heraus sagen , nicht böser als ehemals . Wo das nit gsi isch , da isch öppis angers gsi . Öppis mueß me geng ha ; ists nit das , so ists öppis angers , und das ist geng am schwersten , wo me grad het . Da kömmt es nur darauf an , ob man sich darein schicken kann oder nicht und ob man annehmen kann , was man nicht wehren kann : das ist dKunst . Uli , das laß dir gesagt sein , an allen Orten ist etwas , und Meiner ist noch nicht der Böste . Wenn du immer bleibst , wie du bist , so hast du ihn ja nicht zu scheuen , und er plagt sich am meisten selbst . Er hat mich manchmal duret , daß ich pläret ha seinetwegen . Ich habe gedacht , er müsse viel mehr leiden seinetwegen als kein anderer Mensch . Mit den Meisterleuten müssen die Dienste auch Geduld haben , es haben ja alle Menschen ihre Fehler . Aber sag doch dem Vreneli nichts , ich glaube , es liefe fort oder sagte meinem Alten wüst . Es ist ein freines Meitli , aber Solches verträgt es nicht und kann dann wüst tun , daß es einem übel gruset . « Uli versprach es , und die Meisterfrau hatte im Treppeabgehen eine Ausrede bei der Hand für das fragende Vreneli . Als der Friede wieder , kehrte , die Spaltung aufhörte , welcher der Alte mit Freuden zugesehen hatte , wunderte er sich sehr , aber er fragte mit keinem Worte . Ebenso wenig verriet ihm seine Frau , daß sie ihm über seine Schliche gekommen und den Friedensstifter gemacht . Diesmal ging alles so diplomatisch zu , daß selbst Louis Philipp sich darob verwundert hätte . Nun lief die Arbeit wieder freudig fort wie gesalbet . Denn wenn man einig ist und zufrieden die Gemüter , so geht alles ds Halb ringer ; und es tat not , es war sehr viele Arbeit . Aber eben wenn am meisten Arbeit ist , dieselbe fast über den Kopf wachsen will , so bemächtigt sich ein gewisser Hast , eine Ungeduld des Menschen . Die läßt sich an den Umgebungen an den Mitarbeitenden aus ; die werden böse , hinterstellig , und der Schleiftrog ist untergeworfen . Der Herr hatte die Bäume gesegnet , daß man fast nicht wußte , wo mit diesem Segen hin . Es war viel Mist , viel Land bedurfte desselben : es war also viel anzusäen . Wildes , strubes Land kriegte man unter den Pflug , das doppelter Arbeit bedurfte . Nun war man aber in der Glunggen , wie schon gesagt , an ein Hacken gewöhnt , das dem Nidle ab der Milch Nehmen gleicht . Man schürpfte nur das Gras obenab , die zähe Furche und das darin befindliche Wurzelgeflecht blieb unverhauen , das Samkorn fand keinen mürben , uneingenommenen Boden zum Wurzeln und zur Nahrung , daher mageres , schlechtes Korn trotz allem Misten . Zu gleicher Zeit wurde der Pflug nicht tief geführt , trotzdem daß es in der Glunggen nicht steinichter Boden war . So mußte der Boden unfruchtbar werden . Tiefer gefahren , besser gehackt mußte er werden , wenn es eine gute Ernte geben sollte . Dazu es zu bringen , hatte Uli Mühe , man war der Sache halt nicht gewohnt . Es grusete Joggeli , als er die dichte Reihe der Hacker sah , als Uli sechs Haupt vorspannte , statt sonst nur viere , als der rohe , wilde Boden an die Sonne gekehrt ward . Das sei ja die dümmste Sache von der Welt , sagte er halblaut vor sich hin , die gute Erde zu verlochen und die böse , magere obenfürzumachen ; so mache man ja den Boden expreß wieder mager , wenn man den Mist untern fahre , daß er ganz gegen Amerika hinunterkomme und dort hervorgewässert werde , während man in den schlechten , wilden Boden pflanze . Das könne unser Lebtag nichts geben , das komme doch jedem Kind in Sinn . Glücklicherweise ging er mit seinem Sohn ins Welschland , um Wein zu kaufen oder vielmehr , um für den Sohn zu zahlen , was dieser kaufte . Er mußte also freie Hände lassen und war ganz verwundert , als er , zurückgekehrt , die junge Saat so schön erronnen sah im reingemachten Acker . Man werde es aber im Hustagen sehen , dachte er , wie das komme , der größte Teil werde im Winter dahintenbleiben . Indessen war vergnüglich eingeherbstet worden , denn wieder hatte man früher angefangen als Andere . Nichts mußte unter dem Schnee hervorgeholt werden ; man fand Zeit , bei schlechtem Wetter unter Dach zu bleiben , und fand dort auch immer Dinge zu tun , welche die Arbeit draußenförderten . Das Wetter mache freilich viel , sagte die Mutter , aber sie wisse Herbste , wo das Wetter noch schöner gewesen sei , und doch sei man später fertig geworden und habe nicht so viel angesäet und nicht so viel Mist auszutun gehabt . Da sehe man , daß man selbst auch etwas zwingen könne . Freilich , wenn das Wetter darnach sei , so könne man nichts zwingen ( im sechzehner Jahr stund der Hafer noch um Weihnacht draußen ) , aber sie wisse Leute , die nicht fertig würden , und wenn der Herbst bis Fasnacht dauern wurde . Die meinten , es sei eine Sünde , wenn sie nicht etwas den ganzen Winter draußen ließen , Kartoffeln , Rüben , Rübli , oder sollten es nur die Bohnenstecken sein . Die Matten kamen in Ordnung . Gräben , Wühre wurden aufgetan , der gewonnene Schlamm aufs Land geführt , ja Uli schlug sogar noch das Tonen vor in der nassen Matte . Tonen sind nämlich tiefe Graben im Boden , die nachher wieder zugedeckt werden , welche das Wasser sammeln und abfuhren , so daß