gut ! Mir wäre es lieber , du hättest ihn schön genannt . Doch antworte mir weiter : Hat er Eigentümlichkeiten ? In der Stimme , in der Sprache , in der Haltung , im Gange oder sonst irgendwie ? « » Nein , gar nicht . Er ist ein Mann wie alle andern Männer . Du brauchst dich ganz und gar nicht vor ihm zu fürchten . Er ist nicht halb so vornehm wie du ! « » Woher weißt du das ? « » Ich sehe es dir an . Du brauchst nur andere Kleider anzulegen , so ist der Pascha fertig ! « » Meinst du , meine liebe Pekala ? « Das klang geschmeichelt . Der Mann war also eitel ! Das bestätigte sich durch seine folgenden Worte : » Ich muß jetzt fort und sage dir , daß du mir gefallen hast . Ich möchte dir das durch ein Geschenk beweisen , welches ich dir durch deinen Aschyk sende . Ich weiß , du liebst den Schmuck und schöne Kleider , die du einstweilen in den Ruinen aufbewahrst , bis bessere Tage kommen . Wünsche dir Etwas ? « » Sehr gern ! Aber was ? « fragte sie da schnell . » Was du willst ! « » Ja , bist du arm oder reich ? « » Wünsche nur ! Dann sage ich dir , ob du es bekommst oder nicht ! « Das klang wieder so kalt , so gebieterisch , als ob er sie nicht soeben seine » liebe Pekala « genannt hätte . Dieser Mann wurde mir immer interessanter . » Schicke mir eine goldene Naddara37 ! « bat sie in ihrem süßesten Diskante . » Eine Naddara ? Wozu ? « fragte er erstaunt . » Es sieht so vornehm aus und so gelehrt . Ich sah in Isphahan sehr oft eine Madama aus Rußland . Die hatte stets zwei Gläser vor den Augen , wenn sie aus der Sänfte stieg . Das war so stolz . Man konnte sie für die Kaiserin von Rußland halten . Darum will ich auch eine Naddara . Aber von Gold muß sie sein , sonst nicht ! « » Weib , du bist verrückt ! Es wohnt ein böser und dabei ungeheuer lächerlicher Geist in dir , den ich zerdrücken werde , sobald - - - « Er wurde in diesem Ausbruche des Zornes , der zugleich verächtlich klang , unterbrochen . Tifl kam und meldete : » Der Scheik ul Islam sendet mich . Er läßt dich bitten , zu kommen . Ich führe dich . « » Sogleich ! « gab der Andere streng zurück . Und ebenso streng oder noch strenger klang es weiter : » Du sollst die Naddara haben , Pekala , und zwar eine so scharfe , daß dir die Augen übergehen ! Der Effendi hat Recht gehabt mit der Verschwiegenheit . Auch ich fordere sie von dir , von Euch . Für den Verrat gibt es weiter nichts als nur den Tod . Das merke , Tifl , du auch dir ! Und nun führe mich zu meinen Leu - - - zum Scheik ul Islam , doch ohne daß man merkt , wo ich jetzt war ! « Er ging mit Tifl fort . Dann hörte ich , daß auch Pekala sich entfernte . Wer er war , das wußte ich nun . Er hatte es selbst verraten , und zwar durch das nur halb ausgesprochene Wort : » Führe mich zu meinen Leu - - - . « Leuten hatte es heißen sollen . Er war der Scheik ul Islam selbst , und der Andere , der nach ihm geschickt hatte , sollte diese Rolle mimen . Ich wartete nur ganz kurze Zeit , dann verließ ich meinen Platz , schob mich zwischen den Tamarisken wieder hinaus , und als ich sah , daß Niemand hier war , ging ich nach dem Garten und durch diesen auf den Hof . Da standen die Pferde der Perser , die Diener dabei . Auf den Stufen lehnte Tifl an einer der Säulen ; an einer andern der kurdisch gekleidete Reiter des Hellbraunen mit den weißen Vorderstiefeln . Beide sprachen miteinander und sahen nicht , woher ich kam . Ich grüßte die Reitknechte freundlich und blieb bei den Pferden stehen , um sie zu betrachten . Ich wünschte aber nicht , für einen Kenner gehalten zu werden , und verhielt mich also dementsprechend . Da sah mich Tifl und machte den Kurden auf mich aufmerksam . Dieser schaute zu mir her und betrachtete mich scharf . Er war von hoher , schön gebauter Gestalt . Sein lang herabwallender , grauer Vollbart war sehr , sehr dünn , als ob die Natur nicht genug guten Willen vorgefunden habe , das auszuführen , was sie wollte . Er sah , daß ich bei den minderwertigen Pferden länger verweilte , als bei den guten , und an dem Stiefelbraunen so gleichgültig vorüberging , als ob er ein ganz gewöhnlicher Gaul sei . Da machte er eine Bemerkung gegen Tifl , die jedenfalls keine hochachtungsvolle war , denn er warf dabei den Kopf verächtlich nach hinten auf die Seite . Auch die Diener lächelten über mich , wenn auch nicht so auffallend , daß ich es hätte bemerken müssen , wenn ich nicht besonders aufgepaßt hätte . Mir war das recht . Je weniger man uns zutraute , umsomehr hatte man dann zu bereuen . Als ich nun langsam auf die Stufen zuschritt , stand Kara Ben Halef auf , der oben auf dem Dache der Halle gesessen hatte . Er rief mir seinen Morgengruß herab . » Komm herunter , Kara ! « forderte ich ihn auf . » Ich höre , daß der Scheik ul Islam gekommen ist . Auch du sollst ihn begrüßen . « Ich sagte das so laut , daß man es in der Halle hören mußte . Meine Absicht war , der Pedehr möge