und Schmarotzerpflanzen ; aber dann kömmt sie ein Winden und Drehen an , wilde Wehen rühren alles durcheinander wie die Köchin eine Krautsuppe , dann kriegt sie ein schrecklich Erbrechen , gibt von sich zum Grauen und Erstaunen ganze Knäuel Ungeziefer von allen Sorten , die wir nicht nennen mögen , kleines , großes , und ist das mal aus dem Leibe und da , wo es hingehört , da stillen sich die Wehen , das Grimmen , Winden , Krümmen hört auf und frisch und gesund ist wieder die alte Natur , den hohen Alpen gleich , wenn die wilden Stürme verrauscht sind , der holde Frühling , der immer junge Frühling vom Himmel wieder auf die hohen Alpen steigt . Je nach der Länge der Furche steigt die Zahl der Hacker , steigt wohl auch auf großen Gütern bis auf ein volles Dutzend an , vielleicht noch darüber . Jagt nun der liebe Gott die hackende Truppe mit scharfem Geschütz vom Acker dem Bauer heim über den Hals , so muß der sehen , was er mit den Leuten anfängt . So ein harthölziger Bauer , mit Schweinsleder überzogen , macht es kurz , er schickt die Taglöhner nach Hause , unbekümmert darum , haben sie dort was zu beißen und zu brechen , berechnet ihnen den Lohn nach den Stunden , welche sie gearbeitet , und da nicht er , sondern Gott das Wetter gemacht , so überläßt er auch diesem die allfällige Entschädigung . Warum nicht machen , was man kann , und dümmer sein als nötig ? Sorge der Vater im Himmel für die Tiere des Feldes und die Vögel des Himmels , so werde er um so viel mehr für einen Taglöhner mit Weib und einem halben Dutzend Kinder sorgen , wenn der Bauer ihm statt zwölf Kreuzer Taglohn bloß die Hälfte oder ein Drittel gibt , und werde seinen Segen der Mahlzeit geben , welche eigentlich für die Kinder bereitet war , an welcher jetzt aber auch der Vater , der bei dem Bauer sich hungrig gearbeitet hat , teilnehmen will . Nun , Andere machen es auch nicht so ; wenn unser Herrgott die Leute heimschneit oder heimhagelt , überlassen sie ihm dieselben nicht , daß er sie jetzt auch speise und tränke , dieweil er sie angehagelt oder angeschneit , sondern tun dies selbst und geben ihnen was zu tun , bis der Tag ganz um ist . Es gibt Zeiten , wo das geht , man sogar froh ist über einen wilden Nachmittag , um Arbeiten zu verrichten , die man des schönen Wetters wegen immer verschoben hatte . Es gibt andere Zeiten , wo man wirklich nicht recht weiß , was mit machen , und fürs Zähnetrocknen im Winde gibt man doch nicht gerne den Taglohn . In solcher Zeit eben war Uli mit seinem Volke nach Hause gejagt worden ; er sandte die Taglöhner nicht fort , wußte für sie aber auch nichts zu tun , welches viel abtrug , rechnete , wie manchen Batzen er ausgeben müsse um nichts und wieder nichts , und ging gegen das Haus , um Vreneli mit Brummen und Klönen zu unterhalten . Dort stund Vreneli im Gespräch mit einem Mannli , der einen Hut auf dem Kopfe hatte . » Es ist gut , daß du kommst , « sagte Vreneli , » da ist einer , er will mich zur Gotte , seine Frau ging mit mir in die Unterweisung , wir saßen neben einander und waren bsunderbar wohl für einander . Ich sagte ihm zu , doch behielt ich dich vor . Was sagst dazu ? « » Ho , « sagte Uli , » wenn du zugesagt hast , so wird wenig mehr zu sagen sein , « und ging weiter . Vreneli zuckte zusammen , aber mit angeborner adeliger Art begabt , faßte es sich alsbald , hieß das Mannli hinein , kommen , wartete ihm nach üblicher Sitte mit Speise und Trank auf . Eine schöne Sitte , die aber manchem ausgehungerten Kindbettmannli gefährlich wird , besonders wenn er dazu noch das Reden liebt . Man denke , was das kann , wenn so ein arm Mannli , der selten einmal im Tag sich satt ißt , nun in einem Tage dreimal genötigt wird , zu essen und zu trinken , bis er genug hat . Das bringt Manchem die Beine in Verlegenheit , wenn er vom dritten Gevatter wegstolpert . Aber noch in viel größere kömmt schließlich der Kopf , wenn er endlich zum Pfarrer stolpert und dort die Namen der Gevattersleute angeben soll . Da wird manchmal das Denken bedenklich , und je länger einer denkt , desto weniger kann er an einen Namen kommen , und doch hatte er ihn noch gewußt , als er zur Türe hereingekommen , sagt er . Es ist bedenklich , wie Fleisch und Geist in die seltsamsten Kollisionen kommen bei den ernsthaftesten Gelegenheiten . Wo Gott ein Zeichen seiner Huld gibt , legt der Teufel einen Stein des Anstoßes . Das Mannli war bereits am dritten Orte und glücklich innen und außen . Er hatte nirgends eine Abfertigung erhalten , sondern guten Bescheid und tapfer zu essen und zu trinken . Solchen glücklichen Menschen wächst ein eigenes Redwerk im Munde , und dieses liefert Lob , Ruhm und Preis für sich und seine Frau und all das Seine in einer Stunde mehr als manche St. Galler Baumwollenspinnerei Garn in einer Woche . Die St. Galler sollten , wären sie gescheut , mit dem Maul zu spinnen anfangen ; in diesem Gliede sind sie stark , ganz verflucht , ja brauchen nicht einmal Most , geschweige Wein , um ganze Ballen Eigenlob , -ruhm , -preis tschuren zu lassen in die Welt hinaus , siehe Tagsatzungsprotokolle . Vom schmählichsten Renommage wollen wir nicht einmal reden . Das Männlein war nun freilich kein St. Galler , aber es konnte doch nicht fertig werden mit Rühmen , wer er sei