schnell an ! Wer läßt denn hier am Hause malen , Berthold erzählte nichts davon . « - » Frau Hildegard hat dies Gelübde getan « , antwortete Anna . - » Die gute , selige Frau « , sagte Apollonia , » mag wohl durch meinen Zorn in dieser Morgenstunde gekränkt sein , sie wird mir nicht zürnen , ihr Gelübde hatte den Irrtum veranlaßt . Sei zufrieden Anna , werde nur nicht eifersüchtig auf mich , sieh dich im Spiegel , du blühende Rose , so freudig sah ich dich nie wie eben mitten in der Kümmernis unsres Streits , dann sieh mich an und du wirst deine Eifersucht beruhigen , selbst wenn du meiner Liebe zu dir nicht glauben wolltest . « - Anna küßte der Mutter die Hand und sprach : » Die gute Mutter Hildegard , nun kann ich ihr keine Liebe erweisen , aber du lebst doch noch recht lange , sollst dich recht lange mit erfreuen . Die arme Mutter Hildegard , sie hat es nicht überlebt , daß ihr Sohn fern von ihr schlafen sollte , ach da trage ich unschuldig die Schuld ihres Todes . « - Die Mutter suchte sie zu zerstreuen und sagte : » Wir wollen doch einmal lesen , was der bayerische Meistersänger dir zu Ehren gereimt hat , wahrscheinlich hat er es schon zu tausend Bräuten gesungen , denn darum läuft das Sängervolk immer so umher , daß sie an fremde Orte kommen , wo ihre paar Lieder noch für eine Neuigkeit gelten ; aber es ist schwer zu lesen vor dem Firnis , der daran klebt . « Hochzeitsterne sind verglommen , Und das schwarze Sonntagskleid Ist dem Himmel abgenommen , Alle Lust erwacht in Leid ; Freudig ist nun junges Leben hl den frischen Tag gestellt , Der gerührt des Blickes Beben Tauend über dich erhellt . Und du glaubst dem neuen Tage , Endlos scheint er , weil er klar , Es versinkt in Lust die Klage , Daß kein Kranz in deinem Haar ; Sieh , dir blühen tausend Kränze , Dieser ach versank im Fluß , Führt des Lebens Wellentänze , Lebensflut im stillen Kuß . In der Kraft , die er gesegnet , In der Hoffnung , die er regt , Seid ihr beide euch begegnet , Selig , wem das Herz so schlägt ; Selig , denn die tät ' ge Ferne , Der Gedanken Unbestand , Und des Glückes Wandelsterne , Trennen nicht dies innre Band . Hochzeitmorgen ist gekommen , Trägt ein feurig Freudenkleid , Und die Welt erscheint vollkommen , Feiert euren schönsten Eid , Mit dem Licht vom ersten Tage , Als die Erde jugendgrün , Als zum heiligen Vertrage Gott dem Menschenpaar erschien . Dritte Geschichte Gute Hoffnung Das Fest am Brunnen , welches den Morgen nach der Hochzeit feiern sollte , war durch den Tod der guten Mutter Hildegard in seinem Wesen gestört worden , manches blieb unbeendigt , weil Berthold sich der geliebten Toten nicht entreißen konnte , und die scherzenden Masken sandte er alle zu dem Hause des Herrn Brix , wo Kugler seit der Hochzeitnacht eingezogen war . Auch verspätet war das Frühstück am Brunnen durch den langen Schlaf Annens , die Sonne schien dort zu heiß , und der Tisch mit den Sesseln wurde auf Annens Bitte , unter die uralte , schattige Linde gestellt , unter der Berthold einst den Schatz gefunden hatte . Er ward nachdenklich und sprach wenig , so daß ihm Anna Vorwürfe machte , wie er an solchem Tage fremden Gedanken Raum gebe und daß er sie am Morgen so früh verlassen habe . Unter mancher Zärtlichkeit erzählte er ihr nach und nach , was ihn gequält und erweckt hatte » Als wir vor dem Altare in der Nonnenkirche standen und der Geistliche Himmel und Hölle des Ehestands mit gewaltiger Stimme malte , da flossen meine Augen in Sorge und Seligkeit , in Vorahndungen des Lebens und des Todes , aber ich schämte mich dieser Tränen vor dir und wendete mich ab , um sie unbemerkt zu trocknen . Und wie ich so zur Seite blickte und meine Augen sich aufklären , da erblicke ich einen Kriegsmann von alter Tracht , der großen Anteil an der Feierlichkeit zu nehmen schien , da war mir , als sei es derselbe Alte , derselbe alte Herr , den ich immer für ein Schattenbild des Barbarossa auf Erden gehalten , wenn er in Wolken vorüberzieht , der mir hier die Kapelle der heiligen Könige zeigte , die ich bis jetzt noch nicht wieder fand , der mir den Schatz verlieh , der mich aufforderte , diese Baustelle zu erstehen , auf der ich allen Reichtum erwarb , und mit Schrecken erinnerte ich mich bei einem Worte des Geistlichen von der Wandelbarkeit des Irdischen , daß der Alte mir diesen Schatz mit allem , was ich dadurch erwerbe , nur auf so lange verliehen habe , bis er es zurückfordere . Ich wandte mich ab von dem Alten und blickte nach dem vergitterten Nonnenchore und sah ein Antlitz halb befreit vom Schleier , der sich zur Seite gedrückt hatte , und meinte die geliebte Mutter , meine rechte Mutter , sehr veralten , doch unverkennbar wieder zu sehen . Diese Erscheinungen kreuzten sich und verwirrten mich ; als ich wieder um mich blickte , waren beide verschwunden und ich fürchtete , daß die lebhafte Anregung des Tages mich um den Verstand bringe . Beim Gelag hatte ich das alles vergessen und bald war auch das Gelag vergessen und du weißt vielleicht , wie alles gekommen , aber ich schlief doch endlich ein , schlief lange ruhig , bis ich denselben Alten , der mich in der Kirche erschreckt hatte , wieder zu sehen glaubte . Er sagte mir , daß meine Zeit abgelaufen sei , daß ich ihm alles wieder erstatten solle , was er mir geliehen , ich sei jetzt gesund , ich kennte die Welt und