wollte abbieten ; Herr von Natas aber , der ein guter Bekannter des Herrn Polizeilieutenants sein muß , beruhigte sie , daß sie wieder weitergingen . Also gleich nachher kam das Kammermädchen der Frau von Trübenau herabgestürzt , ihre gnädige Frau wolle sterben . Sie können sich denken , wie unangenehm so etwas in einem Gasthof nachts zwischen eilf und zwölf Uhr ist . Wir wie der Wind hinauf , auf der Treppe begegnet uns Herr von Natas , fragt , was das Rennen und Laufen zu bedeuten habe , hört kaum wo es fehlt , so läuft er in sein Zimmer , holt sein Etui , und ehe fünf Minuten vergehen , hat er der gnädigen Frau am Arm mit der Lanzette eine Ader geöffnet , daß das Blut in einem Bogen aufsprang ; sie schlug die Augen wieder auf und es war ihr bald wohl , doch versprach Herr von Natas , bei ihr zu wachen . « » Ei ! was Sie sagen , Jean ! « rief ich voll Verwunderung . » Ja warten Sie nur ! kaum ist eine Stunde vorbei , so ging der Tanz von neuem