ein einziges Fünkchen genügte , um das Pulverfaß in die Luft zu sprengen . Er selbst mußte auf der Seite des Kapitäns stehen und schien nicht daran zu zweifeln , wer die Oberhand behalten würde . » Sprecht nicht von Skorbut ! « sagte er leichthin . » Der Kranke wird natürlich in Behandlung genommen werden , aber wozu gleich Lärm schlagen ? Ich will den Kapitän benachrichtigen . « Robert griff wieder an seine Mütze , und der Obersteuermann sah ihm , als er in das Logis zurückging , böse nach . » Was bis jetzt auf allen Schiffen gelungen ist « , dachte er grimmig , » das mußte gerade hier fehlschlagen . Es war mir unmöglich , unter den Matrosen verschiedene Parteien zu bilden , ich konnte keinen einzigen auf meine , das heißt auf die Seite des Kapitäns bringen . Aber weshalb entzieht er auch den Kerlen das letzte , warum knausert er um ein paar Dollar für Grog ? - Verdammt , daß ich ihm jetzt die Geschichte melden muß . « Er zögerte noch so lange wie möglich und ging erst , nachdem seine Wache abgelaufen war , zum Kapitän in die Kajüte . Dort sagte er , daß sich einer der Auswanderer krank gemeldet habe . Thomas Wright blickte auf . » Was ist es , Mr. Pikes ? « Der zuckte die Achseln . » Kommen Sie selbst herüber , Herr Kapitän . Faulheit scheint es nicht zu sein . Der Mann hat volles Bewußtsein , aber die Lippen sind blau , das Gesicht leichenblaß und die Augen eingesunken . Er klagt über Gliederreißen . « Der Kapitän zog die Mundwinkel herab . » Es ist gut « , sagte er rasch . » Ich komme . « Und fünf Minuten später erschien er im Logis , wo ihn ein unheimliches Schweigen empfing . Der Obersteuermann begleitete seinen Vorgesetzten und führte ihn an die Koje des Kranken . » Hier , Herr Kapitän . Der Mann ist offenbar leidend . « Thomas Wright beugte sich über den Unglücklichen und untersuchte sorgfältig dessen Zahnfleisch . Mit einem leisen » damned « richtete er sich wieder auf . » Es soll sofort im Raum zwischen den Fässern ein Lager zurechtgemacht werden « , befahl er , » und dorthin bringt ihr den Kranken mit dem nötigen Bettzeug . Der Koch soll ihm Pflaumen so zubereiten , daß er sie trinken kann , außerdem muß ihm der Mund dreimal täglich mit Löffelkrautspiritus ausgewaschen werden . Macht , daß ihr hinunterkommt , und friert den Kranken , so legt eine Wärmflasche an seine Füße . Das ganze Logis wird sofort mit Karbolessig gescheuert . « Er sprach die Worte in festem , befehlendem Ton , er war so vollständig der Herr der Lage , daß niemand daran dachte , sich dieser grausamen Anordnung zu widersetzen . Begleitet von einem » Zu Befehl , Herr Kapitän « - des Obersteuermanns , verließ er das Logis . Der Kranke kümmerte sich um nichts . Leise wimmernd lag er da . Sheppard war der erste , der wieder Worte fand . » Habt ihr nun den Beweis ? « raunte er . » Es ist Skorbut , und der arme Teufel soll da hinunter in die Eisluft , um so schnell wie möglich zu - sterben . « » Nun , nun « , begütigte ein anderer . » So schlimm braucht man es ja nicht gleich zu sehen . Es geschieht , um uns zu schützen . « Sheppard zuckte die Achseln . » In drei Tagen haben wir einen Toten « , sagte er . » Bis dahin aber werden noch mehr Leute erkrankt sein , paßt nur auf , was ich sage . Wer zwanzig Jahre lang zur See gefahren ist , der kennt die Geschichte . « Morris spuckte grimmig den Kautabak auf den Fußboden . » Ist es nicht schändlich « , flüsterte er , » daß der Kapitän mit Gewalt Walfische jagen will ? Alle diese Eisinseln , an denen wir vorüberkommen , sind voll von Walrossen , die Seehunde gar nicht zu zählen , - aber nein , der Kapitän hat es nur auf Walfische abgesehen . « » Ich weiß weshalb « , fuhr Sheppard fort . » Dies ist seine letzte Reise . Er will dann den Vogel Greif verkaufen und in New York Häuserspekulant werden . Vorher aber will er noch einen guten Fang von Spermfischen machen . Diese Tiere liefern ja den teuern Walrat für Kirchenlichter , also ist eine Ladung davon ein kleines Vermögen für sich allein . Daß wir darunter leiden , den geizigen Kapitän reich zu machen , daß vielleicht mehrere von uns dabei drauf gehen , - was fragt er danach ? « Inzwischen hatten mehrere Matrosen den Kranken aufgenommen , in Wolldecken gehüllt und hinuntergetragen in den Raum , wo er auf altem Segeltuch gebettet wurde . Die Luft war hier schrecklich . Über einer Ladung von Ballast lagen die für den Tran bestimmten Fässer , die einen so abscheulichen Geruch ausströmten , daß es fast unmöglich war , in ihrer Nähe zu atmen . Dazu kam die Kälte des ungeschützten , unter der Oberfläche des Wassers liegenden Raumes , die feuchte , drückende Luft und die ständige Dunkelheit , die durch keinen Tageslichtschimmer erhellt wurde . Hier gesund zu werden , schien ganz unmöglich . Nachdem der Umzug des Kranken beendet war , mußten die Auswanderer das Volkslogis von oben bis unten reinigen . Die Matrosen von der Freiwache halfen unaufgefordert mit , und es schien fast , als ob die Ruhe wieder einigermaßen hergestellt sei , da brachte ein Zwischenfall neuen Zündstoff . Einer der Auswanderer wollte die Luke öffnen und zu seinem kranken Gefährten in den Raum hinabklettern , um nach ihm zu sehen , aber der Obersteuermann vertrat ihm rasch den Weg » Niemand darf hinunter ! « befahl er . » Der Kapitän hat es verboten . «