? « » Was geht das dich an ? « sagte der Wirt , » da laß du mich sorgen . Du bleibst doch nicht lange da ; mein Alter ist viel zu wunderlich und mißtreu , er kann niemand behalten . Bei mir ist das ganz anders : ich bin viel nicht daheim und meine Frau ist ein Pflartsch , da muß ich einen Knecht haben , dem ich alles anvertrauen darf . Und wenn mir einer anständig ist , so hat einer bei mir einen Posten , wie im ganzen Land keiner mehr ist , er kann es haben wie ein Herr . Komm , du sollst dich nicht reuig sein . Sä , da hast du einen Neutaler Haftgeld . « » Behaltet nur Euer Geld , « sagte Uli , » das macht sich nicht so geschwind . Ich habe diesen Augenblick nichts zu klagen , vor vier Wochen wäre es anders gewesen . Man ist gut gegen mich , besonders die Meisterfrau , und dann halte ich nichts darauf , weiterszugehen , wenn es einem an einem Orte wohl ist . « Der Wirt ließ nicht nach mit Drängen , man hörte Geräusch am Brunnen , Uli sagte endlich , er wolle sich besinnen . Er mußte versprechen , in vierzehn Tagen den Bescheid zu geben . Als sie aus dem Stall traten , ging eben Vreneli mit einem Züber Wasser ins Haus . Am Mittag ging Essen und Trinken von neuem an ; nur Elisi und Trinette taten schmächtig , klagten über allerlei und taten , als ob sie kein Brösmeli hinunterbringen könnten , packten aber doch unvermerkt ziemlich ein . Im Nachmittag reisete der Besuch wieder ab , nachdem Johannes noch einen neuen , schönen Fünfbätzler dem Uli in die Hand gedrückt und mit den Augen bedeutsam zugewinkt hatte . Die Großmutter sah dem Schärbank lange nach und sagte endlich : » Die Kinder sind mir lieb , aber wüst tun die doch , es hat keine Gattig ; die müßten mir noch anders drässiert sy , wenn ich immer um sie sein sollte . « Drinnen sagte sie zu Vreneli : » Dr Johannes macht doch je länger je mehr dr Groß ; denk doch , het dä schießig Narr nit dem Uli einen neuen Fünfbätzler zTrinkgeld gä ! « » Er wird wohl wissen , warum er das getan hat , « sagte Vreneli . » Dr Herr wott er mache u zeige , daß er weiß , was unter dr Herrschaft dr Bruch syg , das wott er , « sagte die Alte . » Nein , Base , « sagte Vreneli , » er will noch etwas anderes , ich darfs Euch fast nicht sagen , aber es ist ein wüstes Stücklein vom Johannes . Diesesmal hat er den Vetter weder um ein Roß noch um eine Kuh gebracht , aber den Uli will er ihm ab , dingen , darum hat er ihm auch das Trinkgeld gegeben . « » Was du nicht sagst , dä Uflat ! « sagte die Alte . » Wenn man den eigenen Kindern nicht mehr trauen darf , dann ist doch nicht mehr dabeizusein . Johannes , Johannes , was bist du doch für ein Umönsch ! Aber seine Frau ist schuld daran , sie macht ihn so , er ist allbets doch nicht so gewesen ! Aber woher weißt du das ? « » Ich holte am Morgen früh Wasser , es wollte aber keine Jungfrau auf . Da war Johannes , der sonst bis um zehn im Bett liegt , schon bei Uli im Stall , das wunderte mich . Während mir das Wasser in den Züber lief , loste ich der Sache ab und hörte , wie Johannes Uli drängesilierte und ihm einen Neutaler Haftgeld geben wollte . « » Uli , hat er ihn genommen ? « » Nein , er stellte sich recht brav , ich hätte es nicht von ihm geglaubt . Sie hörten mich wahrscheinlich und brachen ab ; ich vernahm nur noch , wie Uli vierzehn Tage Bedenkzeit nahm . Aber ich glaube , wenn der Vetter ihn zur rechten Zeit frägt ums Dableiben , so werde es keine Not haben . « » Er hat mich schon manchmal fast wild gemacht « , sagte die Alte . » Er will die Diensten nie fragen , er meint , es sei an ihnen . Aber seit wann frägt ein rechter Knecht selbst ? Dann sagt er , sie arbeiteten viel bräver , ehe man sie gefragt habe . Sobald man sie einmal wieder für ein Jahr gedungen , sie des Dienstes sicher seien , so werden sie ganz gelassen und sie dächten , es hatte es wieder für ein Jahr , ob sie nun etwas mehr oder etwas weniger arbeiteten . « » Ja , « sagte Vreneli , » dr Vetter nimmt immer alles in eine Wid , und weil er die guten wie die schlechten hält , so kömmt er nie zu guten . « » Er muß den Uli noch heute dingen « , sagte die Alte . » Aber verratet mich nicht , daß ich es gehört , sonst hingt mir der Vetter wieder ein Schlemperlig an ; er trauet mir auch nicht mehr als dem ärgsten Mönsch « , ermahnte Vreneli . Die Alte suchte ihren Eheherrn und brachte ihm vor : » Denk ume o , was dr Johannes für e Uflat isch , wott er is nit dr Ueli abdinge ! « Joggeli tat nicht halb so verwundert , sondern meinte , etwas müsse der Johannes immer verüben , entweder ihm etwas abstehlen oder abschwatzen ; er sei von Jugend auf so gewesen , aber er sei nicht schuld daran . Darauf wollte er wissen , wie seine Frau die Sache vernommen . Natürlich bekannte sie bald , daß sie es von Vreneli habe . » Ich kann dir nicht sagen , Frau , « sagte Joggeli