, sich bezwingend , ging nun auch wirklich , und während es an der Bank vorüberkam , sah es den alten Herrn mit großen , klugen Augen an . Inzwischen war auch die Alte herangekommen . » Na , Buschen « , sagte Dubslav , » habt Ihr denn auch bloß Bruchholz in Eurer Kiepe ? Sonst packt Euch der Förster . « Die Alte griente . » Jott , jnädiger Herr , wenn Se doabi sinn , denn wird he joa woll nich . « » Na , ich denk auch ; is immer nich so schlimm . Und wer is denn das Kind da ? « » Dat is joa Karlinens . « » So , so , Karlinens . Is sie denn noch in Berlin ? Und wird er sie denn heiraten ? Ich meine den Rentsch in Globsow . « » Ne , he will joa nich . « » Is aber doch von ihm ? « » Joa , se seggt so . Awers he seggt , he wihr et nich . « Der alte Dubslav lachte . » Na , hört , Buschen , ich kann ' s ihm eigentlich nicht verdenken . Der Rentsch is ja doch ein ganz schwarzer Kerl . Un nu seht Euch mal das Kind an . « » Dat hebb ick ehr ook all seggt . Un Karline weet et ook nich so recht un lacht man ümmer . Un se brukt em ook nich . « » Geht es ihr denn so gut ? « » Joa ; man kann et binah seggen . Se plätt ' ümmer . Alle so ' ne plätten ümmer . Ick wihr oak dissen Summer mit Agnessen ( se heet Agnes ) in Berlin , un doa wihrn wi joa tosamen in ' n Zirkus . Un Karline wihr ganz fidel . « » Na , das freut mich . Und Agnes , sagt Ihr , heißt sie . Is ein hübsches Kind . « » Joa , det is se . Un is ook en gaudes Kind ; se weent gliks un is immer so patschlich mit ehre lütten Hänn ' . Sünne sinn immer so . « » Ja , das is richtig . Aber Ihr müßt aufpassen , sonst habt Ihr ' nen Urenkel , Ihr wißt nicht wie . Na , gu ' n Abend , Buschen . « » ' n Abend , jnäd ' ger Herr . « Vierundzwanzigstes Kapitel Der Baron Berchtesgadensche Wagen fuhr am Kronprinzenufer vor , und die Baronin , als sie gehört hatte , daß die Herrschaften oben zu Hause seien , stieg langsam die Treppe hinauf , denn sie war nicht gut zu Fuß und ein wenig asthmatisch . Armgard und Melusine begrüßten sie mit großer Freude . » Wie gut , wie hübsch , Baronin « , sagte Melusine , » daß wir Sie sehn . Und wir erwarten auch noch Besuch . Wenigstens ich . Ich habe solch Kribbeln in meinem kleinen Finger , und dann kommt immer wer . Wrschowitz gewiß ( denn er war drei Tage lang nicht hier ) und vielleicht auch Professor Cujacius . Und wenn nicht der , so Doktor Pusch , den Sie noch nicht kennen , trotzdem Sie ihn eigentlich kennen müßten - noch alte Bekanntschaft aus Londoner Tagen her . Möglicherweise kommt auch Frommel . Aber vor allem , Baronin , was bringen Sie für Wetter mit ? Lizzi sagte mir eben , es neble so stark , man könne die Hand vor Augen nicht sehn . « » Lizzi hat Ihnen ganz recht berichtet , der richtige London fog , wobei mir natürlich Ihr Freund Stechlin einfällt . Aber über den sprechen wir nachher . Jetzt sind wir noch beim Nebel . Es war draußen wirklich so , daß ich immer dachte , wir würden zusammenfahren ; und am Brandenburger Tor , mit den großen Kandelabern dazwischen , sah es beinah aus wie ein Bild von Skarbina . Kennen Sie Skarbina ? « » Gewiß « , sagte Melusine , » den kenn ich sehr gut . Aber allerdings erst von der letzten Ausstellung her . Und was , außer den Gaslaternen im Nebel , mir so eigentlich von ihm vorschwebt , das ist ein kleines Bild : langer Hotelkorridor , Tür an Tür , und vor einer der vielen Türen ein Paar Damenstiefelchen . Reizend . Aber die Hauptsache war doch die Beleuchtung . Von irgendwoher fiel ein Licht ein und vergoldete das Ganze , den Flur und die Stiefelchen . « » Richtig « , sagte die Baronin . » Das war von ihm . Und gerade das hat Ihnen so sehr gefallen ? « » Ja . Was auch natürlich ist . In meinen italienischen Tagen - wenn ich von italienischen Tagen spreche , so meine ich übrigens nie meine Verheiratungstage ; während meiner Verheiratungstage hab ich Gott sei Dank so gut wie gar nichts gesehn , kaum meinen Mann , aber freilich immer noch zuviel - , also während meiner italienischen Tage hab ich vor so vielen Himmelfahrten gestanden , daß ich jetzt für Stiefeletten im Sonnenschein bin . « » Ganz mein Fall , liebe Melusine . Freilich bin ich jetzt nebenher auch noch fürs Japanische : Wasser und drei Binsen und ein Storch daneben . In meinen Jahren darf ich ja von Storch sprechen . Früher hätt ich vielleicht Kranich gesagt . « » Nein , Baronin , das glaub ich Ihnen nicht . Sie waren immer für das , was sie jetzt Realismus nennen , was meistens mehr Ton und Farbe hat , und dazu gehört auch der Storch . Deshalb lieb ich Sie ja gerade so sehr . Ach , daß doch das Natürliche wieder obenauf käme . « » Kommt , liebe Melusine . « Melusinens kribbelnder kleiner Finger behielt recht . Es kam wirklich Besuch , erst Wrschowitz , dann aber - statt der drei , die sie noch