Haar und Bart sei dabei gewesen . Das war der junge Deutsche . - Gleichgültig , Joel , ich bin gelaufen , ohne zu ruhen , und hab ' dich gefunden . « - Dabei liebkoste er ihn heftig . Sie traten in den Wald , aber eine große Helle in ihrem Rücken veranlaßte sie , noch einmal rückwärts zu schauen . Die Wildraufe und die Hütte standen in lichten Flammen . » Das ist der Feuerbrand , « sagte Hedwig , » welchen Slodczek ins Dunkel warf . « Der Schmied sah traurig nach den lustigen Flammen und sprach leise vor sich hin : » Nun habe ich nicht mehr , wo ich mein Haupt hinlegen könnte , wenn ich gehetzt werde wie der Hirsch . « Er fuhr sich mit der flachen Hand über das harte Gesicht . - » Nun , wie die Heiligen wollen ! Ist ' s doch unserem Herrn Christus nicht besser gegangen . « Er nahm die Mütze zwischen die Hände , und seine breiten , festen Lippen bewegten sich , als spräche er ein stilles Gebet . Das Feuer leuchtete unheimlich über die Heide , sein Strahl hatte in der Einsamkeit nur ein paar Krähen aus dem Schlafe gescheucht , die mit ihrem Grabgesange über die Lichtung flogen . Der Schmied wandte sich mit rascher Wendung in den Wald , die andern folgten dem schweigsamen Führer . 14. Es war einige Tage darauf , als Valerius in seinen Mantel gehüllt durch die Straßen von Warschau strich . Der Mondschein lag mit seinen weichen Blicken über der Stadt , wie eine süße Trauer oder wie eine wehmütige Freude . Die äußeren Dinge fügen sich ja nachgiebig unseres Herzens Wünschen , wir lesen unser Herz in ihren Blicken , und demselben Lichte jauchzt der eine wie einer Hochzeitsleuchte entgegen , während der andere eine Begräbnisfackel darin zu sehen glaubt . Darum sagen manche Leute , es sei nichts wirklich als unser Gedanke . Auch Valerius dachte so . » Wozu quält man sich mit den Äußerlichkeiten , « sprach er in seinem trüben Sinne , » unser eigensinniges Herz macht ja doch daraus , was es will . Wozu trachten wir unablässig , Geschichte zu machen , da wir doch nur kleinen Kindern gleichen , die mit lächerlicher Mühe und Sorgfalt ihr Kartenhäuschen aufbauen - ein leichter Windzug wirft es um . Und wir wissen es nicht , von wannen der Wind kam , noch wohin er geht . Ist es denn wirklich größer , ein Held zu sein , Nationen zu bewegen , Völkerschicksale gestalten zu helfen , als daheim zu bleiben bei den Seinen und ihrem kleinen Glücke , ihren unscheinbaren Freuden Kraft und Tätigkeit zu widmen ? Haben die sogenannten Philister nicht am Ende recht , daß wir uns um keine anderen Dinge kümmern sollen , als um jene , die uns zunächst betreffen ? Während ich kämpfe und ringe für eines Volkes Freiheit , weil ich den Begriff der Freiheit für etwas Großes halte , verschmachten vielleicht die Meinen in Angst und Mangel und Kummer - ist denn nun auch wirklich dieser Begriff der Freiheit größer als alle anderen ? Ist es tugendhaft , alles andere darüber zu vernachlässigen ? Großer Gott ! im nächsten Jahrzehnt ist die Entwicklung der Menschen vielleicht in ganz anderen Kreisen , und mein Treiben ist in den Augen der Erleuchtetsten ein törichtes geworden , und das sogenannte Heldentum ist eine moralische Karikatur ! Und wenn das alles , was ich da denke und zweifle , Ausgeburten meines kranken Leibes sind , warum ist die Welt so schwankend , daß sie immer nur aussieht , wie ich sie haben will ? « Dabei war er immer lebhafter hingeschritten durch die Straßen , und war ohne seinen Willen auf die Weichselbrücke gekommen . Eine große Wasserfläche übt stets einen tiefen Eindruck auf das menschliche Herz : das Wasser erscheint uns wie ein unparteiisches Element neben den anderen irdischen Stoffen , teilnahmslos sieht es wie ein großes ewiges Auge auf den Vorübergehenden , und das Schiff und der Schwimmer und der Sturm berühren nur seine Masse , sein Leben ist nicht zu treffen : es mag darüber hingezogen sein , was da will , dasselbe ewige Auge mit seiner Unerforschlichkeit kehrt immer wieder . Wie schweigende Gottheiten gehen die Wasserflächen an unserem Treiben vorüber , und es bedünkt uns manchmal , als wohnte die tiefste Weisheit in ihnen , und als würden wir sie wiederfinden in einem andern Leben , wo sie unbefangen alles erzählen , was auf dieser Erde vorgegangen ist , die einzigen unbeteiligten Historiker neben den Sternen . Die Sterne können nämlich nur von den heiteren Tagen erzählen ; wenn Nebel und Wolken über der Erde liegen , da sehen sie nichts , und sie steigen dann in der nächsten klaren Nacht herab in die Wasserfluten , um sich erzählen zu lassen , was unterdes passiert sei . In solchen Träumereien schaukelte sich Valerius ' Geist , während er am Brückengeländer lehnte und in die murmelnden Wellen hinabsah , mit denen der Mond und die Sterne hin und her fahrend verkehrten . Die schweigende Natur mit ihrer Ewigkeit in den Zügen übte , wie immer , ihre volle Kraft der Beruhigung auf sein Herz , man glaubt dann unmittelbar vor dem Auge Gottes zu stehen , und die Welt schweigt im Menschen . Es war auch ein schöner Platz damals auf der Brücke , die nach Praga hinüberführt : auf der einen Seite die Festung , welche vor dem Feinde sichert , unter sich den breiten glänzenden Strom , auf der andern Seite die stolzen Paläste , deren lichte Fenster der Weichsel erzählten , wie die Polen alle wieder daheim seien , wie die Freude wieder angesiedelt werde in jenen so lange schweigenden , glanzlosen Häusern . Aus der Stadt her schallte Musik und Gesang , und das Herz des traurigen Valerius mußte endlich aufgehen in milderen Gedanken und Empfindungen . Es fiel ihm