sein würden « - sagte er zu Dagobert . » Ich wiederhole das hiermit feierlich - ich könnte ja beides unter keinen besseren Schutz stellen - Tausende sollten mir nicht zu viel sein - « Eckhof neigte das Haupt . » Der Herr wird sie als Sühne ansehen für so viel verborgene Sünden und endlich seine strafende Hand nehmen von den armen Seelen , die noch ruhelos wandern müssen , « sagte er pathetisch . » Es war aller Laster Anfang , daß der Kaufmannssohn den Standpunkt verachtete , auf den ihn der Herr durch die Geburt gestellt hatte , und nach dem Degen griff ... Er war schön von Gestalt und verstand sich auf die feinen Künste , die der Menschen Herzen verlocken , und da gab ihm der Herzog den Adel und ließ ihn nicht mehr von seiner Seite ... Es wurde damals ein lockeres Leben geführt , da droben , von wo Zucht und Ehrbarkeit und Gottesfurcht als eine Leuchte über die Länder ausgehen sollten . Der Herzog war lustig und die Frau Herzogin , seine Gemahlin , auch , und seine jungen Schwestern , die Prinzessinnen Sidonie und Margarete , waren zu vergleichen der Tochter des Herodes . Sie hatten viel Willen , denn der Herzog liebte sie zärtlich - sie konnten alles von ihm erbitten , nur nicht die Einwilligung zu einer Mißheirat , denn er war stolz auf sein fürstliches Blut ... Die schönen Schwestern verreisten und kamen zurück , wie es ihnen gefiel - Prinzessin Margarete war mehr am Hofe zu L. , als daheim ; ihre ältere Schwester aber hatte eine große Vorliebe für die Schweiz und für Paris ... Sie verreiste oft auf zwei , drei Monate und noch länger - natürlicherweise im strengsten Inkognito und unter dem Schutz ihrer alten , sehr respektablen Hofdame und eines ebenso bejahrten Kavaliers - die guten Leute sind längst tot . « Er schwieg einen Augenblick und strich sich mit der Hand über das Kinn , und ich saß in stiller Verzweiflung auf meinem Ast ; meine Fußsohlen krampften sich zusammen , um die Schuhe festzuhalten , und das Blut trat mir heftig klopfend in die Schläfe , denn ich wagte nicht einmal tief Atem zu schöpfen . Und dieser Mann erzählte so breit wie möglich - es war kein Ende abzusehen . » Seltsam aber war ' s , « fuhr er endlich fort , » daß stets , so oft die Prinzessin Sidonie nach der Schweiz abreiste , eine schöne junge Dame in der Karolinenlust erschien . Sie hatte genau so schwarze Locken , genau den schlanken Wuchs wie die Prinzessin , und sah ihr überhaupt zum Verwechseln ähnlich ... In solchen Zeiten war dann die Brücke nach dem Vordergarten womöglich noch fester verschlossen als sonst , und am Flußufer hin , auf seiten der Karolinenlust , lief ein festes Staket , das natürlicherweise nach Lothars Tode sofort hat fallen müssen ... Nur eine Seele des Vorderhauses genoß die Gnade , die Brücke ungehindert passieren zu dürfen , Fräulein Fliedner . Sie hatte sogar einen eigenen Schlüssel dazu , den sie meist zur Abendzeit , selbst in der späten Nacht benutzte ... Wenn Sie mich fragen , woher ich das alles weiß , so kann ich Ihnen weiter nichts sagen , als : meine selige Frau hat mir ' s erzählt . Sie war zwar nie und nimmer bei dieser dunklen Geschichte beteiligt - zu ihrer Ehre sei es gesagt - aber Frauenohren und Augen sind fein und scharf , und wenn die weibliche Wißbegierde einmal angeregt ist , dann fragt sie nicht viel nach nassen Füßen , die der Fluß macht , und findet wohl auch eine Stelle zum Durchschlüpfen - « » Schau , schau , die gute Frau hat auch gelauscht ! « dachte ich zu meiner großen Befriedigung und vergaß sogar für einen Moment meine gefährliche Situation . » Das ist ein Leben gewesen wie in einem Turteltaubennest . Eine herrliche Frauenstimme hat die schönsten Lieder gesungen , und im Mondenschein , in später , stiller Nacht hat man droben auf der Waldwiese die Epauletten des Herrn Offiziers blitzen sehen und die schlanke , weiße Frau hat an seinem Arm gehangen ... Einmal abends aber ist Fräulein Fliedner hastig , ohne alle Vorsicht über die Brücke gelaufen - in der Karolinenlust sind die Lichter hinter den Fenstern hin und wieder gehuscht - und um Mitternacht hat man Kindergeschrei gehört . « Charlotte fuhr in die Höhe , mit geöffneten Lippen , als ränge sie nach Atem - ihre funkelnden Augen ruhten verzehrend auf dem Gesicht des Sprechenden . » Mehrere Jahre hintereinander hat man die Anwesenheit der Dame in der Karolinenlust von Zeit zu Zeit beobachtet - die Szene , die ich zuletzt erzählt , hat sich später noch einmal wiederholt « - sagte Eckhof weiter - » dann starb die lustige , leichtlebige Prinzessin Sidonie plötzlich im Bade am Schlagfluß , und der schöne Lothar jagte sich drei Tage darauf in Wien , wo er sich gerade mit dem Herzog befand , eine Kugel durch den Kopf ... Herr Claudius kam einige Tage nach dem schrecklichen Vorfall hierher ; er hatte auf seinen Reisen Wien besucht und Lothar dort getroffen . Die beiden Brüder , die sich so selten gesehen , waren sich während dieses Zusammenseins sehr nahe getreten - ich habe das aus Erichs eigenem Munde ... Als ich zum erstenmal eingehend mit ihm sprechen durfte , da konnte ich nicht umhin , die Vorgänge in der Karolinenlust zu berühren . Er sah mich stolz und finster an und sagte , auf die Brieftasche Lothars zeigend : Da drin sind die Dokumente ; mein Bruder hat mit seiner Frau in rechtmäßiger Ehe gelebt ! ... Tags darauf ließ er auf Wunsch des Verstorbenen die Herren vom Gericht kommen . Ich stand mit ihnen draußen im Korridor , während er noch einmal hineinging in die Räume , die sein Bruder bewohnt hatte . Ich sah , wie