sie mit herab zu dir und ehren dich durch sie . Aber wir möchten doch gern wissen , wie weit die Vollmacht reicht , welche der Ustad dir erteilte . « » Diese Vollmacht ist die volle Macht . Es ist genau , als ob er selbst vor Euch säße . « » Du kannst über Alles entscheiden , wenn es dir beliebt ? « » Ja . « » Und er wird es bestätigen ? « » Unbedingt . « » So freut es mich , dir mitteilen zu können , welch ein großes , reiches Geschenk ich Euch heut mitbringe . Schon als ich noch in Feraghan war , hörte ich von den Dschamikun sprechen und lernte ihren Ustad am Hofe des Schah-in-Schah kennen . Seit ich mich nun in Chorremabad befinde , habe ich Euch unausgesetzt beobachtet . Ihr strebt nach hohen Zielen . Ihr wollt die Menschen nicht erst dort , sondern auch schon hier glücklich sehen . Und Ihr greift zum besten Mittel , dieses Ziel zu erreichen . Ihr hebt das Volk empor durch guten Unterricht und haltet in jeder Beziehung , auch im Glauben , mit allen Menschen Frieden . Wenn jeder Stamm das täte , so wie Ihr , dann würde es wohl bald den längst ersehnten achten Himmel geben , den Himmel Allahs hier auf dieser Erde ! In andern Ländern wird ein solches Bestreben , wie das Eurige ist , verfolgt . Wer Anteil nimmt , muß der Feindschaft unterliegen . Die Priesterschaft verdammt jeden Andersgläubigen und will nichts vom religiösen Frieden wissen . Und wer hoch steht , der haßt die Aufklärung des Volkes , weil sich nur Dumme dumm regieren lassen . Bei uns in Persien aber ist das anders . Wir wissen , daß es nicht nur einen Himmel gibt , und wollen alles Volk durch Schulen und Moscheen zur Ueberzeugung bringen , daß Jedermann des Andern Bruder ist . Bei uns gibt es also keine Verfolgung , sondern Unterstützung . Wir hassen nicht ; wir lieben . Hältst du das für richtig ? Oder nicht ? « » Ich stimme vollständig bei , « antwortete ich . » Das habe ich erwartet ! Es beweist mir , daß du würdig bist , den Ustad zu vertreten . Ich sagte , daß ich nicht verfolge , sondern unterstütze . Ich weiß , was er von seinen Widersachern erduldet hat . Sie taten Alles , um ihn zu vernichten . Ich aber komme , um ihn zu erheben . Ich will diesen Feinden zeigen , wer der Mann ist , den sie einst von sich stießen . Er soll ein Arbeitsfeld bekommen , welches seiner würdiger ist , als dieses kleine , rings von Gegnern eingeschlossene Gebiet der Dschamikun . Ich will ihm viele Tausende zu Untertanen machen , die er auf seinen Wegen zu seinen Zielen führt . Ich bringe ihm Gewalt und hohe Ehre , viel größer noch , als er sich jemals träumen lassen konnte . Sein Ruhm , sein Glück liegt hier in meiner Hand . Soll ich sie wieder an mich ziehen , ohne daß du nach ihr greifst , Effendi ? « Er hatte mir die Hand mit einer unendlich herablassenden Gebärde entgegengestreckt . Ich ließ ein sehr dankbares Lächeln sehen und antwortete : » Warum sollte ich eine so gütige Hand von mir stoßen ? Aber du sagtest mir noch nicht , welche Gabe es ist , die du für den Ustad bringst . « » So bist du also bereit , sie anzunehmen ? Wohlan , so sollst du es erfahren . Weißt du , daß ich ein Sohn der frommen Takikurden bin , die unverrückt auf Allahs Pfaden wandeln ? « » Ja . « » Und weißt du auch , daß dieser Stamm die schönsten Berge , die fettesten Weideplätze unsers Landes besitzt ? Daß dieser ihr Besitz von allerhöchstem Werte ist , weil er die größte strategische Bedeutung hat ? « » Auch das weiß ich . « » Nun , dieses reiche Gebiet mit Allem , was darauf wohnt und lebt , soll von heute an in die Hand des Ustad übergehen . « » In welcher Form ? « » Er soll der Ustad nicht nur der Dschamikun , sondern auch der Takikurden sein ! « Er sagte das langsam und mit ganz besonderer Betonung . Seine Begleiter ließen Ausrufe des Staunens und der Beteuerung hören , daß so ein Geschenk ein ganz außerordentliches sei . Er nickte ihnen wichtig zu und fuhr fort : » Ja , noch mehr , noch mehr : Der Stamm der Takikurden soll mit dem Stamm der Dschamikun vereinigt werden , und zwar unter dem ganz vortrefflichen Namen der Taki-Dschamikun . Und diese Vereinigung soll sich in der Hand und unter der Aufsicht des Ustad vollziehen . Er wird der Gebieter dieses neuen Stammes sein , den dann an Macht und Einfluß ganz gewiß kein anderer erreichen dürfte . Was sagst du zu diesem meinem Anerbieten , Effendi ? « » Daß ich mich keinen Augenblick bedenke , es anzunehmen , « antwortete ich . Ein gar so rasches Zugreifen hatte er denn doch wohl nicht erwartet . Er sah mich fragend an . » Ich bin bereit , auf deinen Vorschlag einzugehen , und zwar sofort , « wiederholte ich . » Wirklich , wirklich ? « fragte er . » Ja . « Er schien mir nicht so recht trauen zu wollen ; aber der » Schreiber « raunte ihm einen Befehl zu , und so sagte er : » So ist der Zweck meines Besuches hier erfüllt ! Aber wird der Ustad bestätigen , was du tust ? « » Ohne Zweifel . « » Und sich an die Spitze des vereinten Stammes stellen ? « » Gewiß . Ich gebe dir mein Wort . Das gilt , als hätten er und ich geschworen . « » So erhebe dich , und gib mir in seinem