, So stand sie schüchtern an des Vaters Seite , Und um die Tochter er den Purpur schlug , In schönerm Sieg trug sie aus schönerm Streite Zum Kapitole hin der laute Zug : So Heldenmut und Schönheit sich gesellten , Es triumphiert die Holde mit dem Helden . Wer auf der Erde gleich den Göttern handelt , Dem öffnet sich der hohen Götter Kreis , Auf Erden sind sie menschlich einst gewandelt Und waren edel , sinnbegabt und weis ' , Zu Göttern hat der Glaube sie verwandelt , Denn Göttlichkeit ist aller Schönheit Preis , So wollte Rhea gern , da du gebeten , In deiner Heimat Götter Mitte treten . Zu Schiffe auf der gelben Tiber Wogen Führt man Cybelens Bild von Pessinunt , Schon nahet sich des Segels voller Bogen , Der Göttin Ankunft eilt von Mund zu Mund , Sie zu empfangen kommt das Volk gezogen , Doch plötzlich faßt den Kiel des Flusses Grund , Und wie sich auch der Schiffer Arme regen , Fest ruht das Schiff und läßt sich nicht bewegen . Da flehet kniend Claudia am Strande Der hohen Götter gute Mutter an , Löst dann den keuschen Gürtel vom Gewande , Und zu dem Schiffe führet sie der Kahn , Den Gürtel knüpft sie an des Kieles Rande , Und gütig folgt Cybele ihrer Bahn . Stumm sieht das Volk sie durch die Wellen gleiten , Von Reinen lassen Götter gern sich leiten . So in des Vaterlandes großer Sitte Lebt Claudia , die Römerin , auch groß , Nun teilst du , Claudia , in unsrer Mitte , Ein frommes treues Kind des Vaters Los . Was göttlich noch auf Erden , folgt dem Schritte Der Jungfrau gern nach in des Hauses Schoß . Strebt ihr zu gleichen , der wir uns verbanden , Ich liebe sie , die früher ich verstanden . Liebe Bettine ! Diesem Brief tue nicht so viel Ehre an als allen meinen vorhergehenden , denn ich schreibe in einer wunderlichen Stimmung und scheine mir gar nicht vernünftig zu sein . Seit einigen Tagen ist es so schönes Wetter hier wie im Sommer ; ich sitze nicht mehr meinem schwarzen Ofen gegenüber ; alle Fenster meiner hellen Stube stehen auf ; ich habe keine Rast und keine Ruhe , ich gehe in dem Haus aus und ein , kleide mich alle Augenblicke anders an und empfinde eine ganz wunderbare Angst , so als harre ich am Fenster ein geliebtes , schönes Mädchen vorübergehen zu sehen ; oder als müsse mich jemand heimlich lieben , ich wüßte nicht wer , und wünschte dieser oder jener , kurz ich kann Dir ' s nicht sagen , wie mir es ist , und ich muß mich recht zusammennehmen , nicht weichherzig zu werden . Es ergreift mich alle Frühling so ein Hinausweh ! - Heimweh darf ich es nicht nennen , - und was mich dann betrübt , das ist , ich weiß , daß es mir draußen auch nicht wohler wird . Wenn Du es nicht wärst , die mir das Leben zu erfreuen suchte , so wüßte ich nicht , wie mich anstellen . Bin ich nicht recht undankbar gegen Dich , Du opferst mir Dein ganzes Leben auf , und ich bringe den größten Teil des Jahres fern von Dir zu ; Du zählst die Minuten bis zu meiner Ankunft , und ich halte mich noch ein paar Tage in Wetzlar auf . Aber schreiben mußt Du mir nach Wetzlar , bei Herrn von Bostell werde ich wohnen , mit der nämlichen Post , mit der Du sonst hierher schreibst . Dienstag abend mußt Du mir schreiben , damit ich gleich aufbreche und zu Dir laufe . Den ersten und zweiten Tag wird es nun zwar sehr herrlich sein , wenn wir zusammen sind , aber die ganze Woche , wie wird es dann sein ? - Und den Monat ? - Werden wir uns nicht im Hause langweilen , während draußen im Wald jeder Sperling es besser hat ? - Wir wollen recht viel spazierengehen , und morgens früh , wenn noch alles schläft , schon vor den Toren herumlaufen . Soeben erhalte ich Deinen Brief , der ebenso abgeschmackt vom schönen Wetter spricht wie der meinige , ich hoffe doch , dieser soll Dich mehr freuen , als mich der Deinige ! Ich fand einen fremden Ton drin , oder vielmehr ermüdet und abgespannt , was ich sonst gar nicht an Dir gewohnt bin , Deine Unruh treibt Dich auch umher , vielleicht ist das schöne Wetter dran schuld . Bis den Sonntag werde ich gewiß bei Dir sein , lebe wohl . - Clemens Von Minchen Günderode hast Du lange nicht geschrieben ; wenn die Günderode Dein Märchen nicht gut findet , so ist ' s doch nicht gesagt , daß ich ' s nicht erst sehen will , ehe Du es ins Feuer wirfst , wie Du es schon mit manchem gemacht hast . Wenn sie aber sagt , daß Deine Klostergeschichte gut ist , so freue ich mich unendlich darauf , sie mit Dir zu lesen . Ist sie denn schon so weit , oder hast Du vielleicht noch Platz in dem Heft , das Du dazu wirst geheftet haben ? Wie schön wär ' s , wenn Du mir alle Tage ein einziges Blatt wolltest davon vollschreiben , bis ich komme , noch acht Tage nach Empfang meines Briefes . Liebe Bettine ! Claudinens Brief war mir die schönste Belohnung , und doch ist mir ein ganz gewöhnlicher von Dir immer viel lieber als ein solcher ungewöhnlicher . Daß Du mir heute nicht geschrieben , ist mir ordentlich ganz schmerzlich gewesen ; Du hast mich verwöhnt mit Deinen Briefen . Ich werde nun nicht mehr lange ausbleiben ; Bostell ist hier , mit dem werde ich einige Tage nach Wetzlar gehen , dann komme ich nach Frankfurt , aber eher mußt Du nicht aufhören , mir hierher zu schreiben