, was ihm sogar bei fremdem Gelde schwerzufallen schien . Als Friedrich den Nachtrag gebracht und der Amtmann das Geld gezählt hatte , nahm jener das Wort : » Und jetzt , mit des Herrn Amtmanns Wohlnehmen , möcht ich fragen , wie es mit der Christine werden soll . « » Was geht das Ihn an ? « sagte der Amtmann . » Wir gehen einander nun doch einmal näher an « , erwiderte Friedrich , » und da wird man ' s nicht anders als billig und christlich finden , wenn ich mich um sie bekümmere . Ich hab gehört , der Herr Amtmann wolle sie ihre Strafe hier bei Amt und mit Feld- und Gartenarbeit abverdienen lassen . « » Und wenn dem so wäre ? « sagte der Amtmann , nach und nach aufmerksam werdend . » Es wär mir nicht lieb , wenn sie vor dem ganzen Flecken Strafarbeit verrichten müßt - « » Wer fragt denn darnach , ob ' s Ihm lieb ist oder nicht ? « » Und zudem , Herr Amtmann , sind das keine herrschaftlichen Geschäfte . « Der Amtmann richtete sich hoch auf , und sein sonst gutmütiges Gesicht nahm einen bösartigen Ausdruck an . » Ich glaub , Er will den Advokaten machen ! « sagte er . » In dem Punkt wär ich nicht ganz untauglich dazu « , antwortete Friedrich . » Es gibt nichts in der Welt , Herr Amtmann , das nicht seine gute Seite hätte . So auch das Zuchthaus . Dort bin ich mit einem zusammengewesen , der hat mir erzählt , ein Amtmann habe ihn , wie er einmal zum Schellenwerken verurteilt gewesen sei , statt dessen in seinen eigenen Privatgeschäften arbeiten lassen ; es sei jedoch herausgekommen , und man habe ihn , was ihm übrigens nicht willkommen gewesen sei , zu öffentlichen Arbeiten abgeführt , der Amtmann aber « - hierbei sah er dem Amtmann scharf in die Augen - » sei um zwanzig Reichstaler gestraft worden . « Der Amtmann wurde blaurot im Gesicht , so daß man bei seiner nicht eben magern Gestalt einen Augenblick einen gefährlichen Anfall befürchten konnte . Es ging aber vorüber , und er sagte verächtlich : » Ihm , einem Züchtling , einem vielfältigen Facinoroso , wird man viel Glauben schenken , wenn Er etwas wider mich vorbringen will . « » Der Herr Amtmann « , erwiderte Friedrich , » vergißt , daß ich nicht allein darum weiß . « » Es ist wahr « , versetzte der Amtmann , » ich habe aus gutem Herzen dem alten Müller angeboten , seine Tochter die Strafe auf eine leichte und gelinde Art abbüßen zu lassen . Dabei war es nicht sowohl mein als meiner Frau Gedanke , sie in unserer Privatökonomie nebenher zu beschäftigen ; es ist aber nicht mit einem Wort die Rede davon gewesen , daß sie das im Strafwege tun solle , sondern sie hätte Geld dabei von uns verdient , das wir jetzt Würdigeren zukommen lassen werden . Die Amtsgeschäfte aber , die ich ihr zur Abverdienung ihrer Strafe habe auferlegen wollen , sind allerdings herrschaftliche Geschäfte . Doch darüber brauche ich mit Ihm nicht zu streiten . Das Gesindel ist nicht wert , daß man humane Absichten mit ihm hat . Sein Weibsbild kommt jetzt nach Ludwigsburg in den Herrschaftsgarten , muß dort sechs Wochen lang arbeiten , wird mit Wasser und Brot gespeist , was sie jedoch abermals abverdienen muß , nachts ins Blockhaus eingeschlossen , damit sie nicht dem Bettel und der Liederlichkeit nachziehen kann , und außerdem muß sie den von neuem wieder eingeführten * * karren ziehen . Das hat Er mit Seiner ritterlichen Protektion für sie herausgeschlagen . « » Es ist mir immer noch lieber , als wenn sie vor dem ganzen Flecken Strafarbeit verrichten soll « , erwiderte Friedrich trotzig . » Was in Ludwigsburg vorgeht , sieht man in Ebersbach nicht . Übrigens hat ihr Vater doch noch Freund , daß er vielleicht die Straf in Geld aufbringen kann . Und auch in dem Punkt bin ich wieder ein Advokat : Ich weiß , daß der Herr Amtmann das Geld nicht zurückweisen darf , weil er für das fürstliche Interesse besorgt sein muß . « » Es steht aber bei mir , wie lange ich zusehen will « , entgegnete der Amtmann . » Meine Nachsicht wird nicht lange dauern . Und nun sorg Er , daß Er mir aus den Augen kommt . Es geht mir wie meiner Frau mit Ihm . Laß Er sich nicht wieder im Amthaus betreten , ohne daß ich Ihn verlangt habe . « Den andern Abend spät erschien Friedrich beinahe atemlos in der Stube des Hirschbauern . » Hier ist das Geld für die Straf « , sagte er , die blanken Münzen auf den Tisch legend . » Wie kommt Er zu dem Geld ? « fragte der Hirschbauer , » sein Vater hat ' s Ihm gewiß nicht gegeben . « » Nein « , antwortete Friedrich , » aber ich hab ' s auf eine Art erworben , daß ich ' s verantworten kann , das heißt , zwischen mir und dem , von dem ich ' s hab , ist offene , ehrliche Sach . « Er war nicht zum Geständnis zu bewegen , wie er zu dem Gelde gekommen sei , sondern wiederholte beharrlich seine vorige Versicherung , schärfte jedoch dem Hirschbauer ein , er solle , wenn der Amtmann frage , nicht angeben , von wem er das Geld habe , weil das nur neue Weitläufigkeiten zur Folge haben würde ; er solle sagen , es sei ein für den äußersten Notfall gespartes Schatzgeld oder was ihm sonst Gescheites einfalle . Als der Hirschbauer aus dem Amthause zurückkam , erzählte er mit bedenklicher Miene , der Amtmann habe das Geld zwar genommen , dabei aber bemerkt , das sei ein bedenklicher Reichtum , nach dessen Quelle